The Motley Fool

Welcher Anlegertyp bist du? Diversifiziert oder konzentriert? Überzeugt oder gelassen?

Die Frage, wie viele Aktien man idealerweise in seinem persönlichen Portfolio ansammeln soll, beschäftigt sicherlich jeden aktiven Investor von Zeit zu Zeit. Sollte man eher ein konzentriertes Aktiendepot aufbauen oder sehr stark diversifizieren?

Eine einfache und immer richtige Antwort gibt es auf diese Frage leider nicht. Vielmehr kommt es darauf an, welcher Typ man ist. Ist man eher überzegt von sich und seinen Analysefähigkeiten und liebt es, alles bis ins letzte Detail verstehen zu wollen, dann ist ein konzentriertes Portolio wahrscheinlich das richtige. Ist man ein Stück weit gelassener, dann ist ein stark diversifiziertes Portfolio vielleicht eher das richtige.

Das Schöne daran, egal welcher Typ man selbst ist, beide Wege können langfristig erfolgreich sein.

Ein konzentriertes Portfolio erfordert sehr viel Arbeit und noch mehr Überzeugung

Der Grundgedanke hinter einem sehr stark konzentrierten Portfolio ist leicht zu verstehen. Man kann sich sehr viel intensiver mit einem Unternehmen und einer Aktie beschäftigen. Genau das soll die Chancen erhöhen, zwar eher weniger, dafür aber deutlich öfter – im besten Falle sogar immer – die richtigen Aktien auszuwählen. Ein konzentriertes Depot erfordert es nämlich, deutlich weniger Fehler zu machen. Wenn ein einzelner Depotwert 20 % oder mehr deines gesamten Vermögens ausmacht, dann kann ein einziger Fehler deiner finanziellen Zukunft empfindlich schaden.

Ein wahrscheinlich erfolgreicher Investor – zumindest erlangte er eine bescheidende öffentliche Aufmerksamkeit – mit einem wahrscheinlich sehr konzentrierten Portfolio eröffnete kürzlich ein interessantes Konzept hierzu. Bevor es eine Aktie in sein Portfolio schafft, stellt er sicher, zu dem einen Prozent der außenstehenden Beobachter und Investoren zu zählen, die das Unternehmen am besten verstehen. Um eben zu vermeiden, bei einem konzentrierten Portfolio einen empfindlichen Fehler zu begehen.

Das ist natürlich ein sehr radikales Vorgehen, das für private Investoren mit begrenzten Ressourcen vielleicht ganz und gar unmöglich ist. Denn dafür reicht es nicht, quartalsweise fleißig die Ergebnisberichte zu studieren und die Ad-hoc-Meldungen zu abonnieren. Aber selbst dieses radikale Vorgehen bewahrt einen nicht davor, falsche Entscheidungen zu treffen. Denn die Realität ist meist deutlich chaotischer und unberechenbarer, als wie wir sie uns vom heimischen Wohnzimmer aus ausmalen können.

Genau das lässt mich persönlich eher zu einem diversifizierten Portfolio tendieren. Wobei ich sehr gut verstehe, dass das sicherlich nicht jedermanns Sache ist.

Ein diversifiziertes Portfolio erfordert etwas mehr Gelassenheit

Will man sein Aktienportfolio auf bis zu 30 unterschiedliche Unternehmen oder gar noch mehr streuen, ist es wohl ein aussichtsloses Unterfangen, zu dem einen Prozent der außenstehenden Beobachter und Investoren zu zählen, die das Unternehmen am besten verstehen. Daher benötigt man für ein diversifiziertes Aktienportfolio sehr viel mehr Gelassenheit. Die Gelassenheit zu akzeptieren, nicht alles wissen zu können.

Man kann schlicht und einfach nicht alle Unternehmen derart eng verfolgen, wie man es tun müsste, wenn man ein sehr konzentriertes Portfolio führt. Das zu akzeptieren und die Kontrolle abzugeben, fällt vielen verständlicherweise schwer. Dafür fallen bei einem stark diversifiziertem Portfolio einzelne Fehler nicht so stark ins Gewicht.

Das heißt aber natürlich nicht, dass man sich keine Mühe machen muss, zumindest die grundlegenden Dinge über das Unternehmen zu verstehen. Darunter fällt für mich zuallererst die Frage, wie groß die Chancen stehen, dass das Unternehmen in fünf, zehn oder noch mehr Jahren eine größere Relevanz besitzt als heute.

Auch diese Frage kann man natürlich nie mit absoluter Sicherheit beantworten. Ein ausreichend diversifiziertes Aktiendepot schenkt uns allerdings den Luxus, nicht bei jeder Depotposition richtig liegen zu müssen.

Aber bringt man es nicht nur mit einem konzentrierten Vorgehen zu großem Reichtum?

Ein oft gehörtes Argument für ein sehr konzentriertes Portfolio ist der Verweis auf die reichsten Menschen der Welt. Die meist mit einem sehr konzentrierten Anlagestil so unfassbar reich wurden. Das mag zwar sein, ignoriert aber die unzähligen Verlierer, die falsche Entscheidungen getroffen haben und aufgrund einer zu großen Konzentration an diesen Fehlern finanziell zugrunde gingen.

Auch wenn es gefährlich ist, aufgrund eines Bauchgefühls eine Schlussfolgerung zu ziehen, will ich genau das heute einmal wagen. Ich behaupte nämlich, auch wenn in den Zeitungen die Geschichten über die wenigen Superreichen mit sehr konzentrierten Ansätzen überwiegen, es viel mehr Geschichten zu erzählen gibt, in denen es jemand mit einem stark diversifizierten Aktienportfolio zu bescheidenem Wohlstand und einem zumindest finanziell sehr angenehmen Leben gebracht hat.

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