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Wirecard-Aktie: Der KPMG-Bericht schlägt weitere Wellen!

Foto: Wirecard AG

In einer kurzen Handelswoche hat der DAX-Konzern Wirecard (WKN: 747206) am Dienstag die Ergebnisse seiner Sonderprüfung präsentiert. Der Prüfbericht konnte dabei nicht als Befreiungsschlag gewertet werden, was insbesondere an wenig Aussagekraft im häufig angeprangerten Drittpartnergeschäft liegt. Das schickte die Aktie auf eine Talfahrt.

Doch auch weiterhin schlagen die Ergebnisse dieses Berichts Wellen. Ob es um kritische Stimmen bezüglich der Inhalte geht oder personelle Konsequenzen. Oder auch in sonstiger Weise: Die Ergebnisse sind und bleiben Gesprächsthema.

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Und haben zudem auch Auswirkungen auf die Präsentation der Jahresergebnisse für das letzte Geschäftsjahr. Wie sehr? Eine Frage, die Investoren jetzt wohl interessiert. Ordnen wir aktuelle Meldungen daher in einen größeren Kontext ein.

Jahresfinanzbericht wird verschoben

Wie mehrere Medien derzeit berichten, wird der Termin zur Vorlage des Jahresfinanzberichts verschoben. Die Präsentation des Zahlenwerks soll demnach am 4. Juni dieses Jahres erfolgen, nachdem der Zeitpunkt eigentlich mal für den April terminiert gewesen ist. In der Zwischenzeit ist auch mal ein Termin im Mai gehandelt worden.

Der Prüfbericht der KPMG kann indirekt dafür verantwortlich gemacht werden. Die Wirtschaftsprüfer von EY, die eigentlich die jeweiligen Zahlenwerke testieren, benötigen jetzt noch Zeit, um die Aussagen in ihren eigenen Abschluss mit aufnehmen zu können. Wobei es spannend werden dürfte, wie hier das Fazit ausfällt. Denn immerhin ist EY der eigentliche Prüfer der Jahresabschlüsse, die auch mal die erneut geprüften Ergebnisse der vorherigen Jahre geprüft haben.

Sofern der Jahresfinanzbericht im Juni veröffentlicht werden kann, könnte zumindest der restliche Zeitplan für dieses Jahr eingehalten werden. Die Hauptversammlung ist derzeit für Anfang Juli dieses Jahres terminiert. Mit Sicherheit ein Termin, den sich Investoren rot im Kalender anstreichen sollten. Auch hier werden vermutlich die Ergebnisse der Sonderprüfung ein weiteres Mal diskutiert.

Ein kleinerer Rückschlag

Dass der Jahresfinanzbericht nun erst im Juni veröffentlicht wird, scheint ein kleinerer Rückschlag zu sein. Die Ergebnisse der Sonderprüfung werden noch aufgegriffen, das war eigentlich abzusehen. Und dass es dadurch zu Verzögerungen, auch durch Corona, kommen wird, kann man dem Management eigentlich an dieser Stelle kaum übel auslegen.

Allerdings ist und bleibt die Quintessenz der übrigen Causa Wirecard die gleiche: Das Management hat mit den mangelhaften Prüfergebnissen reichlich Vertrauen verspielt. Im Grunde genommen ist es eigentlich egal, ob der Jahresfinanzbericht pünktlich kommt oder nicht. Nach den schwachen Erkenntnissen aus dem KPMG-Bericht werden Investoren zunächst sowieso misstrauisch sein, was die Aussagekraft vieler Berichte anbelangt.

Zudem bleiben Tür und Tore weiterhin für Kritiker geöffnet. Das Vertrauen in die Aktie, das Unternehmen und das Management scheint zumindest für’s Erste weg zu sein. Und es ist fraglich, ob der DAX-Zahlungsdienstleister das kurzfristig wird zurückerobern können.

Ergebnisse überschatten alles

Die Ergebnisse der Sonderprüfung überschatten daher alles: die Wachstumsgeschichte, starke Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr und auch die langfristige Wachstumsperspektive. Nicht einmal neue, starke Kooperationen, Produkte oder Dienstleistungen werden das grundlegende Vertrauen für einen großen Teil der Investoren wiederherstellen können. Auch wenn es hier vermutlich schon bald weitere Meldungen geben wird.

Investoren sollten daher ihre Investitionsthese besser grundlegend überdenken. Was ist ein starkes Wachstum schließlich wert, wenn das Zahlenwerk nicht einwandfrei geprüft werden konnte und die Vorwürfe der „Financial Times“ weder entkräftet noch bestätigt werden konnten? Eine Frage, die jetzt viele beschäftigt.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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