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Pleite einer Modekette: Müssen Inditex und H&M sich sorgen?

Foto: Getty Images

Die Pleitewelle scheint derzeit weiter im Rollen zu sein. Nachdem erst vor wenigen Tagen die Insolvenz von Thomas Cook die Märkte, Investoren und gewiss auch einige Konkurrenten bewegte, gibt es nun einen weiteren Pleitegeier. Allerdings in einem anderen Bereich.

Mit Forever 21 ist nun nämlich ein Unternehmen aus dem Modebereich in die Insolvenz geschlittert, was möglicherweise ein starker Fingerzeig für das gesamte Marktumfeld sein könnte.

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Werfen wir in diesem Sinne einen Blick auf die Belastungsfaktoren der Modebranche und schauen einmal, ob sich auch Unternehmen wie H&M (WKN: 872318) oder die Zara-Mutter Inditex (WKN: A11873) über kurz oder lang Sorgen machen müssen.

Das Bedrohungsfeld Nr. 1: Der E-Commerce

Ein erster wichtiger Grund, der möglicherweise auf die Gemütslage aller Modehändler drückt, ist zunächst der E-Commerce. Viele etablierte Marken und Händler haben alleine aufgrund ihrer langjährigen Unternehmenshistorien bislang einen anderen Weg als die Online-Variante präferiert, nämlich den stationären Einzelhandel.

Auch dieser dürfte daher unterm Strich seinen Anteil an der Pleite von Forever 21 besitzen, auch wenn das möglicherweise nicht alleine der ausschlaggebende Grund gewesen ist. Allerdings werden natürlich auch andere Marken und Unternehmen von diesen sich verändernden Marktbedingungen bedroht.

Zwar versuchen die etablierten Marken allesamt, mithilfe eigener E-Commerce-Lösungen einen Fuß in diese Tür zu bekommen. Allerdings bieten die Marktführer, unter ihnen natürlich auch Zalando (WKN: ZAL111), häufiger mehr Auswahl, schnellere Lieferungen und besseren Service an. Das kann insbesondere in der Welt des digitalen Handels einen bedeutenden Unterschied ausmachen.

Der E-Commerce könnte daher grundsätzlich auch bei anderen Unternehmen aus diesem Segment weiter für schwierige Zeiten sorgen. Möglicherweise bleibt Forever 21 hier nicht der einzige Leidtragende.

Bedrohungsfeld Nr. 2: Der Preiskampf

Eine weitere Bedrohung, die jedoch vornehmlich H&M treffen könnte, ist außerdem der zunehmende Preiskampf. Speziell im eher mittelklassigen Bereich (möglicherweise auch eher in der unteren Mittelklasse) ist mit neuen, aufstrebenden und noch günstigeren Anbietern wie Primark inzwischen reichlich Druck in den Markt gekommen. Dieser Druck könnte für alle Beteiligten eine Lose-Lose-Situation darstellen.

Auch Primark habe derzeit nämlich ebenfalls Probleme, seinen Wachstumskurs aufrecht zu erhalten. Weiteres Wachstum sei lediglich durch Neueröffnungen möglich. Das ist vielleicht auch eine Auswirkung des regelrechten Preiskampfes im hart umkämpften niedrig- bis mittelpreisigen Modemarkt. Diese Probleme könnten auch auf andere Bereiche übergreifen.

H&M könnte hierbei möglicherweise stärker betroffen sein als Inditex. Seit einiger Zeit spekuliere ich bereits darüber, dass die schwedische Modekette in ihrer eher mittelpreisigen Nische von unten die Konkurrenz spürt und den Anschluss nach oben nicht so recht schaffen kann. Möglicherweise haben die Spanier hier noch einen Vorteil.

Nichtsdestoweniger muss diese Belastung nicht bloß im mittleren bis unteren Bereich bleiben. Vielleicht wird sich der Preisdruck auch künftig in anderen Segmenten abspielen, wenn neue oder wachsende Anbieter auch diese Bereiche aufrollen wollen. Jedenfalls scheint auch das hier die weiteren Aussichten zu belasten.

Forever 21 als Mahnmal?

Auch wenn einige Modeunternehmen wie zuletzt H&M daher durchaus mit soliden und wieder wachsenden Zahlen auftrumpfen können, sollte die Pleite von Forever 21 hier vielleicht ein Mahnmal sein. Die Modebranche steht sowohl von innen als auch von außen vor größeren Bedrohungen, speziell der E-Commerce scheint hier vieles aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Von seiner existenziellen Bedrohung sind sowohl Inditex als auch H&M zwar noch weit entfernt. Es kann jedoch absolut nicht schaden, die weiteren Entwicklungen im Auge zu behalten und ein wenig Vorsicht walten zu lassen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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