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Obacht, Gazprom-Investoren! Bedroht diese Klage jetzt die weiteren Aussichten?!

Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) konnte in den vergangenen Wochen wieder ein wenig Boden gutmachen. Insbesondere durch die Genehmigung Dänemarks, wonach die umstrittene Pipeline Nord Stream 2 nun doch durch dänische Gewässer verlaufen kann, kam wieder Fantasie in die Aktie zurück. Sowie die Aussicht, dass dieses Projekt noch in diesem Jahr fertiggestellt werden kann.

Nun scheint es jedenfalls ein wenig Widerstand gegen den russischen Erdgasriesen zu geben. Nicht unbedingt direkt gegen die Pipeline, sondern vornehmlich gegen den Konzern selbst. Wobei auch die Pipeline hierbei eine wichtige Rolle spielen könnte.

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Doch bevor wir hier weiter um den heißen Brei reden, machen wir lieber Nägel mit Köpfen und schauen einmal, was Investoren von dieser neuen Wendung halten sollten.

Eine Klage gegen Gazprom

Genau genommen regt sich nicht bloß Widerstand gegen Gazprom, sondern es wurde sogar eine Klage gegen den russischen Erdgaskonzern eingereicht. Der ukrainische Erdgasversorger Naftogaz hat nun nämlich vor einem Schiedsgericht in Stockholm eine solche eingereicht und pocht auf eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar. Definitiv kein Zuckerschlecken, allerdings sollten wir hier ein wenig weiter ausholen.

Naftogaz dürfte nämlich derzeit insbesondere deshalb mit den Säbeln rasseln, weil es sich durch die Nord-Stream-2-Pipeline bedroht fühlt. Bislang wird ein Teil des Erdgases an Europa schließlich durch das Transitland Ukraine und durch die Pipelines dieses Konkurrenten geschleust. Durch die neue Pipeline Nord Stream 2 könnte diese Notwendigkeit möglicherweise künftig entfallen, was natürlich erhebliche Auswirkungen auf Naftogaz haben könnte.

Formal gesehen dreht sich die Klage zwar um angeblich nicht geliefertes Erdgas im Zeitraum zwischen März und Dezember des Vorjahres. Allerdings bekommt die aktuelle Klage nun doch ein Geschmäckle, insbesondere wenn wir uns den Zeitraum des Einreichens dieser Klage ein wenig genauer ansehen.

Müssen Investoren sich hier nun sorgen?

Die aktuellen Wendungen scheinen daher eher eine Kuriosität im Kontext der aktuellen Verhandlungen zu sein. Gazprom und Naftogaz pokern derzeit schließlich insgesamt über neue Rahmenbedingungen ab dem kommenden Börsenjahr 2020, wobei die Ukrainer möglicherweise mit dem Rücken zur Wand stehen, da der russische Konzern nun über eine deutlich bessere Verhandlungsposition verfügt als die Ukrainer.

Durch die Klage könnte noch etwas mehr Verhandlungsmasse in diesen Poker kommen, zumal der Chef von Naftogaz erklärt hat, dass man bereit sei, die Klage fallen zu lassen, sofern Gazprom sich auf einen günstigen Vertrag einige. Nenn mich verrückt, aber das klingt für mich nach einer reinen Verzweiflungstat.

Ich vermute daher, dass Investoren sich hier daher nicht sonderlich stark zu fürchten brauchen, was diese neue Wendung angeht. Selbst wenn einzelne Lieferungen nicht getätigt worden sind im Zeitraum zwischen März und Dezember 2018, dürften die kolportierten 12 Mrd. US-Dollar doch deutlich über das Ziel hinausschießen, zumal hier weitere Unstimmigkeiten bezüglich der Vorwürfe zu existieren scheinen.

Fokus auf das Wesentliche!

Investoren dieser noch immer preiswerten und dividendenstarken Value-Chance dürften daher weiterhin gut beraten sein, sich auf die Chancen und Stärken dieser spannenden und aussichtsreichen Aktie zu konzentrieren. Mit der Erlaubnis Dänemarks hat sich zudem ein weiteres Problem in Luft aufgelöst und für die Fertigstellung eines wichtigen Großprojekts hat es nun grünes Licht gegeben.

Auch für die Verhandlungen mit Naftogaz dürfte dieses Projekt daher wichtig sein, zumal die Abhängigkeit der Ukrainer weiter schwindet. Langfristig ist Gazprom daher auf einem guten Wege, hier entweder einen guten Deal zu bekommen oder die Leistungen durch die neue Unabhängigkeit nicht mehr zu benötigen. Definitiv ein positiver Nebeneffekt dieser Nord-Stream-2-Wendung.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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