The Motley Fool

Rendite voraus! Erhöhe deinen Anlageerfolg, indem du den Home Bias ausschaltest

Dass in Deutschland die Aktienkultur nicht sonderlich stark ausgeprägt ist, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Und diejenigen, die doch den Weg an die Börse gefunden haben, beschränken sich zumeist auf Aktien deutscher Unternehmen. Nach Berechnungen der Deutschen Bank liegt der Anteil an deutschen Aktien in einem durchschnittlichen deutschen Anlegerdepot bei mehr als 50 %. Die Aktien der Deutschen Telekom (WKN: 555750) und von Daimler (WKN: 710000) liegen dabei mit Abstand in den meisten deutschen Depots.

Wenn man nun bedenkt, dass deutsche Unternehmen nur rund 3 % zur globalen Marktkapitalisierung beitragen, dann erkennt man hier eine deutliche Übergewichtung in den Aktiendepots der Deutschen. Und gerade wer auf die großen bekannten Unternehmen aus dem DAX setzt, hat ein Problem. Unser Leitindex wird nicht umsonst auch Konjunkturbarometer genannt, denn viele DAX-Werte sind Industriekonzerne, die darauf angewiesen sind, dass die weltweite Nachfrage nach Industriegütern oder Autos weiter steigt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, wenn sich die Konjunktur abkühlt oder ein Zollstreit den globalen Handel lähmt, dann gehört der DAX regelmäßig zu den größten Verlierern. Es kann also nicht schaden, den Home Bias auszuschalten und seinen Blick über den Tellerrand hinaus schweifen zu lassen, um weltweit nach Anlagechancen zu suchen. Doch beginnen wir am Anfang.

Was ist eigentlich ein Home Bias?

Als Home Bias bezeichnet man die Tendenz von Investoren, den Heimatmarkt bei ihren Geldanlagen überproportional zu gewichten. Und das bedeutet eben, dass hiesige Anleger vermehrt auf deutsche Aktien setzen, die dann im Depot klar in der Überzahl sind. Doch was sind die Gründe für diese Heimatverliebtheit bei den Anlegern?

Da werden unter anderem folgende vier Aspekte ins Feld geführt:

  1. Transaktionskosten: Eine Geldanlage oder ein Aktienkauf im Ausland könnte mit höheren Kosten verbunden sein und so die Rendite schmälern.
  2. Informationsdefizite: Über Unternehmen aus dem Heimatland ist man meistens gut informiert und glaubt daher, die Chancen und Risiken besser einschätzen zu können als bei ausländischen Konzernen, über die man vielleicht nicht so viel in Erfahrung bringen kann.
  3. Wechselkursrisiken: Eine Anlage im gleichen Währungsraum erscheint risikofreier, da durch eine Änderung des Wechselkurses sich auch die Rendite des Anlegers ändern kann.
  4. Doppelbesteuerung: Durch ausländische Quellensteuern könnte zusätzlicher Aufwand entstehen.

Doch ist dies alles wirklich so schlimm, um deshalb auf ausländische Konzerne bei seiner Aktienauswahl zu verzichten? Ich denke Nein, denn mittlerweile kann man bei vielen Brokern ausländische Aktien entweder direkt an einer deutschen Börse handeln, oder zu etwas höheren, aber immer noch akzeptablen Konditionen an der Heimatbörse des jeweiligen Unternehmens.

Auch sollte es im Internetzeitalter absolut kein Problem mehr darstellen, an alle wichtigen Informationen über das ausländische Investitionsobjekt zu kommen. Und was die Quellensteuern anbelangt, die einzelne Länder erheben, muss man sagen, dass es mit den wichtigsten Staaten, die für Investoren interessant sind, Doppelbesteuerungsabkommen gibt.

Den Home Bias unterdrückt man besser

Wir wissen jetzt, dass viele unserer geliebten DAX-Konzerne sehr konjunkturabhängig sind und daher bei einem globalen Nachfragerückgang schnell unter Druck geraten. Weiterhin sind die Gründe, die für viele Anleger dagegensprechen, ausländische Aktien mit ins Depot zu nehmen, recht unbegründet.

Was liegt also näher, als sein Aktiendepot mit internationalen Werten, die aus mehreren verschiedenen Ländern und Branchen stammen, zu bestücken. Denn hat man nur einen Anteil zwischen 10 und 20 % an deutschen Werten im Depot, und der Rest verteilt sich zum Beispiel auf Aktien aus dem Rest Europas, auf USA-Werte und andere weltweit erfolgversprechende Unternehmen, kann man das Risiko besser streuen und die Renditechancen erhöhen.

Überlagert man beispielsweise den Chart von unserem DAX mit dem des Dow Jones, ergibt sich für die letzten drei Jahre folgendes Bild:

Quelle: ARIVA.DE

Man kann schön erkennen, dass der Dow Jones dem Dax mittlerweile seit Anfang 2018 in der Entwicklung davonläuft. Hat man also einen Anteil von großen US-Werten mit im Depot, hätten diese die schlechtere Performance des DAX ein wenig abgemildert bzw. das Depot sogar noch ordentlich gestärkt.

Fazit

Wer langfristig erfolgreich am Aktienmarkt agieren will, sollte den Home Bias zurückfahren und international investieren. Ein Anteil von maximal 20 % an deutschen Werten im Depot reicht meiner Meinung nach völlig aus. Die restlichen 80 % könnten aus erfolgreichen Unternehmen aus aller Welt bestehen. Mit solch einer internationalen Mischung kann das Risiko gesenkt, die Rendite aber optimiert werden.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

The Motley Fool hat jetzt einen kostenlosen Sonderbericht zusammengestellt, der die wichtigsten Informationen zu diesem Unternehmen liefert. Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Daimler.