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ETF-Investoren, aufgepasst: Diese Illusion ist bereits zerstört – doch diese wird noch folgen!

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Für so manchen ETF-Investor ist in den aktuellen Korrekturtagen vermutlich eine Welt zusammengebrochen: Nach mehr als elf Jahren rekordverdächtiger Hausse und wenig Volatilität hat sich die bittere Realität zurückgemeldet. Und was für eine.

Mit DAX, S&P 500 und vielen weiteren beliebten Indizes ist es in letzter Zeit deutlich zweistellig bergab gegangen. Wie aktuelle Zahlen gezeigt haben, hat das massenhaft zur Flucht aus beliebten Passivfondslösungen geführt. Das dürfte unterm Strich den Corona-Crash noch einmal beschleunigt haben.

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Die Illusion, dass die Märkte auch kurzfristig immer steigen und mit einem diversifizierten Ansatz selbst ein marktbreites Risiko kompensiert werden kann, dürfte damit endgültig zerstört sein. Aber es kommt womöglich noch schlimmer, denn auf einen Aspekt müssen sich ETF-Investoren jetzt wohl ebenfalls einstellen.

Dividendenkürzungen voraus!

Wie wir mit Blick auf gängige Meldungen vernehmen können, sind die derzeitigen Kursverluste wohl nicht das einzige, was Passivinvestoren zu fürchten haben. Nein, bedingt durch einige operative Auswirkungen, Schließungen und Einschränkungen im operativen Alltag steht eine Sache noch aus: Dividendenkürzungen.

Viele Unternehmen wie beispielsweise Sixt oder auch die Deutsche Euroshop haben in den letzten Tagen verkündet, die Dividende sogar ganz auszusetzen. Andere Unternehmen hingegen werden vermutlich dazu übergehen, die eigenen Ausschüttungen etwas zu senken. Auch verschobene Hauptversammlungen führen zu zumindest unpünktlichen Zahlungen: Aktuell gibt es viele Gründe, weshalb eine Dividende nicht gezahlt werden kann.

Das dürfte unterm Strich auch Passivfonds treffen. Erwähnenswert ist und bleibt zwar, dass es auch einige starke Unternehmen wie die Münchener Rück oder auch die Allianz gibt, deren operatives Zahlenwerk weitgehend stabil bleiben dürfte. Und die dadurch vermutlich konsequent weiter auszahlen. Allerdings wird der Querschnitt von DAX und Co. jetzt vermutlich weniger Dividenden an die Investoren auszahlen. Zumindest sollten sich Investoren darauf einstellen.

Auch ETF-Lösungen auf Dividendenaristokraten können (müssen aber nicht unbedingt) davon betroffen sein. Sollte beispielsweise ein hoher, aristokratischer Auszahler dazu übergehen, die eigene Dividende zu senken, wird sein Platz mit den niedriger ausschüttenden Zahlern aufgefüllt. Im Durchschnitt würde das ebenfalls zu weniger Dividende auf ETF-Basis führen.

Wie ETF-Investoren hiermit umgehen sollten

Die wohl spannendere Frage ist allerdings, wie ETF-Investoren mit der Gesamtsituation umgehen sollten. Eines an dieser Stelle vorweg: Verkaufen ist jetzt die schlechteste Option. Teuer erworbene Fondsanteilsscheine jetzt in der Krise günstiger zu verkaufen ist lediglich der Weg hin zu weniger Geld. Egal aus welchen Beweggründen.

Grundsätzlich gehören solche Krisen auch zu einem ETF-Ansatz dazu und die Volatilität wird über kurz oder lang auch in die andere Richtung umschlagen. Aktien crashen zwar schneller, als sie steigen, aber die Historie zeigt, dass sie grundsätzlich länger steigen, als sie fallen.

Dividendenkürzungen können für Investoren, die auf Auszahlungen angewiesen sind, ein schmerzhaftes Kapitel sein. Allerdings dürften die Einschnitte zumindest auf Fondsbasis geringer ausfallen, als wenn man in einzelne Aktien investiert hat, die jetzt ihre Auszahlungen rasieren. Glück im Unglück, wenn man hier auf ETFs gesetzt hat.

Der Boden der Tatsachen

Wir Investoren sind jetzt wohl wieder vermehrt auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Auch ETF-Investoren, die womöglich in letzter Zeit eher sorglos reagiert haben, scheinen panisch aus ihren Anteilen zu fliehen. Die großen Kursverluste dürften dabei inzwischen auch andere zumindest verunsichert haben, die bislang noch nicht die Reißleine gezogen haben.

Dividendenkürzungen steht auch hier vermutlich vielen Indizes noch bevor. Aber haltet durch: Es kommen gewiss auch wieder bessere Tagen. Und auch wieder steigende Auszahlungen.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz, der Deutsche Euroshop, der Münchener Rück und von Sixt. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Deutsche Euroshop.

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