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Warum ich denke, dass die Netflix-Aktie auch weiterhin von der Coronakrise profitieren wird

Foto: The Motley Fool.

Der Streaming-Dienstleister Netflix (WKN: 552484) ist momentan nicht nur bei Privatleuten in den eigenen vier Wänden gefragt, da man aufgrund von Ausgangsbeschränkungen vermehrt Zeit zu Hause verbringt. Auch Investoren trauen dem Streaming-Pionier viel zu und belohnen die Aktie mit Zukäufen.

Der Markt scheint sogar so sehr von Netflix’ zukünftigem Erfolg überzeugt zu sein, dass die Aktie zuletzt ein neues 52-Wochen-Hoch von 414,90 Euro erreicht hat. Offensichtlich geht der breite Konsens davon aus, dass Netflix in Zeiten von Corona ein höheres Abonnentenwachstum verzeichnen wird und dadurch die Umsätze entsprechend steigen werden.

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Diese Logik ist an und für sich nicht verkehrt, auch ich teile die Meinung, dass Netflix zu den Profiteuren der Coronakrise zählt. Doch eine andere Frage ist, ob der Markt zum gegebenen Zeitpunkt in der Bewertung übertreibt und wie sich das Unternehmen Netflix in Zukunft weiterentwickeln könnte.

Daher habe ich ein paar Foolishe Überlegungen angestellt und möchte diese nachfolgend mit dir teilen. Dabei werfen wir einen Blick auf die jüngsten Anstiege der Abonnenten und versuchen abzuwägen, ob die Netflix-Aktie heiß gelaufen sein könnte.

Die Zahl der Abonnenten steigt

Die jüngsten Kurssteigerungen der Netflix-Aktie fußen meines Erachtens vorwiegend auf der Annahme, Netflix würde durch die Stay-at-home-Notwendigkeit starken Zulauf an Abonnenten erhalten. Dazu zählen zum einen die Neukunden, die das Streaming-Angebot im Rahmen des kostenfreien Probemonats testen, und zum anderen der Anteil dieser Neukunden, die zu zahlenden Kunden konvertieren.

In der Tat konnte Netflix in dieser Hinsicht überzeugen und die Erwartungen des Marktes auf steigende Abonnentenzahlen befriedigen. Vom vierten Quartal 2019 ist die Anzahl von zahlenden Abonnenten von knapp 167,1 Mio. auf etwa 182,7 Mio. gestiegen (plus 9,44 %). Zum Vergleich: Vom ersten Quartal auf das zweite Quartal 2019 verzeichnete Netflix lediglich einen Zuwachs in Höhe von 1,8 %, vom zweiten auf das dritte Quartal 4,5 % und vom dritten auf das vierte Quartal waren es dann 5,5 %.

Zwar ist in diesen Zahlen ohnehin ein Trend steigender Abonnentenzahlen erkennbar, dennoch ist der jüngst verkündete Zuwachs deutlich höher ausgefallen. Kritische Meinungen monieren hierbei, dass die Abonnements lediglich vorgezogen werden und zu einem späteren Zeitpunkt die Nachfragen dämpfen.

Doch bedeuten vorgezogene Abos wirklich, dass Netflix sich zukünftig schwerertun wird, zahlende Abonnenten zu akquirieren? Möglicherweise – schon alleine die Tatsache, dass hohe relative Wachstumsraten bei steigender Größe immer schwerer zu erreichen sein werden, arbeitet gegen den Streaming-Pionier.

Weiteres Wachstum ist möglich

Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass der Trend weg vom klassischen Fernsehen hin zu Streaming auf Abruf nicht zu leugnen ist. Vor allem in der jüngeren Bevölkerung wird weniger Wert auf klassisches Fernsehen gelegt, sondern da steht „Netflix’n’Chill“ hoch im Kurs – was die Nachfrage nach Netflix-Abos auch in den kommenden Jahren antreiben dürfte.

Interessant ist auch, dass offenbar viele Kunden vom hochwertigen Content von Netflix angetan sind, da sie ihren kostenfreien Probemonat anschließend in ein Bezahl-Abo umwandeln. Dabei ist es Netflix aktuell aufgrund von Corona kaum möglich zu produzieren, weshalb sich neuer Content verzögern könnte.

Das könnte meiner Meinung insofern einen Vorteil bringen, als neue Kunden erst Unmengen an Content zu konsumieren haben, bevor ihre Lust nach mehr zum Vorschein kommt. Bis dahin, so schätze ich, dürften die Produktionen wieder angelaufen sein. Mit diesem neuen Content kann Netflix zum einen seine ganzen neuen Abonnenten befriedigen und zum anderen gleichzeitig wieder auf Neukundenakquise gehen.

Ganz nebenbei sammelt man, selbst wenn ein Teil der Abos nun vorgezogen wird, auch vorgezogene Umsätze, die man ebenfalls in Produktionen und weiteres Wachstum investieren kann.

Ist die Netflix-Aktie jetzt ein Kauf?

Das Geschäftsmodell von Netflix sagt mir persönlich sehr zu und auch die bisherige Erfolgsgeschichte gefällt mir. Netflix ist in meinen Augen ein Gewinner und Gewinner verstehen es üblicherweise, auch weiterhin zu gewinnen.

Nichtsdestotrotz scheint die Bewertung der Aktie zum gegenwärtigen Zeitpunkt in meinen Augen etwas heiß gelaufen zu sein. Ganz offensichtlich sind viele Investorengelder in die Netflix-Aktie geflossen, die für die Hausse nach dem Coronacrash gesorgt hat.

Offensichtlich wurde bereits sehr viel Optimismus in den Kurs eingepreist, weshalb der Einstieg über die 400-Euro-Marke kein Schnäppchen gewesen wäre. Man konnte den Fait-accompli-Effekt beobachten, als der Kurs nach Bekanntgabe der oben erwähnten Abonnentenzahlen am 21.04.2020 nachgegeben hat.

Der Fait-accompli-Effekt beschreibt in diesem Sinne die Reaktion des Marktes auf die vorgestellten Ergebnisse: Werden die Erwartungen des Marktes gerade so erfüllt oder wird der Markt sogar enttäuscht, werden Anteile wieder abgestoßen.

Der Aktienkurs ist zwar nicht extrem eingebrochen, aber für mich ist das ein Indiz, dass die Aktie immer noch überbewertet sein könnte – es wurde vermutlich weitaus mehr erwartet und einzig und alleine darauf beruhten die Kursanstiege.

Außerdem scheint es für mich nach wie vor nicht unwahrscheinlich, dass die jüngsten Erholungsversuche an den Börsen nur kurzzeitiger Natur gewesen sein könnten. Daher werde ich, obwohl mir Netflix als Unternehmen sehr zusagt, auch noch weiterhin an der Seitenlinie stehen und beobachten.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

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