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VARTA wirkt teuer, aber diese 3 Trümpfe sind noch gar nicht ausgespielt

Quelle: VARTA Microbattery GmbH

Von einer eher langweiligen Hörgerätebatterie-Aktie hat sich VARTA (WKN: A0TGJ5) zu einem der heißesten Titel in der deutschen Börsenlandschaft gemausert. Der zukünftige MDAX-Konzern hat in der Spitze einen Wert von 5 Mrd. Euro erreicht und manch einer hält das für völlig übertrieben. Ist hier also nur Hype und Euphorie im Spiel? Auf den ersten Blick sieht es so aus, aber möglicherweise kann VARTA die exorbitante Bewertung rechtfertigen, denn sie hat drei starke Argumente in der Hinterhand.

Trumpf Nr. 1: Die turbostarke Hybridbatterie

2013 hat sich eine Spätzle-Connection gebildet, um eine revolutionäre Batterie zu entwickeln. An der Seite des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung sowie weiteren hochkarätigen Partnern aus Industrie und Wissenschaft forscht VARTA seither daran, eine Technologie zur Marktreife zu führen, die verspricht, eines der größten Hindernisse der Elektromobilität zu lösen: die lange Ladezeit.

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Bis 2018 wollte man so weit sein, die rasend schnelle Aufladeleistung von Superkondensatoren mit der Energiedichte und geringen Selbstentladung einer Lithium-Ionen-Batterie zu verbinden – und das alles noch bei zusätzlicher Langlebigkeit. Wie so oft, ist der Sprung vom Labor in die Großserie jedoch schwieriger, als zunächst angenommen. Folglich stehen Investitionen in entsprechende Fertigungslinien bisher noch aus.

Wie groß das Interesse an diesem neuartigen Energiespeicher ist, zeigt jedoch die Mitwirkung der schwäbischen Autobauer Porsche und Daimler (WKN: 710000). Sie versprechen sich auch noch einen weiteren Vorteil, nämlich eine signifikante Steigerung der Rekuperation, wenn der Elektromotor bremst. Das könnte eine Menge zusätzliche Kilometer Reichweite ausmachen. Der VARTA-Chef Herbert Schein frohlockt bereits mit möglichen Milliardenumsätzen für die so genannten PowerCaps.

Trumpf Nr. 2: Die staatlich geförderte Megafactory

Damit diese hereingespielt werden können, muss dringend in große Fertigungskapazitäten investiert werden. Da trifft es sich gut, dass VARTA Teil eines Konsortiums aus sieben EU-Ländern ist, das mit Fördergeldern in Höhe von 3,2 Mrd. Euro rechnen kann, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde. An mehreren Standorten in Europa werden nun Batteriezellfabriken entstehen und die Chancen stehen gut, dass VARTA in einem davon die Hauptrolle spielen wird. Kapitalkräftige Konzerne wie BASF (WKN: BASF11) und BMW (WKN: 519000) sind ebenfalls dabei.

Ob VARTA bereits im ersten Schritt auf die vorgenannte PowerCaps-Technologie setzen wird, weiß ich nicht, aber sicher ist aus meiner Sicht, dass das Unternehmen keine zweitklassigen Produkte fertigen wird. Schließlich sind die kleinen aufladbaren Lithium-Knopfzellen („CoinPower“), die aktuell für Furore sorgen, überragend im Wettbewerb positioniert. Man wird also alles daran setzen, diesen Erfolg auch auf die Traktionsbatteriezellen zu übertragen.

Wenn es gelingt, dann steht VARTA vor einem weiteren Umsatzsprung. Gerade die deutschen Oberklasseautohersteller werden sich nach den besten Energiespeichern die Finger lecken, selbst wenn sie etwas teurer zu stehen kommen.

Trumpf Nr. 3: Die Sache mit der Referenzelektrode

Abgesehen von den PowerCaps hat VARTA noch eine weitere Innovation im Köcher, mit der sie sich vom Wettbewerb deutlich differenzieren kann. Die frühere Annahme, dass Batteriezellen reine Standardware sei, bei der nur der Preis zählt, gerät immer mehr ins Wanken.

Lange sah es so aus, als ob sich aus der vor über zehn Jahren gestarteten Forschungskooperation mit Volkswagen (WKN: 766403) nichts Konkretes ergeben hätte. Tatsächlich profitierte jedoch bereits die Entwicklung der CoinPower-Zellen entscheidend davon. Daneben wurde 2018 ein Patent eingereicht, das ebenfalls auf diese Partnerschaft zurückgeht. Dabei geht es um Lithium-Ionen-Zellen für Kraftfahrzeuge, die mit einer sogenannten Referenzelektrode zum Bestimmen eines Spannungspotenzials versehen sind.

Das hört sich kompliziert an, aber im Wesentlichen geht es darum, den Lade- und Alterungszustand exakt messen zu können. Für Autobauer ist das wertvoll, weil die Batteriepflege so erleichtert wird. Bisher war dies eher schlecht als recht möglich. Durch die Verwendung von Lithiumtitanat-Pulver soll nun eine deutlich bessere Langlebigkeit sichergestellt werden. Ein effizientes Fertigungsverfahren wurde ebenfalls bereits entwickelt, sodass wirtschaftliche Erwägungen einem Einsatz der Erfindung nicht entgegenstehen sollten.

Was sticht?

Ein 5 Mrd. Euro schwerer Konzern kann nicht allein mit kleinen Knopfzellen unter Dampf gehalten werden. Wenn die große Ernüchterung ausbleiben soll, dann müssen die hier genannten Trümpfe stechen – am besten alle drei. Das würde bedeuten, dass schon bald der erste Spatenstich für eine neue Fabrik erfolgt, sodass zeitnah die ersten Superbatteriezellen gefertigt werden können.

Wenn diese halten, was sie versprechen, dann sind Milliardenumsätze nur noch eine Frage der Zeit. Dass der bereits stark erhöhte Aktienkurs dann noch weiteres Potenzial nach oben hätte, versteht sich von selbst. Zu lange warten sollten die Beteiligten damit jedoch nicht, denn die Konkurrenz schläft nicht.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW, 

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