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Der BMW-Entwicklungschef schaufelt das Grab seines eigenen Unternehmens

BMW (WKN: 519000) ist nicht gerade für ein hohes Tempo bekannt, was den Umstieg auf nachhaltige Antriebsformen angeht. Während andere Hersteller wie Chevrolet von General Motors (WKN: A1C9CM), Jaguar, Audi (WKN: 675700), Porsche (WKN: PAH003) und Daimler (WKN: 710000) bereits erste Modelle auf den Markt gebracht haben, mussten BMW-Kunden bisher mit dem in die Jahre gekommenen i3 vorliebnehmen. Erst in diesem Jahr soll der iX3 auf den Markt kommen, ein elektrisches SUV, das mit dem Audi e-tron und dem Mercedes EQC konkurrieren wird.

Viel interessanter als diese Modelleinführung wird jedoch sein, wie sich BMW langfristig positioniert. Denn Elektromobilität ist nicht nur ein Instrument zur kurzfristigen Vermeidung von EU-Strafen aufgrund der Überschreitung von CO2-Grenzwerten, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Antriebsform, die den Verbrenner ablösen wird.

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Die stetig sinkenden Preise und Ladezeiten sowie die gleichzeitig steigenden Reichweiten sprechen dafür, dass Elektroautos schon in wenigen Jahren schlichtweg attraktiver für den Endkunden sein werden als diesel- oder benzinbetriebene Fahrzeuge.

Das scheint man bei BMW jedoch noch nicht so ganz begriffen zu haben, wie nun Kommentare des Entwicklungschefs Klaus Fröhlich im Interview mit „Automotive News Europe“ einmal mehr zeigen.

Flexible Fahrzeugarchitekturen

Schon seit Längerem ist bekannt, dass BMW in den nächsten Jahren auf flexible Antriebsplattformen setzen will, um die Kundenwünsche nach verschiedenen Antriebsarten bedienen zu können. Diesen Standpunkt bestätigt Fröhlich im Interview: Erst wenn sich der Elektroantrieb weltweit durchsetze, werde BMW spezielle Elektroarchitekturen für Fahrzeuge entwickeln.

Nun ja – der Elektroantrieb wird sich nicht einfach so, von alleine, weltweit durchsetzen. Er wird sich durchsetzen, wenn er für den Kunden ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet als ein Verbrenner. Um dieses zu kreieren, wird es zwangsläufig Hersteller brauchen, die eigene Elektroplattformen entwickeln, wie etwa Volkswagen (WKN: 766403) oder Tesla (WKN: A1CX3T) es heute schon tun.

Wenn BMW erst in einigen Jahren einsteigt, werden diese Unternehmen den Münchnern um Jahre voraus sein. Für BMW wird es dann fast unmöglich sein, ähnlich gute Elektroautos auf den Markt zu bringen.

Siegeszug der Brennstoffzelle?

Aktuell seien die Kosten für einen Brennstoffzellenantrieb rund zehnmal höher als die für ein batteriebetriebenes Auto. BMW plane, die Kosten bis 2025 auf dem gleichen Niveau zu haben, so Fröhlich. Das werde große Absatzvolumina für Wasserstofffahrzeuge ermöglichen.

Ich finde es mindestens bemerkenswert, dass Fröhlich bei Brennstoffzellen eine Kostenreduktion um 90 % innerhalb von fünf Jahren erwartet, während er bei batterieelektrischen Autos auf absehbare Zeit nicht mit Kostensenkungen rechnet. Diese würden Fröhlich zufolge aufgrund der Rohmaterialien mehr kosten, was sich auch nicht ändern werde. Fortschritte bei Batterietechnologien und in der Batterieproduktion, die letztlich zu fallenden Kosten führen – daran scheint Fröhlich nicht gedacht zu haben.

Dabei sind fallende Batteriekosten ein Trend, der schon viele Jahre besteht und der Experten zufolge auch in Zukunft anhalten wird. Sie sind das Ergebnis gesammelter Erfahrungswerte und intelligent investierter Forschungs- und Entwicklungsgelder – was uns direkt zum Fazit bringt.

Forschung und Entwicklung: Was ist das bei BMW?

Zwischen den Zeilen hat Fröhlich offen zugegeben, dass BMW die laufende Transformation der Branche nicht gestalten, sondern gezielt in der zweiten oder dritten Reihe verweilen möchte: Er scheint nicht an der Forschung zu effizienten Antriebssträngen und günstigeren Batterien interessiert zu sein.

Beim Wasserstoff soll es dafür auf einmal klappen mit den Kostensenkungen und den hohen Absatzzahlen, obwohl hier der Wirkungsgrad deutlich niedriger und damit die Kilometerkosten für den Verbraucher höher sind als beim batteriebetriebenen Elektroauto.

Die gleichen Worte von einem Teamleiter in der Benzinmotorenentwicklung von BMW? Geschenkt. Aber sie entstammen dem Leiter des Ressorts, das eigentlich dafür zuständig ist, BMW für die Zukunft der Mobilität auszurichten und somit die Prosperität des Unternehmens zu sichern. Dass das beides gelingen wird, da bin ich mir spätestens jetzt nicht mehr allzu sicher.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und empfiehlt BMW.

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