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Royal-Dutch-Shell-Peer ExxonMobil: Jetzt die bessere Ölaktie?!

silhouette of working oil pumps on sunset background
Foto: Getty Images

Die Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) hat viele Einkommensinvestoren verunsichert. Nach einem schwierigen und durchwachsenen ersten Quartal und weiterhin unsicheren Aussichten hat das Management beschlossen, die Dividende zu kürzen. Das ist das erste Mal seit 75 Jahren und entsprechend ein bedeutender, allerdings vor allem schmerzhafter Schritt.

Andere Ölkonzerne wie beispielsweise BP (WKN: 850517) haben hier noch nicht gleichgezogen. Trotz ebenfalls einbrechender Quartalszahlen hat die ebenfalls britische Aktie die Dividende sogar erhöht. Das lässt die Dividendenkürzung von Royal Dutch Shell in einem noch schlechteren Licht erscheinen. Wobei Liquidität in Anbetracht der weiterhin niedrigen Ölpreise langfristig natürlich noch ein Trumpf sein könnte.

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Auch ExxonMobil (WKN: 852549) hat frische Zahlen verkündet und, siehe da, die Dividende weiterhin konstant gehalten. Ist die US-amerikanische Ölaktie jetzt womöglich der bessere Kauf? Eine spannende Frage, der wir im Folgenden einmal auf den Grund gehen wollen.

Der Blick auf Quartal und Dividende

Wie wir mit Blick auf die derzeitigen Meldungen rund um die Quartalszahlen erkennen können, hält ExxonMobil die eigene Quartalsausschüttung weiterhin konstant. Demnach werde man wie im Vorfeld 0,87 US-Dollar an die Investoren auszahlen. Bei einem aktuellen Aktienkursniveau von 43,14 US-Dollar (01.05.2020, maßgeblich für alle Kurse) entspräche das einer Dividendenrendite von 8,06 %. Damit hält ExxonMobil seine adelige Tradition aufrecht. Immerhin steigert der US-amerikanische Ölkonzern inzwischen seit mehr als 37 Jahren die eigene Dividende.

Das Zahlenwerk allerdings ist ähnlich schwach wie das von Royal Dutch Shell. Ja, womöglich sogar noch schwächer. Unterm Strich wies der US-Konzern sogar einen Quartalsverlust von 610 Mio. US-Dollar aus, was umgerechnet 561 Mio. Euro entspricht. Im Vergleich zu Royal Dutch Shells Verlust von 24 Mio. US-Dollar ist dieser Wert bedeutend höher.

Auch die Erlöse sind aufgrund der niedrigeren Ölpreise um 12 % zurückgegangen, wobei ExxonMobil zuletzt sogar die eigene Produktion auf 4,0 Mio. Barrel pro Tag steigern konnte. Ein höherer Output konnte die schwachen Zahlen nicht kompensieren. Tatsächlich sind die US-Amerikaner damit sogar eher ein Teil des Problems der Ölschwemme im Markt.

Ist die Aktie jetzt besser?

Die spannende Frage ist nun, ob die Dividendenaktie ExxonMobil womöglich besser ist als die von Royal Dutch Shell. Und rein oberflächlich gesehen geht zumindest die Stabilität bei der Dividende in weitere Runden. Das dürfte Einkommensinvestoren gefallen. Wobei das natürlich bloß eine Oberflächlichkeit ist.

Im Endeffekt zeigt der Blick in die Quartalszahlen jedoch, dass Umsätze und Ergebnisse rückläufig sind. Auch ExxonMobil ist mit deutlich mehr als einer halben Milliarde US-Dollar in die roten Zahlen gerutscht. Die Ausschüttungen werden daher aus der Substanz gezahlt. Das sollten Investoren hier bedenken.

Je nachdem, wie lange die Unsicherheiten im Ölmarkt anhalten, könnten hier ebenfalls Kürzungen bevorstehen. Wobei das natürlich der entscheidende Wettlauf gegen die Zeit ist. Dass Royal Dutch Shell die Dividende früh senkt, spricht für das Management, dass man sich auf die Ausnahmesituation einlässt. Wobei Liquidität ein wichtiger Trumpf sein kann.

Was ist in diesen Tagen besser oder schlechter?

Besser oder schlechter sind daher derzeit relative Begriffe. Fest steht jedenfalls, dass die Aktie von ExxonMobil an ihrer Konstanz festhält, während Royal Dutch Shell die Dividende gekürzt hat. Sollten die Notierungen von Brent und WTI jedenfalls kurz- oder mittelfristig wieder steigen, dürfte das Kalkül von ExxonMobil aufgehen.

Sollten die Unsicherheiten jedoch lange, vielleicht ein, zwei, drei Jahre anhalten, so dürfte es ein schlauer Schritt gewesen sein, Liquidität zu halten und die eigene Dividende schnell zu kürzen. Die smartere Entscheidung wird sich daher leider erst im Nachhinein offenbaren.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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