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Aktienmarktpanik wegen Coronavirus: Drei günstige Aktien mit einem KGV unter 6!

Foto: Getty Images

Die Folgen des Coronavirus schlagen zunehmend stärker auf unser tägliches Leben, aber auch auf die weltweite Wirtschaft durch. Bereits in einem Bärenmarkt angekommen, scheinen die Aktien vieler Unternehmen trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – keinen Boden zu bilden und fallen weiter auf neue Tiefs.

Manche Unternehmen, beispielsweise Firmen aus der Tourismusbranche, sind operativ wesentlich stärker betroffen als andere. Doch scheint Mr. Market nicht nur auf Basis von operativen Problemen die Kurse zu formen, sondern es herrscht ein allgemeiner Negativtrend, der die Kurse vieler Unternehmen belastet.

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Nachfolgend möchten wir uns drei Unternehmen ansehen, deren Aktien aktuell unter einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 6 notieren. Dabei handelt es sich um zwei Unternehmen aus dem Tourismus, die unmittelbar von der Coronakrise betroffen sind, und um ein Unternehmen, das operativ bereits seit längerer Zeit zu kämpfen hat.

Bevor wir uns die drei Kandidaten etwas genauer ansehen, möchte ich betonen, dass oftmals eine günstige Bewertung nicht günstig genug ist. In den meisten Fällen ist eine lächerlich günstige Bewertung gerechtfertigt und nur in den seltensten Fällen schafft ein Unternehmen schlussendlich den Turnaround. Die nachfolgenden Aktien sind daher eher für risikobewusste Anleger gedacht.

Deutsche Lufthansa

Mit einem KGV von 3,54 (Schlusskurs: 20.03.2020, maßgeblich für alle Berechnungen) starten wir mit der Deutschen Lufthansa (WKN: 823212). Das KGV ist lächerlich niedrig und dabei ist sogar bereits der wesentlich geringere Gewinn je Aktie 2019 in Höhe von 2,55 Euro berücksichtigt (Vorjahr: 4,58 Euro).

Es schmerzt fast, zu sehen, wie die Aktie der Deutschen Lufthansa bewertet wird, immerhin handelt es sich dabei um eine deutsche Qualitätsmarke – zumindest sehe ich es nach wie vor so. Doch neben den Problemen aus den letzten Jahren wie Streiks, Ölpreisschwankungen und die Integration von Teilen der Air Berlin in die eigene Flotte schlägt das Coronavirus mit voller Breitseite bei der Kranich-Airline ein wie eine Bombe.

Der Einschlag ist so hart, dass der Betrieb bis zu 95 % eingestellt werden muss. Bereits zu Beginn des Ausbruchs des Coronavirus in Europa hatte man angekündigt, bis zu 50 % der Flüge streichen zu müssen. Die Dividende wurde gestrichen und CEO Carsten Spohr scheint sich noch ungewiss zu sein, wann sich die Lage für die Airline verbessern könnte.

Die Lage wird als ernst kommuniziert und so sehe ich es auch. Desto länger das Coronavirus grassiert und desto länger die Flugzeuge der Lufthansa nicht ausgelastet werden könnten, desto schwerer wird es für die Airline werden, nach dieser Krise wieder abzuheben. Ein heißer Turnaround-Kandidat für mutige Anleger, wie ich finde. Vor allem, weil der Turnaround mehrere Jahre beanspruchen könnte, je nachdem, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickelt.

ProSiebenSat1 Media

Das KGV der Aktie von ProSiebenSat1 Media (WKN: PSM777) fällt mit 3,32 sogar noch etwas niedriger aus als bei der Lufthansa – fast schon erschreckend, wenn man bedenkt, dass die deutsche Vorzeige-Airline aktuell massive operative Probleme aufweist.

Die TV-Aktie dümpelt allerdings schon seit längerer Zeit operativ dahin, da die Konkurrenz durch Streamingdienstleister am klassischen Fernsehgeschäft nagt, was auch zu niedrigeren Werbeumsätzen führt. Es werden also weiterhin Investitionen in die eigenen Streamingformate nötig sein, die entsprechend an den Ergebnissen nagen. Zudem scheint der Medienkonzern generell im Strukturwandel zu stecken, was in der Regel an der Börse mit einem Abschlag quittiert wird.

Wirklich nachhaltige Negativeffekte durch die Folgen des Coronavirus scheinen mir auf den ersten Blick bei PSM allerdings nicht ersichtlich zu sein. Möglicherweise wurde die Aktie einfach aufgrund der aktuellen Marktsituation in Mitleidenschaft gezogen. Für Anleger, die dem Medienkonzern eine positive Zukunft zutrauen, könnte nun der richtige Zeitpunkt gekommen sein, um genauer hinzusehen.

TUI

Der Tourismuskonzern TUI (WKN: TUAG00) wird aktuell mit einem KGV in Höhe von etwas mehr als 5 bewertet. TUI ist in der Touristik in allen relevanten Bereichen tätig, was nun gewissermaßen zum Problem wird. Egal ob Hotels, Kreuzfahrten, Flüge, Zielgebietsausflüge, Reiseveranstaltung oder Reisevermittlung – TUI ist überall vertreten.

Durch das Coronavirus werden etliche Reisen abgesagt und die Kundengelder werden erstattet, was dazu führt, dass TUI einen enormen Mittelabfluss spürt und große Teile seines Betriebs auf Eis legen muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Die in Aussicht gestellten Staatsgarantien wurden ebenfalls bereits beantragt.

Es bleibt abzuwarten, wie lange das Coronavirus noch präsent bleiben wird. Desto länger man aufgrund gesundheitlicher Bedenken nicht reisen möchte oder sogar kann, desto schlimmer werden die Folgen daraus für Unternehmen aus der Touristik sein. Wenn die Krise erst einmal überstanden ist, dürfte die TUI langfristig wieder in die Spur kommen. Bis dahin stehen allerdings noch einige Fragezeichen im Raum, weshalb sich auch die TUI-Aktie im Moment eher für mutigere Anleger eignet.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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