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Daimler und BMW schlagen sich verdammt gut im Vergleich zu Sixt

Es hätte einen gewundert, wenn Sixt (WKN: 723132) nicht offensiv den Start von YourNow, dem Mobilitäts-Gemeinschaftsunternehmen von BMW (WKN: 519000) und Daimler (WKN: 710000), gekontert hätte. Firmenpatriarch Erich Sixt übernahm diesen Part und erklärte den Start der Konkurrenz-App Sixt One selbstbewusst zu einem guten Tag für sein eigenes Unternehmen und einem schlechten für alle Mitbewerber. Derzeit scheint sich diese Prognose aber nicht zu bewahrheiten. Zwar liefert Sixt starke Zahlen, BMW und Daimler toppen diese aber noch.

Sixt lässt sich das Umsatzwachstum einiges kosten

Schauen wir für den Vergleich mit YourNow auf das Sixt-Segment Mobility und lassen das Segment Leasing außen vor, dann sehen wir in den ersten neun Monaten einen Umsatzsprung von 17,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf  1,9 Mrd. Euro. Dieses starke Wachstum wurde aber scheinbar teuer eingekauft. Denn die operative Umsatzrendite in diesem Segment verschlechterte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 13,7 %, sodass nach dem dritten Quartal im Jahresvergleich ein Gewinnrückgang von 1,1 % gemeldet werden musste.

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Als Begründung für die eher maue Ergebnisentwicklung wurden Investitionen in die Fahrzeugflotte und Aufwendungen für die Digitalisierung der Geschäftsprozesse genannt. Ersteres zeigte sich im durchschnittlichen Fahrzeugbestand, der in den ersten neun Monaten um beinahe 20.000 Fahrzeuge erhöht wurde und nun über 150.000 Fahrzeuge umfasst.

Auch Sixt ONE, die voller Vorfreude angekündigte integrierte Mobilitätsplattform mit Car Sharing und Taxivermittlung, erwähnte das Unternehmen in der Quartalsmitteilung positiv. Seit Februar zählte man mehr als eine Million Downloads. Damit soll dieses neue Geschäft einer der Wachstumstreiber der letzten Monate gewesen sein. Das war es aber auch schon mit Informationen zu Sixt One. Schauen wir also, wie sich die Mobilitätsserivces von BMW und Daimler geschlagen haben.

BMW und Daimler müssen sich vor Sixt nicht verstecken

Blickt man auf die Zahlen der letzten drei Quartale, dann schlagen sich Daimler und BMW mit YourNow sehr ansehnlich — zumindest im Vergleich zu Sixt!

Am auffälligsten ist dabei das deutlich schnellere Kundenwachstum. Waren es über alle YourNow-Services hinweg zum Ende des ersten Quartals noch mehr als 66 Millionen Kunden, meldete man zum Ende des dritten Quartals bereits mehr als 83 Millionen Kunden. Besonders die Taxivermittlung FreeNow wächst dabei rasant und steigerte die Anzahl der Kunden von März bis September von 24 auf 35 Millionen. Das lässt die eine Million Downloads der Sixt-One-App eher mau erscheinen.

Die zentrale Finanzkennziffer, die sowohl Daimler als auch BMW über ihr Gemeinschaftsunternehmen veröffentlichen, ist der Gross Merchandise Value, kurz GMV. Das ist nicht der Umsatz, den das Gemeinschaftsunternehmen derzeit erzielt, sondern die auf Jahresbasis hochgerechneten Transaktionen über alle Services hinweg – Car Sharing, Taxivermittlung, ÖPNV-Tickets, Parkgebühren und Ladeentgelte.

Dieser Wert stand zum Ende des dritten Quartals bei 3,5 Mrd. Euro und damit 300 Mio. Euro höher als noch zum Ende des ersten Quartals. Da derzeit leider keine Vorjahreswerte vorliegen, müssen wir uns damit behelfen, auf Basis dieser Zahlen ein mögliches Wachstum im Jahresvergleich zu ermitteln.

Wenn es YourNow aber in den nächsten sechs Monaten schaffen sollte, um weitere 300 Mio. Euro beim GMV zu wachsen, ergäbe das ein Wachstum im Jahresvergleich von 18,6 %. Auch wenn wir heute nicht wissen können, ob von diesem GMV ein immer größerer Anteil als Umsatz bei YourNow hängen bleibt oder ein eher immer geringerer Anteil, zeigt die absolute Zahl auch hier, dass sich BMW und Daimler vor Sixt derzeit nicht verstecken müssen.

Das alles macht die Sixt-Aktie nicht zum schlechteren Investment

Das alles macht natürlich die Sixt-Aktie noch längst nicht zu einem schlechteren Investment im Vergleich zur BMW- oder Daimler-Aktie.

Erstens sind die heutigen Umsätze von YourNow nur ein Minitropfen im Vergleich zu den Milliardenumsätzen der beiden Autobauer beim Verkauf von Fahrzeugen. Zweitens sind die Mobilitätsservice-Marktchancen bei Sixt im Vergleich zur heutigen Marktkapitalisierung deutlich lukrativer als bei Daimler und auch BMW. Drittens wissen wir heute noch nicht, wie sich die angekündigte Investitionszurückhaltung bei BMW und Daimler auf die Wachstumsdynamik bei YourNow auswirken wird.

Lassen wir uns also überraschen, ob sich die Drohung von Erich Sixt am Ende tatsächlich bewahrheiten wird. Oder ob YourNow langfristig tatsächlich das bessere Mobilitätsangebot anbieten kann.

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