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Daimler-Aktie: Renditekiller Elektroauto?

Foto: Daimler

Daimler (WKN:710000) hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Der Konzern hat über die letzten zehn Jahre, die Zeit seit Ende des letzten brutalen Abschwungs, daran gefeilt, die Produktpalette auf große, profitable SUVs zu trimmen.
Über die Jahre sind unzählige neue Modelle hinzugekommen, die größtenteils im hochpreisigen Segment angesiedelt sind. Gleichzeitig hat sich der chinesische Markt zum wichtigsten für die deutschen Automobilhersteller im Allgemeinen gewandelt. Ursache dafür war das über lange Jahre gigantische Wachstum des Gesamtmarktes, angefacht durch steigende Einkommen im Reich der Mitte. Das hat zwar über Jahre den Gewinn angeheizt, aber auch dazu geführt, dass man nun heftig nacharbeiten muss, was die CO2-Emissionen angeht.

Elektrofahrzeuge sind Mangelware

Denn auf dem Weg hat man die Entwicklung von Elektroautos sträflich vernachlässigt. Statt Elektrofahrzeuge nach den Ansprüchen der Kunden zu entwickeln, hat man es vorgezogen, den einfachen Weg zu gehen und bestehende Fahrzeuge mit einem Elektroantrieb auszustatten, was dazu geführt hat, dass die Reichweiten alles andere als zufriedenstellend ausgefallen sind. Damit hat man dem Konkurrenten Tesla (WKN: A1CX3T) einen jahrelangen Vorsprung gewährt und zugesehen, wie dessen Absatzzahlen Jahr für Jahr stiegen. Inzwischen ist es schon so weit gekommen, dass Tesla an der Börse zeitweise höher bewertet ist als der deutlich größere Daimler-Konzern. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Dynamik der Konzerne. Stagnation auf der einen Seite, gigantisches Absatzwachstum auf der anderen.

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Dabei war gerade Daimler für das Überleben Teslas in dessen dunkelster Stunde entscheidend. Anfang 2009 hat eine Investition in den kleinen Konkurrenten und eine im gleichen Zuge vereinbarte Kooperation zur Einführung des ersten elektrisch angetriebenen Smart geführt und Tesla neben einer damals dringend benötigten Kapitalspritze ein hochprofitables Nebengeschäft beschert.

Einige Jahre später wurde die Beteiligung an Tesla allerdings mit hohem Gewinn verkauft und die Kooperation eingestellt, womit die eigenen Elektrofahrzeuge seit dieser Zeit bis vor Kurzem auch kaum nennenswerte Entwicklungen durchlebt haben. Heute wünschen sich sicherlich einige Leute im Konzern, man hätte Tesla komplett übernommen, als es noch möglich war.

Millionenstrafen für CO2-Grenzwerte drohen

Dass in der EU ab 2021 ein Grenzwert für CO2-Emissionen je Kilometer gelten wird, hat man dabei offenbar auch vollkommen außer Acht gelassen und vermutlich darauf gehofft, die Politik überzeugen zu können, die Regeln zu lockern. Die Konsequenzen daraus dürften die Aktionäre des Konzerns bald zu spüren bekommen. Denn momentan ist Daimler noch meilenweit vom Erreichen dieser Grenzwerte entfernt, was bedeutet, dass auf den Konzern Strafen in Millionenhöhe pro Jahr zukommen dürften.

Das alles kommt zu einer Zeit, in der der chinesische Fahrzeugabsatz sinkt, was das Wachstum zum Erliegen gebracht hat. Doch ohne Wachstum ist es kaum möglich, die hohen Kosten für die Entwicklung von Elektroautos im Rahmen zu halten. Das drückt sich bereits deutlich in der Bilanz aus. Im ersten Halbjahr gab es zwar noch einen Gewinn, doch der Cashflow, der ausdrückt, wie viel Geld auf den Konzernkonten landet, ist tiefrot. Genauer gesagt haben innerhalb von neun Monaten mehr als 3 Mrd. Euro den Konzern verlassen, da die Investitionen höher lagen als die Einnahmen und knapp 3,5 Mrd. Euro an Dividenden ausgezahlt wurden!

Dass Daimler dringend Elektrofahrzeuge benötigt, liegt auf der Hand. Da die Kosten für die Produktanläufe hoch sind, dürfte das Ergebnis in den nächsten Jahren gleich doppelt belastet werden. Strafzahlungen und die Kosten für Produktanläufe werden aus meiner Sicht die Gewinne stark unter Druck setzen und die Bilanz schwächen.

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Dennis Zeipert besitzt Tesla-Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. 

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