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Die wichtigste Lektion des Jahrzehnts

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Es ist nur passend, dass die Aktien am Ende des Jahrzehnts nahe den Allzeithochs schließen werden.

Zwei Wochen vor dem Ende des Jahrzehnts erreichte der S&P 500 (WKN:A0AET0) ein Intraday-Allzeithoch von 3182,68 Punkten, was einem Anstieg von 185,4 % gegenüber dem Schlusskurs von 1115,10 am 31.12.2009 entspricht. Bei Wiederanlage der Dividenden hätte man allein mit einem Indexfonds über die 10 Jahre eine Rendite von 246 % erzielt.

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Es steht außer Frage, dass die 2010er Jahre ein tolles Jahrzehnt für Aktien waren. Der S&P 500 gewann jedes Jahr außer 2018 und stieg oft zweistellig.

Vor zehn Jahren war allerdings nicht klar, dass es so laufen würde. Die Anleger erholten sich gerade von der schlimmsten Rezession seit 80 Jahren und sahen die Erholung verständlicherweise mit Argwohn. Das Bemerkenswerteste am Aktienmarkt in den 2010er Jahren ist jedoch, dass nie eingetreten ist, was so viele Prognostiker erwartet hatten – die nächste Rezession. Die US-Wirtschaft ist auch heute noch stark und gesund, mit einer Arbeitslosenquote nahe dem Tiefststand. Angesichts eines Anstiegs der Aktienindizes um weitere 26 % in diesem Jahr scheint eine Rezession noch in weiter Ferne.

Die 2010er Jahre waren voll von Vorhersagen der nächsten Rezession. Im Folgenden findest du eine Auswahl von Schlagzeilen von Experten, die über das gesamte Jahrzehnt verteilt einen Abschwung vorhersagten.

  • 20. Aug. 2011: „Und hier kommt die Rezession von 2011“ – Business Insider
  • 21. September 2012: „Die kommende ‚Obama-Rezession‘ von 2013“ – Forbes
  • 28. November 2013: „Die US-Rezession ist nah … die Fed kann sie nicht aufhalten: SocGen Edwards“ – CNBC
  • 22. Juli 2014: „Der Ökonom, der das Platzen der Immobilienblase vorhergesagt hat, kündigt weitere Rezession an“ – (San Jose) Mercury News
  • 9. September 2015: „Globale Rezession in den nächsten zwei Jahren ist ‚höchstwahrscheinlich‘, sagt Ökonom“ – The Guardian
  • 15. Januar 2016: „Eine schlimmere Rezession als 2008 steht bevor“ – CNBC
  • 19. Juni 2016: „Der nächste Präsident wird wahrscheinlich eine Rezession erleben“ – CNN
  • 30. Dezember 2016: „Wie man sich auf die Wirtschaftsrezession 2017 vorbereitet“ – Theconversation.com
  • 4. Oktober 2017: „Die nächste Rezession kommt (und wird die Wirtschaft, wie wir sie kennen, verändern)“ – Inc.
  • 13. Dezember 2018: „Kommt im Jahr 2019 eine Rezession auf uns zu? Fast die Hälfte der US-Finanzchefs glauben, ja“ – Fox Business
  • 10.12.2019: „CFOs bereiten sich auf eine mögliche Rezession vor“ – The Wall Street Journal

Einige dieser Vorhersagen sind verständlich. Immerhin befinden sich die USA jetzt in der längsten wirtschaftlichen Expansion der Geschichte. Damit ist sie auch länger als der Boom in den Neunziger Jahren, aber all diese Vorhersagen haben sich als falsch herausgestellt. Es wäre ein schlechter Zug gewesen, sich von rezessionsbedingten Ängsten leiten zu lassen.

Da ein neues Jahrzehnt vor der Tür steht, hier ein paar Erkenntnisse aus der Rezession der 2010er Jahre, die es nie gab.

1. Mache dir keine Sorgen um die Makroökonomie

Auf der Website FiveThirtyEight schreibt Ben Casselman: „Wenn es eine Binsenweisheit in der Makroökonomie gibt, dann die, dass wir wirklich schlecht darin sind, Rezessionen vorherzusagen. Professionelle Ökonomen haben kaum eine Ahnung, wo die Wirtschaft in einem Jahr stehen wird, und es ist ein Fehler, wenn der durchschnittliche Anleger Entscheidungen auf Basis makroökonomischer Risikofaktoren wie dem Brexit oder einem China-Handelsvertrag trifft, die sich fast täglich ändern können. Obwohl die Investoren zu Recht vor einer Rezession auf der Hut sind (da niemand 50 % seines Portfolios vernichtet sehen will), ist es besser, in sichere, rezessionsfeste Aktien zu investieren, als zu verkaufen und eine große Rallye zu verpassen, wie wir sie dieses Jahr gesehen haben.

2. Nimm schlechte Nachrichten und Prognosen mit Vorsicht zur Kenntnis

Die Nachrichten lieben den Skandal. In den Finanzmedien sind Schlagzeilen und Klicks oft von Angst und Gier getrieben. Eine Rezession ist daher fast immer gut für Angst-Klicks, und in der Regel gibt es einen Datenpunkt, der als Grundlage für die Erwartung kommenden Unheils dienen kann. Wie das Wetter ist auch eine schlechte Wirtschaftsprognose eine Nachricht wert. Sie ist ein Aufruf zum Handeln: Verkaufe deine Aktien, spare dein Geld, mach einen Plan für schwere Zeiten. Eine gute Wirtschaftsprognose ist in der Regel nur der Status quo – also nicht berichtenswert. „Weiter so“ ist nicht der Rat, den man hören will, aber meistens der, den man braucht.

3. Die Geschichte wiederholt sich nicht immer

Viele Ökonomen haben einfach deswegen eine Rezession vorhergesagt, weil die wirtschaftliche Expansion schon so lange dauert. Aber jeder Konjunkturzyklus ist einzigartig, und dieser begann in den Tiefen der schlimmsten Finanzkrise seit 80 Jahren, was ihm wahrscheinlich mehr Spielraum für den Aufschwung gibt, besonders in Bereichen wie dem Wohnungsmarkt. Eine weitere Rezession wird zwar mit ziemlicher Sicherheit eines Tages eintreten, aber das ist kein Naturgesetz. In Australien zum Beispiel expandiert die Wirtschaft seit 28 Jahren in Folge, was die Ökonomen vor ein Rätsel stellt.

Hier in den USA hat eine niedrige Inflationsrate die Ökonomen immer wieder verwirrt, und die Inflation neigt dazu, als Zeichen einer Überhitzung der Wirtschaft vor einer Rezession zu steigen.

Die guten Nachrichten

Es ist einfach unwahrscheinlich, dass sich der Aktienmarkt in den 2020er Jahren wieder verdreifachen wird. Aber wenn es doch zu einer Rezession kommt, wird sie wahrscheinlich nicht so schlimm sein wie die Finanzkrise, die so viele traumatisiert hat. Eine Rezession, definiert als zwei Quartale negatives Wachstum in Folge, ist manchmal so mild, dass Ökonomen erst hinterher wissen, dass sie stattgefunden hat. Die Rezession Anfang der 1990er Jahre beispielsweise dauerte nur acht Monate, und der S&P 500 holte seine Verluste, die vom Höchststand bis zum Tiefpunkt etwa 25 % betrugen, in weniger als acht Monaten wieder auf – bevor die Rezession überhaupt beendet war.

Die Lektion aus den 2010er Jahren scheint also zu sein, dass es sich lohnt, auf die Möglichkeit einer Rezession zu achten, aber die Anlagestrategie nicht zu ändern. Auf lange Sicht hat der S&P 500 jährlich 9 % zurückgelegt, und das schließt Rezessionen und andere finanzielle Schocks ein. Die letzten zehn Jahre haben uns daran erinnert, warum es auf lange Sicht immer besser war, im Markt zu bleiben, als Bargeld zu halten.

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Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 19.12.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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