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ING Group oder Bank of America? Auf welchen Finanzwert ich im Moment eher setzen würde

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Wie unsere deutschen Finanzinstitute hatten auch die internationalen Banken stark unter der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 zu leiden. Doch während sich mit der Deutschen Bank (WKN: 51400) und der Commerzbank (WKN: CBK100) unsere beiden bekanntesten Geldhäuser bis heute nicht so richtig von dem damaligen Schock erholt haben, sieht es da bei vielen ausländischen Instituten wesentlich besser aus.

Und so ist es auch kein Wunder, dass viele Investoren deutsche Banken links liegen lassen und sich statt dessen auf internationalem Terrain auf die Suche nach attraktiven Finanzwerten machen. Auch wir beschäftigen uns deshalb heute mit zwei interessanten Aktien aus dem Finanzbereich und versuchen herauszufinden, welche für Anleger derzeit die interessantere Idee sein könnte.

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ING Group

Die niederländische ING Group (WKN: A2ANV3) ist ein Allfinanz-Dienstleister, der seine breite Palette an Bank- und Kapitalmarktprodukten in über 40 Ländern anbietet. Der Großteil der Kunden lebt allerdings in Europa. Die deutsche Tochter war hierzulande lange Zeit als ING-DiBa bekannt. Aber heute nennt sie sich nur noch schlicht und ergreifend ING.

Von den Folgen der Finanzkrise hat sich die ING Group schon lange erholt und bietet den Investoren jetzt wieder langfristige Wachstumschancen. Erst unlängst hatte man angekündigt, schon im nächsten Jahr die Marke von 10 Mio. Kunden erreichen zu wollen.

Die Aktie der ING Group hat im Jahresverlauf zwar einige schwächere Phasen erlebt, konnte sich aber ab September wieder deutlich erholen. Mittlerweile notiert sie mit 10,85 Euro (16.12.2019) sogar gut 16 % höher als noch zu Jahresbeginn.

Auch hat sich das Unternehmen wieder zu einem interessanten Dividendenwert gemausert. Schaut man sich hier die Zahlen der letzten Jahre an, stellt man fest, dass die Ausschüttung seit 2016 sogar jedes Jahr ein klein wenig angehoben wurde. Legt man die in den letzten zwölf Monaten gezahlte Dividende von 0,68 Euro je Aktie zugrunde, bekommen Investoren bei der ING Group aktuell eine Ausschüttungsrendite von 6,27 % geboten.

Trotz ihrer guten Wachstumsaussichten wird die ING Group nur mit einem recht niedrigen KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 8 bewertet. Sollte sich die Unternehmensentwicklung in den nächsten Monaten weiterhin positiv gestalten, könnte also mit weiteren nachhaltigen Impulsen beim Aktienkurs gerechnet werden.

Bank of America

Der amerikanische Finanzkonzern Bank of America (WKN: 858388) ist eines der führenden Bank-Holding-Unternehmen in den USA. Und auch eines der ältesten, denn die Ursprünge der Bank gehen auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurück.

Heute beschäftigt die Bank of America über 200.000 Mitarbeiter, die im letzten Jahr einen Umsatz von 91,25 Mrd. US-Dollar erwirtschafteten. Man kann also auch hier erkennen, dass sich das Finanzinstitut sehr gut von der damaligen Finanzkrise erholt hat.

Und auch der Aktienkurs des Unternehmens schwingt sich langsam wieder zu alten Höhen auf. Allein seit Anfang dieses Jahres ist der Kurs um fast 46 % angestiegen. Die Aktie der Bank of America notiert aktuell mit 34,70 US-Dollar (16.12.2019) , aber immer noch knapp 37 % unter ihrem Allzeithoch, welches sie am 16.11.2006 mit 54,94 US-Dollar markierte.

Auch in Sachen Dividende beginnt die Bank of America sich in kleinen Schritten wieder interessanter zu machen. Erst im Juli hatte man die Quartalsdividende um 20 % auf den aktuellen Wert von 0,18 US-Dollar je Aktie angehoben. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden so 0,72 US-Dollar an die Aktionäre ausgezahlt, was beim derzeitigen Aktienkurs einer aktuellen Dividendenrendite von 2,07 % entspricht.

Dank einer boomenden US-Wirtschaft befindet sich die Bank of America weiter im Aufwind und kann zum Beispiel von einem starken Kreditwachstum im Privatkundengeschäft deutlich profitieren. Auch Warren Buffett sieht wohl eine positive Entwicklung des Unternehmens voraus und so hat seine Investmentholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) dieses Jahr mit weiteren Zukäufen ihre Position am US-Geldhaus ausgebaut.

Die Bank of America wird trotz ihrer guten Zukunftsaussichten nur mit einem recht moderaten KGV von 13 bewertet. Und das bedeutet für die Aktie, dass bei einem weiter anhaltenden guten Geschäftsverlauf die Chance besteht, noch näher an die alten Höchstkurse heranzukommen und an alte Erfolge anzuknüpfen.

Fazit

Beide Aktien bestechen im Moment durch eine gute Entwicklung und die ING Group lockt sogar mit einer Dividendenrendite von über 6 %. Doch für mich kommt die Bank of America derzeit frischer daher und sollte die Dividende weiter so stark angehoben werden, sind auch hier natürlich in Zukunft höhere Dividendenzahlungen zu erwarten. Mich begeistert derzeit also eher die Aktie der Bank of America, denn hier erscheint die Möglichkeit verlockend, dass sie vielleicht schon bald ihr altes Allzeithoch aus dem Jahr 2006 übertreffen könnte.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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