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Fielmann: Der Generationenwechsel ist abgeschlossen – genial!

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Bei familiengeführten Unternehmen ist der Generationenwechsel immer ein kritischer Zeitpunkt. Denn nicht gerade selten kommt es vor, dass die neue Generation nicht richtig zum Unternehmen passt, nicht dieselben Werte teilt oder es an der nötigen Erfahrung mangelt, die es benötigt, um einen Konzern zu führen.

Fielmann (WKN: 577220) hat es meiner persönlichen Einschätzung nach jedoch geschafft, diesen kritischen Zeitpunkt zu überwinden, und hat dabei einiges richtig gemacht.

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Der Generationenwechsel: Von Vater zu Sohn

Es gibt nur wenige Familienunternehmen, die es geschafft haben, bereits innerhalb der ersten Generation im SDAX gelistet zu werden. Nun hat der Sohn Marc Fielmann das Geschäft von Vater Günther übernommen. Eine Übernahme, die langfristig geplant wurde.

Mit seinen 30 Jahren erscheint der Vorstandsvorsitzende des Konzerns sehr jung, vor allem für diesen Posten. Meiner Meinung nach verfügt er jedoch über die nötigen Voraussetzungen, um der Aufgabe gerecht zu werden. Denn bereits seit dem Jahr 2016 ist er Vorstand für den Bereich des Marketing im Unternehmen.

Seit April 2018 ist er für Öffentlichkeitsarbeit und Produktentwicklung verantwortlich. Von diesem Zeitpunkt an bildeten Vater und Sohn außerdem eine Doppelspitze im Vorstand. Ab Februar 2019 kamen noch die Aufgabenbereiche Unternehmensstrategie, Personalbereich und IT hinzu. Im November des vergangenen Jahres trat Günther Fielmann dann von allen Ämtern zurück. Seitdem hat Marc Fielmann den alleinigen Vorstandsvorsitz inne.

Außerdem ist die Fielmann Family Foundation mit über 71 % der Anteile der größte Aktionär der Firma. Marc Fielmann wird vermutlich auch dort seinen Einfluss ausüben können; dass die Foundation aber unter seiner alleinigen Kontrolle steht, halte ich für unwahrscheinlich. Somit spielt der Einfluss der Familie über die Foundation in der Hauptversammlung durchaus noch eine zentrale Rolle.

Du fragst dich jetzt vielleicht: Wieso ist das alles genial?

Die Antwort liegt im Detail: Denn durch die eineinhalbjährige Doppelspitze konnte der Vater seinem Sohn viele Tricks und Kniffe zeigen, die es als Vorstandsvorsitzender benötigt. Auch die Herangehensweise, dem Sohn nach und nach die Verantwortung zu übertragen, halte ich für sehr vernünftig. Denn man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Speziell die Unternehmensstrategie, die seit Februar 2019 im Aufgabenbereich des Sohnes lag, finde ich ein herausragendes Beispiel, um zu verdeutlichen, wie gut das Timing des Vaters bei der Aufgabenübertragung gewesen ist.

Ein konkretes Beispiel, das zeigt, was ich meine: Nachdem die Verantwortung der Konzernstrategie an den Sohn übergeben wurde, konnte Fielmann einen wichtigen Schritt in seiner mittelfristig ausgerichteten Strategie, der Expansion in andere europäische Märkte, machen. Die 70%ige Akquisition einer slowenischen Optikerkette im September 2019 konnte unter der Doppelspitze vollendet werden, sodass sowohl Vater als auch Sohn ihren Anteil an der erfolgreichen Akquisition gehabt haben dürften. Speziell bei einer so entscheidenden Situation wie bei einer Übernahme halte ich es für clever, dass Günther Fielmann seinem Sohn die kritischen Punkte in der Praxis aufgezeigt hat.

Fielmann will expandieren

Da Fielmann in Zentraleuropa in vielen Märkten bereits eine gute Marktposition hat, will der Konzern in Richtung Osteuropa expandieren. Bis zum Jahr 2025 will Fielmann in vier weitere Märkte vordringen. Teilweise durch organisches Wachstum, teilweise aber auch durch Übernahmen.

Die bereits angesprochene Übernahme der slowenischen Optikerkette Optika Clarus zu 70 % ist dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um das Wachstum voranzutreiben und die Strategie des Konzerns erfolgreich umzusetzen. Optika Clarus ist mit einem Absatzanteil von rund 30 % im slowenischen Markt für Brillen unangefochtener Marktführer. Dabei betreibt das Unternehmen 26 Filialen.

Mittelfristig plant Fielmann mit rund 30 Filialen in Slowenien und rund 100.000 abgesetzten Brillen pro Jahr in diesem Markt. Das ist zwar lange nicht das Volumen, das ein enormes Wachstumspotenzial darstellt, es handelt sich aber auch nur um eine von vielen möglichen Übernahmen und einen vergleichsweise kleinen Markt. Dennoch sollte man die Tragweite vieler kleinerer Märkte zusammen nicht unterschätzen.

Außerdem finde ich die Übernahme auch deshalb sinnvoll, weil der Gründer von Optika Clarus zu 30 % an seinem Unternehmen beteiligt bleibt. Somit hat der Gründer des Unternehmens dieselben Interessen wie Fielmann, kennt dabei aber den Heimatmarkt deutlich besser – immerhin hat er das Geschäft selbst aufgebaut. Auch das spielt dem deutschen Marktführer für Brillenmode in die Karten.

Hinzu kommt, dass Optika Clarus von der hohen Fertigungstiefe und der Supply-Chain von Fielmann profitieren könnte. Denn der SDAX-Konzern stellt Brillen nicht nur selbst her, sondern kümmert sich auch um das Design und ist außerdem auch Optiker. Eigentlich bin ich bezüglich der möglichen Synergien bei Übernahmen generell etwas kritisch eingestellt, aber hier könnten sich entsprechende Effekte durchaus ergeben.

Fazit

Günther Fielmann hat bei der Übergabe des Geschäfts an seinen Sohn Marc einiges richtig gemacht. Nun bleibt abzuwarten, ob Marc Fielmann den hohen Anforderungen dauerhaft gerecht werden kann. Ich sehe momentan allerdings keinen Grund dafür, wieso er es nicht schaffen sollte, Fielmann mit der konservativen Art seines Vaters weiterzuführen.

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Yannic Joekel besitzt Aktien von Fielmann. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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