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Milliardenschwere Wetten gegen Tesla & Apple – zu Recht?

Die weltweiten Börsen sind gegenwärtig in Rekordstimmung, und doch sind es eher die Einzelwerte, die in diesen Tagen für bemerkenswerte Schlagzeilen sorgen. Im Fokus sind immer wieder die beiden US-amerikanischen Konzerne Tesla (WKN: A1CX3T) und Apple (WKN: 865985).

Der US-amerikanische Autobauer hat in diesen Tagen erstmals ein Börsengewicht von 100 Mrd. US-Dollar geknackt und dabei selbst Größen wie Volkswagen börsentechnisch hinter sich gelassen. Apple hingegen wächst in Anbetracht der Aktienkurs immer weiter und bringt derzeit bereits über 1,4 Bil. US-Dollar auf die Waage. Investoren scheinen daher bei diesen beiden Aktien in Feierlaune zu sein.

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Allerdings möglicherweise bloß noch kurzfristig, denn im Hintergrund laufen bereits starke, milliardenschwere Wetten gegen die beiden US-Konzerne. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was hier dran ist und ob diese Haltung vielleicht sogar berechtigt sein könnte.

Shortseller positionieren sich in bemerkenswerter Größe

Wie ein Blick in die innere Struktur der jeweiligen Leerverkäufer dieser beiden Aktien offenbart, besitzen beide Anteilsscheine zumindest absolut gesehen ein hohes Short-Interesse. Bei dem US-amerikanischen Autobauer sind neuerdings Aktien in einem Wert von 14,5 Mrd. US-Dollar leerverkauft worden, was die jüngste Rallye und die neueren Aufwärtsimpulse möglicherweise noch einmal bedeutend gigantischer erscheinen lassen. Das macht den von Elon Musk geführten Konzern außerdem absolut gesehen zum meistgeshorteten Konzern.

Bei Apple hingegen sind es, hm, man möchte beinahe sagen lediglich Aktien im Wert von 13,7 Mrd. US-Dollar, die derzeit short sind. Relativ entspricht das beim aktuellen Börsengewicht zwar lediglich einem Anteil von knapp einem Prozent, was sich durchaus im Rahmen befindet, allerdings sind die absoluten Zahlen dieser ehemals geshorteten Aktie dennoch weiterhin beeindruckend.

Tesla hingegen fällt in dieser Hinsicht sogar mit den relativen Zahlen auf. Ausgehend von einem Börsengewicht von besagten 100 Mrd. US-Dollar sind mehr als 14 % aller Aktien leerverkauft. Oder, anders ausgedrückt: In etwa jede siebte Aktie, die auf den US-amerikanischen Elektroautobauer verbrieft ist, befindet sich gegenwärtig in einer Short-Position. Gewiss eine bemerkenswerte Quote, die Tesla hier vorweist.

Eine berechtigte Skepsis?

Die wohl spannendere Frage dürfte an dieser Stelle jedoch sein, ob diese Skepsis berechtigt ist. Nach den beiden bemerkenswerten Läufen der vergangenen Wochen und Monaten könnte zwar eine Korrektur bevorstehen. Allerdings ist es absolut unFoolish, aufgrund einer solchen Annahme Skepsis walten zu lassen. Zumal eine Wachstumsgeschichte nicht an ihrer Dauer stirbt, sondern lediglich aus fundamentalen Gründen.

Im Falle Teslas könnte es durchaus einige Bedenken geben, die man berücksichtigen sollte. Bewertungstechnisch ist der US-Autobauer schließlich inzwischen an sämtlichen Branchengrößen vorbeigezogen. Ob das in Anbetracht eines Absatzes von Pi mal Daumen einer halben Million Fahrzeuge und im Vergleich zu VWs Absatz von über 11 Mio. Fahrzeugen gerechtfertigt erscheint, sollte Investoren möglicherweise zum Nachdenken animieren. Auch wenn man hier Wachstum und Aussichten wohlwollend berücksichtigt, könnte das Bewertungsmaß zumindest mittelfristig übertrieben sein.

Apple hingegen wird gegenwärtig mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 26 bewertet und kann dabei zumindest im Moment kaum Gewinnwachstum vorweisen. Der Hauptgeschäftsbereich, das Geschäft mit den iPhones, ist bestenfalls stagnierend, was zwar durch neue strategische Imperative und eine Neuausrichtung kompensiert werden kann. Selbst alle neuen Services und Wearables-Bereiche zusammen haben in letzter Zeit jedoch für kaum einen nennenswerten Wachstumsbeitrag gesorgt, weshalb auch hier eine gewisse Skepsis, auch unter Berücksichtigung des zukünftigen Potenzials von 1,4 Mrd. US-Dollar angebracht sein könnte.

Um um weitere 10 % zu wachsen, müsste Apple seinen Börsenwert erneut um 140 Mrd. US-Dollar steigern, was in etwa dem Gesamtgewicht der beiden DAX-Konzerne Siemens und Münchener Rück entspricht. Eine gewaltige Dimension daher, die der Kultkonzern aus Cupertino in diesen Tagen erreicht hat.

Es ist verzwickt

Im Endeffekt scheinen die Short-Interessen daher einen gewissen wahren Kern oder zumindest fundamentales Futter zu besitzen. Ob man jedoch gegen diese beiden dynamischen Aktien wetten sollte, bleibt eine andere Frage.

Möglicherweise könnte diese jedoch dazu führen, ob man die Aktien noch für attraktiv oder kaufenswert befindet. Short ist schließlich häufig nicht die maßgebliche Richtung, in die die eigenen Analysen von Privatinvestoren funktionieren.

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Vincent besitzt Aktien der Münchener Rück. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Tesla. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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