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Diese milliardenschweren Neuzugänge drängen 2020 an die deutsche Börse

Das Jahr 2019 war in Bezug auf erfolgreiche Neuemissionen sicherlich kein Meilenstein der Geschichte. Mir sind überhaupt nur zwei deutsche IPOs (Initial Public Offerings, der englische Begriff für Börsengänge) in Erinnerung geblieben.

Zum einen ging Traton (WKN: TRAT0N) an die Börse. Die Lkw-Sparte des Volkswagen-Konzerns, zu der MAN und Scania gehören, ging mit einem Ausgabepreis von 27 Euro aufs Parkett. Heute liegt der Kurs mit 22,50 Euro (Stand: 27.01.20) unter Ausgabepreis. Der andere Börsengang, der mir in Erinnerung blieb, war TeamViewer (WKN: A2YN90). Dieser aussichtsreiche Börsenneuling ließ die Anlegerherzen lange Zeit auch nicht höherschlagen. Immerhin liegt nun der aktuelle Kurs von 31,95 Euro (Stand: 27.01.20) über dem Ausgabepreis von 26,25 Euro.

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Spannend ist also nun, welche Börsengänge in diesem Jahr anstehen. Und natürlich die Frage, ob dieses Jahr besser werden kann als 2019. Derzeit gibt es noch bei keinem der hier beschriebenen IPO-Kandidaten einen bestätigten Zeichnungstermin. Das liegt daran, dass zwischen Prüfung des Börsengangs und dem tatsächlichen Handelsstart 12 bis 18 Monate vergehen. Zudem kann in diesem Prozess auch die Entscheidung einer Vertagung oder Absage der Pläne getroffen werden. Öffentlich gemacht werden die Pläne meist erst unmittelbar vor Zeichnungsstart, wenn die Marketingmaschine angeworfen wird.

Ich habe mir im Folgenden die heißesten Kandidaten für einen Börsenstart noch in diesem Jahr angeschaut:

1. Thyssenkrupp Elevator

Der kriselnde Stahlkonzern Thyssenkrupp (WKN: 750000) hat die Angebotsphase potenzieller Käufer der Aufzugssparte Anfang Januar beendet. Noch im ersten Quartal dieses Jahres soll entschieden werden, ob die lukrative Sparte an einen Bieter veräußert wird, oder ob Thyssenkrupp das Aufzugsgeschäft mit einem geschätzten Wert von 15 Mrd. Euro selbst an die Börse bringt.

Meine Meinung:
Ein Börsengang bis Ende des Jahres ist im Bereich des Möglichen. Die Aufzugssparte könnte einen soliden Wert an der Börse bilden, unglaubliche Kursexplosionen sind eher nicht zu erwarten.

2. Wintershall Dea

Das Öl- und Gasunternehmen soll angeblich bereits in den Vorbereitungen für ein Listing an der Börse im zweiten Halbjahr sein. Der 2019 fusionierte Konzern gehört zu 67 % BASF (WKN: BASF11) und 33 % entfallen auf LetterOne. Wintershall Dea hat 2018 einen Umsatz von 4,09 Mrd. Euro und einen Jahresüberschuss von 829 Mio. Euro erwirtschaftet.

Meine Meinung:
Kurzfristig hat der Wert sicher Steigerungspotenzial. Langfristig ist der Wandel der Industrie hin zu erneuerbaren Energien zu beachten.

3. Siemens Energy

Siemens (WKN: 723610) arbeitet bereits konkret am Börsengang der neu zu schaffenden Siemens Energy. Bis April 2020 soll diese bereits eigenständig sein. Die Energie- und Windkraftsparte der Berliner verfügt über ein Geschäftsvolumen von rund 30 Mrd. Euro pro Jahr. Der Auftragsbestand liegt derzeit bei ca. 70 Mrd. Euro. Der Gang an die Börse ist offenbar für Herbst geplant.

Meine Meinung:
Dieser Börsengang sorgt für Aufsehen! Die Energie- und Windkraftsparte von Siemens verfügt über gut gefüllte Auftragsbücher und könnte den Nerv der Zeit treffen.

Weitere mögliche Börsengänge

Abschließend habe ich noch eine Liste mit weiteren möglichen Börsengängen in diesem Jahr zusammengetragen. Einiges davon beruht auf ersten Gerüchten:

  1. Lufthansas Wartungssparte
  2. Jacobs Kaffee
  3. Douglas (Börsenrückkehr)

Dieses Jahr könnte also deutlich spannender werden als 2019. Es bleibt abzuwarten, welcher der Kandidaten wirklich den Weg an die Börse geht. Eines sollten Anleger jedoch nicht aus den Augen verlieren: IPOs bieten immer Risiken. Daher ist es ratsam, das eigene Portfolio nur geringfügig um Börsenneulinge zu erweitern.

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