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Wirecard-Aktie: Zwischen Nervosität, Terminverschiebungen und „nichts Substanzielles“

Foto: Wirecard AG

Die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie befindet sich inzwischen seit ca. einem halben Jahrhundert im Prüfmodus. Dabei nehmen die Wirtschaftsprüfer der KPMG die Unterlagen des DAX-Zahlungsdienstleisters gehörig unter die Lupe. Anlass hierzu waren erneut Vorwürfe der „Financial Times“, die zum Herbst des letzten Jahres die Aktie ein zweites Mal ordentlich durchgerüttelt haben.

Eigentlich sollten die Prüfergebnisse in wenigen Tagen und per Ende des Monats präsentiert werden. Allerdings gibt das Management schon jetzt einen Vorgeschmack darauf, was wir von diesem Prüfwerk erwarten können.

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Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren hier erwarten müssen. Und warum es erneut einen Grund zum Zähneknirschen geben dürfte.

Keine substanziellen Feststellungen

Wie wir mit Blick auf die aktuelle Meldung feststellen können, haben sich wohl bislang keinerlei substanzielle Feststellungen ergeben. Wirecard betont, dass die Prüfung inzwischen weitgehend abgeschlossen sei und sich bislang keinerlei Erkenntnisse ergeben hätten, die zu einer Wertberichtigung oder einem Korrekturbedarf führen würden. Allerdings ist das wohl nicht der finale Tenor dieser Sonderprüfung.

Demnach werde sich die Prüfung noch etwas hinauszögern. Aufgrund des Coronavirus sei der Zeitplan einerseits gefährdert. Insbesondere Reiserestriktionen in den asiatischen Ländern hätten den Zeitplan aus der Bahn geworfen. Andererseits sei jedoch auch ein Teil der Untersuchungen mit dem Drittpartnergeschäft bislang noch nicht abgeschlossen. Gerade hier und hinter den Kunden-Clustern ergaben sich jedoch häufig essentielle Angriffspunkte, die jetzt zur Verunsicherung führen könnten.

Das Ergebnis der Sonderprüfung beziehungsweise die Finalisierung des Drittpartnergeschäfts wird dabei voraussichtlich bis zum 22. April dieses Jahres andauern. Aufgrund dessen ist zudem die Bilanzpressekonferenz vom 8. April auf den 30. April verschoben worden. Dabei ist inzwischen das Wörtchen unglücklich im Zusammenhang mit dieser Terminverschiebung und der Verlängerung des Prüfrahmes zu lesen.

Die Fragestellung: Hat sich dadurch etwas verändert?

Foolishe Investoren sollten an dieser Stelle zunächst den Ball noch flachhalten, und das in vielerlei Hinsicht. Der Prüfbericht ist noch nicht der gewünschte Befreiungsschlag und erst die finalisierte Prüfung des Drittpartnergeschäfts wird dabei endgültige Klarheit bringen. Zu betonen ist dabei allerdings, dass die Wirtschaftsprüfer scheinbar intensiv auch in diese Materie eintauchen, was das Potenzial beinhaltet, die Vorwürfe bezüglich der vergangenen Zahlenwerke einwandfrei zu bekräftigen.

Die Verschiebung und die weitere Unsicherheit ist jedoch auch alles andere als ein Beinbruch. Die Sachlage bei Wirecard hat sich dadurch nicht verändert und Ergebnisse sind noch immer Mangelware. Allerdings ist das ein Zustand, den Investoren seit inzwischen gut fünf Monaten gewohnt sind. Ein weiterer Monat ist dabei wohl auszuhalten.

Generell sollten Investoren dabei bedenken, dass es wohl besser ist, wenn es valide, zuverlässige Ergebnisse gibt, die das Thema ein für alle Mal beenden. Wobei der Anspruch der Investoren an hervorragend aufbereitete sowie transparent und lückenlos präsentierte Ergebnisse jetzt in Anbetracht der Verzögerung natürlich alles andere als weniger wird.

Wirecard, du hast die Pflicht zu liefern!

Die Verantwortlichen von Wirecard sind und bleiben daher in der Pflicht zu liefern. Die Ergebnisse werden erwartet, die Verzögerungen können entschuldigt werden. Und, ja, das Coronavirus mag ein plausibler Grund sein, weshalb sich all das jetzt etwas hinauszögert.

Nichtsdestoweniger werden die Verantwortlichen dafür umso transparenter liefern müssen. Ansonsten wird die Unsicherheit hier wohl nicht ganz aus der Aktie ausgepreist werden können.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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