The Motley Fool

Alarmstufe Rot: So weit könnte es mit deinen ETF-Anteilen demnächst nach unten gehen!

Ich mache mir Sorgen! Denn wer mit offenen Augen durchs Leben geht, wird unschwer übersehen können, dass es doch einige Dinge gibt, die Anlass zur Sorge bereiten. Auf der einen Seite erhält man als Sparer keine Zinsen mehr für sein Geld bzw. soll sogar Strafzinsen dafür bezahlen, wenn man sein Kapital der Bank überlässt. Auf der anderen Seite sind die Kapitalmärkte durch das billige Geld der Zentralbanken aufgebläht wie nie.

Dies bedeutet, dass der Normalbürger tiefe Einschnitte erlebt und sich auf herkömmliche Art kein Vermögen, geschweige denn eine vernünftige Altersvorsorge mehr aufbauen kann. Im Gegensatz dazu haben Personen oder Institutionen, die zum Beispiel große Aktienpakete besitzen, die letzten zehn Jahre prächtig vom System profitiert.

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Bei dieser wundersamen Geldvermehrung wollen natürlich immer mehr Menschen mit dabei sein. Und dies war ja auch nie so einfach wie heute. Denn um auch an das Geld der Mittelschicht oder auch der Kleinverdiener zu kommen, hat die Finanzindustrie nichts unversucht gelassen und Finanzprodukte geschaffen, die genau diesen Leuten einreden sollen, sie würden damit auch ihr kleines Stück vom großen Kuchen abbekommen.

ETFs für die Masse

Ein sehr beliebtes Produkt bei den Anlegern sind die sogenannten „Exchange Traded Funds“ oder kurz ETFs. Die Medien und die Investmentgesellschaften haben ganze Arbeit geleistet, und die ETFs haben weltweit einen wahren Siegeszug angetreten.

Das liegt vor allem daran, dass sich in den Köpfen der Anleger die Meinung verankert hat, die Indexfonds seien kostengünstig, mit einer marktüblichen Rendite ausgestattet und auch noch recht sicher. Und dies sind nun einmal drei Argumente, die in den Augen vieler Investoren klar für den Kauf von ETFs sprechen.

Und solange wir – wie in den letzten zehn Jahren – so eine Art „Wohlfühl-Börse“ erleben, mag es für ETF-Anleger auch keinen Grund geben, sich ernsthaft Sorgen zu machen. Doch es mehren sich die Anzeichen, dass wohl bald etwas turbulentere Zeiten auf uns zukommen könnten.

Gefährliche Crash-Phasen

Ohne Frage, in Zeiten einer größeren Börsenkorrektur werden wohl alle Investoren irgendwie in Mitleidenschaft gezogen. Doch ETF-Anleger könnten in solchen Crash-Phasen eventuell härter getroffen werden als Investoren, die auf Einzelaktien setzen. Denn bei einem Depot mit Einzelwerten kann man selbst auf die Qualität der ausgewählten Unternehmen achten und sich so einen Aktienmix zusammenstellen, bei dem die einzelnen Positionen kaum in Korrelation zueinander stehen.

Bei einem ETF ist dies allerdings kaum möglich, da er ja in der Regel immer einen kompletten Index nachbildet. Wenn nun in einem Crash aber beispielsweise genau die Werte oder Branchen am härtesten abgestraft werden, die auch im jeweiligen Index am höchsten gewichtet sind, wird dies höchstwahrscheinlich auch für alle entsprechenden ETFs verheerende Folgen haben.

Da bleibt nur zu hoffen, dass verunsicherte Anleger bei einem plötzlichen und sehr hohen Wertverlust der so sicher geglaubten ETFs nicht in Panik geraten und nicht massenhaft ihre ETF-Anteile zu jedem Preis auf den Markt werfen, um zu retten, was noch zu retten ist. Denn so etwas würde die Abwärtsspirale natürlich noch verstärken.

Der feine Unterschied

Ein Unterschied, der im Moment vielleicht unerheblich erscheint, könnte für ETF-Anleger fatale Probleme mit sich bringen, wenn es beispielsweise zu Verwerfungen in unserem aktuellen Finanz- und Währungssystem kommen sollte.

Denn während man beim Kauf von Aktien tatsächlich Miteigentümer des entsprechenden Unternehmens wird, ist man mit ETF-Anteilen nur indirekt an den Firmen beteiligt. Aber natürlich nur, wenn der ETF auch wirklich die einzelnen Aktien besitzt und nicht etwa den zugrunde liegenden Index nur synthetisch repliziert.

Nicht auszudenken, was passiert, wenn es – wie von anerkannten Finanzjournalisten wie zum Beispiel Max Otte, Marc Friedrich oder Matthias Weik vorhergesagt – zu einer Währungsreform oder noch Schlimmerem kommen sollte. Denn dann könnte es absolut entscheidend sein, ob man Besitzer von realen Firmenwerten ist oder ETF-Anteile sein Eigen nennt, deren Preise dann eventuell von allen möglichen Faktoren bestimmt werden, nur nicht vom realen Wert der Firmen im zugrunde liegenden Index.

Fazit

Gerade wenn es um die Geldanlage geht, lassen sich einmal gemachte Fehler meist kaum wieder ausbügeln. Diesen Umstand sollte man meiner Meinung nach bei seinen Investmententscheidungen beachten und sich immer vor Augen halten, dass ETFs auch nur von großen Gesellschaften initiierte Finanzprodukte sind, die um die Gunst der Kunden buhlen.

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