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MercadoLibre vs. Amazon – welche Aktie ist der bessere Kauf?

Foto: Getty Images

Der weltweite E-Commerce-Umsatz wird 2019 voraussichtlich um 17,9 % auf 3,46 Billionen US-Dollar steigen.

Diese Zahl klingt gewaltig, aber das sind weniger als 15 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Da immer mehr Verbraucher ihre Einkäufe online tätigen, wird erwartet, dass dieses Medium bis 2023 22 % aller Einzelhandelsausgaben erreichen wird. MercadoLibre (WKN: A0MYNP), der lateinamerikanische E-Commerce-Spezialist, und der Onlineriese Amazon (WKN: 906866) sollten an vorderster Front von dieser Entwicklung profitieren können.

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Aber welche Aktie ist jetzt der bessere Kauf?

Die wichtigsten Kennzahlen

Amazon wurde fünf Jahre vor MercadoLibre gegründet, ist aber seit dem Start viel größer geworden. Die Einnahmen betragen mehr als 100-Fache von MercadoLibre, das sich nur auf den südamerikanischen Kontinent konzentriert.

Kennzahl

MercadoLibre

Amazon

Gründungsjahr 1999 1994
Umsatz im jüngsten Quartal 0,6 Mrd. US-Dollar 70 Mrd. US-Dollar
Umsatzwachstum im jüngsten Quartal 70 % 24 %
Marktkapitalisierung 34 Mrd. US-Dollar 935 Mrd. US-Dollar
Umsätze im jüngsten Quartal außerhalb des Kernmarkts keiner 18 Mrd. US-Dollar
Umsätze im jüngsten Quartal außerhalb des Kernmarkts außer E-Commerce 0,3 Mrd. US-Dollar 9 Mrd. US-Dollar

Quelle: Yahoo! Finance, Tabelle vom Autor

Beide Unternehmen haben über ihre Anfänge im E-Commerce hinaus expandiert. Amazon ist 2006 in die Cloud-Speicherung eingestiegen, als das Unternehmen erkannte, dass die eigenen Lösungen auch an andere Unternehmen verkauft werden können.

MercadoLibre wagte 2003 den Einstieg in die Welt der Zahlungsdienstleistungen, um Kunden, die weder Bankkonto noch Kreditkarte haben, den Kauf im Internet zu ermöglichen. Der Anbieter für Lateinamerika wächst zwar schneller, aber Amazon legt für seine Größe immer noch ein beeindruckendes Wachstum vor.

Amazon: Die Größe hat Vor- und Nachteile

Amazon ist zum dominierenden Onlineeinzelhändler in den USA geworden, indem es sich unermüdlich auf die Kunden konzentriert, kleinere Unternehmen verschlingt, um sein Ökosystem zu verbessern, und den Verkauf für ein riesiges Fulfillment-Netzwerk von Drittanbietern erleichtert.

Sein internationales Geschäft ist ebenfalls massiv, mit einem Umsatz von 72 Mrd. US-Dollar in den vergangenen 12 Monaten – allein dadurch würde das Unternehmen auf Platz 42 der Fortune 500-Liste landen.

Amazon hat auch ein riesiges Logistiknetzwerk aufgebaut, das 46 % seiner Bestellungen verschickt. Mit 2,5 Milliarden Paketen, die pro Jahr verschickt werden, konkurriert das Unternehmen mit den 3 Milliarden Paketen pro Jahr von FedEx und könnte in ein oder zwei Jahren sogar UPS überholen. Seine Größe hat einen enormen Netzwerkeffekt geschaffen, der es für Verbraucher und Verkäufer zur logischen Plattform macht und sein Wachstum im elektronischen Handel weiter vorantreibt. Aber die schiere Größe wird allmählich zum Problem.

Amazon ist in den USA und in Europa in die Kritik geraten, weil es die Waren von Drittanbietern sowie eigene, konkurrierende Produkte verkauft. Die Tatsache, dass man in den USA der Platzhirsch ist, hat einige Politiker dort dazu veranlasst, sich mit dem Thema Zerschlagung zu beschäftigen.

Diese Vorbehalte vonseiten der Politik sind die eine Sache, die fragwürdigen Praktiken und ersten Risse im Kerngeschäft eine andere – und besorgniserregendere. Die Praxis, die Daten von Drittanbietern für die Herstellung eigener Produkte zu verwenden (Produkte von Amazon-Marken, die in den Suchergebnissen dann zuerst erscheinen), führt zu Kritik. Und gefälschte Bewertungen und gefälschte Produkte, die auf der Plattform auftauchen, werden ebenfalls zum Problem. Je größer das Unternehmen wird, desto größer können die Probleme werden.

Auf der positiven Seite hat Amazon neben seinem E-Commerce-Geschäft zahlreiche Chancen, zu wachsen: Onlinewerbung, die Plattform Alexa, mittlerweile sogar der stationäre Handel, der AWS-Cloud-Service und nicht zuletzt das Gesundheitswesen. Angesichts all dieser Optionen kann dieses Mega-Cap-Unternehmen durchaus noch wachsen.

MercadoLibre: Herausfordernder Wachstumsmarkt

MercadoLibre hat sich immer auf Lateinamerika konzentriert. Das Unternehmen wurde 1999 in Argentinien gestartet und ist seitdem auf 18 Länder der Region ausgeweitet worden. Brasilien ist mit 65 % die größte Einnahmequelle, gefolgt von Argentinien und Mexiko. Diese drei führenden Länder sorgen für 95 % der Einnahmen von MercadoLibre.

Das Unternehmen konnte trotz der geringen Verbreitung von Kreditkarten und Bankkonten wachsen. Das stellte sich sogar als Chance heraus: Man schuf einen Zahlungsdienst, der zu einer riesigen Wachstums- und Einnahmequelle geworden ist.

Im letzten Quartal hat die Zahlungsplattform einen Transaktionswert von 7,6 Mrd. US-Dollar ermöglicht, was einem Wachstum von 94 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Einnahmen außerhalb des Marktes, allen voran mit der Zahlungsplattform, stellen nun fast die Hälfte der Gesamteinnahmen dar und wachsen sogar noch einmal schneller als das Hauptgeschäft.

Aber das Unternehmen hat jetzt erst begonnen, die Möglichkeiten des lateinamerikanischen Marktes voll auszuschöpfen. Die nachstehende Tabelle zeigt, dass die Bevölkerung der drei wichtigsten Märkte die der USA übersteigt. Diese Länder haben eine hohe Onlineakzeptanz, aber der Prozentsatz der Onlinekäufer ist im Vergleich zu den USA immer noch gering.

Kennzahl Brasilien Argentinien Mexiko USA
Bevölkerung 209 Millionen 44 Millionen 129 Millionen 326 Millionen
Bruttosozialprodukt 2,06 Mrd. US-Dollar 0,64 Mrd. US-Dollar 1,15 Mrd. US-Dollar 19,39 Mrd. US-Dollar
Internetnutzer 67,5 % 75,8 % 63,9 % 75,2 %
Onlinekäufer 36,1 % 45,8 % 19,7 % 71,5 %

Quelle: Daten von MercadoLibre mit Stand 2018, Tabelle vom Autor

MercadoLibre hat auch seine Risiken. Amazon beginnt, sein Geschäft in Brasilien auszubauen, und die Region ist bekanntermaßen aufgrund weniger stabiler Regierungen, Volkswirtschaften und Währungen  eine Herausforderung. Aber das Unternehmen hat eine enorme Erfolgsgeschichte und einen enormen Bekanntheitsgrad und es ist bereit, die Vorteile der 96 % der Waren, die in der Region noch immer in Einzelhandelsgeschäften gekauft werden, zu nutzen.

Welche Aktie ist jetzt der bessere Kauf?

Beide Unternehmen sind bewährte Anbieter, die noch viel vor sich haben. Deswegen fällt die Wahl alles andere als leicht.

Ein kurzer Blick auf die Kennzahlen scheint Amazon den Vortritt zu geben: das Preis-Umsatz-Verhältnis scheint vernünftig und die Preis-Betriebs-Cashflow-Kennzahl liegt unter den historischen Durchschnittswerten.

Kennzahl

MercadoLibre

Amazon

Preis-Sales-Verhältnis 16,0 3,5
Price-operativer-Cashflow-Verhältnis 76,9 26,6

Quelle: Yahoo! Finance und YCharts

Aber die Herausforderungen für Amazon lassen sich immer weniger ignorieren. Da Lateinamerika noch am Anfang des Onlinehandels und der elektronischen Zahlungsverarbeitung steht, ist MercadoLibre heute der bessere Kauf, auch wenn die Kennzahlen zeigen, dass es derzeit teurer als Amazon gehandelt wird.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und MercadoLibre. Brian Withers besitzt Aktien von Amazon und MercadoLibre.

Dieser Artikel erschien am 24.1.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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