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Dieser Opioidproduzent macht jetzt in Cannabis

Foto: Getty Images.

In den kommenden Jahren könnte Marihuana sehr wohl eine der am schnellsten wachsenden Branchen der Welt sein. Laut einer ganzen Reihe von Wall-Street-Prognosen könnte die globale Cannabis-Branche in den nächsten zehn Jahren einen Umsatzanstieg zwischen dem 5-Fachen und dem 18-Fachen verzeichnen, was für Investoren natürlich schöne Aussichten sind.

Aber nicht nur Investoren sind bei Cannabis am Start. Unternehmen aus anderen Branchen beobachten das Wachstum von legalem Cannabis, wobei einige beginnen, selbst aktiv zu werden. Neulich wurde einer der angeschlagensten Opioidproduzenten, der mit einer Vielzahl von Klagen in den USA konfrontiert ist, sogar Teil der Branche.

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Dieser angeschlagene Pharmakonzern ist jetzt bei Cannabis dabei

Am Freitag, den 13. September, gab der israelische Lizenzhersteller Cannadoc, eine Tochtergesellschaft des börsennotierten Unternehmens InterCure, bekannt, dass er eine dreijährige strategische Vertriebsvereinbarung mit Salomon, Levin, Elstein (S.L.E.), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des umkämpften Marken- und Generikaherstellers Teva Pharmaceutical Industries (WKN: 883035), abgeschlossen habe. Die Vereinbarung sieht auch die Möglichkeit einer zweijährigen Verlängerung vor.

Die Tochtergesellschaft von Teva wird zwei Schlüsselrollen für das israelische Cannadoc übernehmen. Erstens wird es konforme medizinische Cannabis-Produkte an Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen (Health Maintenance Organisations, HMOs), Pharmakunden und Apotheken in Israel verteilen. Zweitens, obwohl abhängig von zukünftigen regulatorischen Maßnahmen, wird S.L.E. dazu beitragen, den Verkauf und Vertrieb von medizinischem Cannabis außerhalb Israels zu unterstützen.

Das ist sicherlich ein interessanter Schritt für Teva Pharmaceutical, das von 44 US-Bundesstaaten wegen seiner Rolle im Opioidverkauf verklagt wird. Im Jahr 2017 führten opioidbedingte Überdosen zum Tod von mehr als 47.000 US-Amerikanern.

Während es für die Verbraucher theoretisch möglich ist, eine Überdosis Marihuana einzunehmen, gab es im Vergleich dazu keine Todesfälle durch eine Überdosis Cannabis. Allein deswegen verlangen immer mehr Leute einen erweiterten Zugang zu medizinischem Cannabis.

Für Teva ist dies ein Schritt nach vorne. Obwohl Israel etwa 46.000 medizinische Marihuana-Patienten hat, ist unklar, wie viele dieser Patienten S.L.E. direkt über Krankenhäuser, HMOs und Apotheken versorgen werden. Das macht dies vorerst mehr zu einer netten Nachricht. Dennoch ist es vermutlich immer noch ein Schritt in die richtige Richtung für ein Unternehmen, das versucht, sein Image in der Öffentlichkeit und bei Investoren zu verbessern.

Teva ist nicht allein

Natürlich ist der Generikakonzern Teva nicht allein bei der Strategie, mit Cannabis das Umsatzwachstum anzukurbeln.

Im März 2018 schloss Sandoz, die Generikatochter des Pharmariesen Novartis (WKN: 904278), eine strategische Allianz mit Tilray (WKN: A2JQSC). Die Vereinbarung sah vor, dass Sandoz für Tilray zum exklusiven Vertriebspartner von nicht rauchbaren und nicht brennbaren medizinischen Cannabis-Produkten in ganz Kanada wird. Sandoz nahm auch eine Rolle bei der Aufklärung von Ärzten und Apothekern über die medizinischen Marihuana-Produkte und -Marken von Tilray ein.

Im Dezember wurde diese Partnerschaft dann weiter ausgebaut. Tilray und Novartis vereinbarten eine Zusammenarbeit, um den weltweiten Verkauf von Tilrays nicht rauchbaren und nicht brennbaren Produkten zu unterstützen, wobei die beiden Unternehmen potenziell bestimmte Produktlinien als Co-Branding vermarkten und neue medizinische Cannabis-Produkte entwickeln könnten.

Teva und Novartis werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch mehr alte Bekannte in der Cannabis-Branche begrüßen können.

Darum ist medizinisches Cannabis für Pharmaunternehmen so attraktiv

Warum ist aber Cannabis eine so faszinierende Möglichkeit für Pharmaunternehmen wie Teva und Novartis? Immerhin wird erwartet, dass frei verkäufliches Cannabis medizinisches Cannabis weit übertreffen wird. Aber die Antwort ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.

Erstens ist es unklar, ob andere Industrienationen überhaupt kurz davorstehen, Marihuana für den freien Verkauf zu legalisieren, obwohl Kanada den Rahmen für die Legalisierung von Freizeitaktivitäten unter den Industrieländern vorgibt. Im Moment gibt es nur zwei Märkte auf der Welt (Kanada und Uruguay), in denen Cannabis legal ist. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 40 Länder, in denen medizinisches Cannabis von einem Arzt verschrieben werden kann. Sicherlich erlauben nicht alle diese Märkte den Import von medizinischem Marihuana, aber die meisten tun es und bieten damit eine Plattform für medizinische cannabisorientierte Aktien, um auf globaler Ebene erfolgreich zu sein, und nicht nur in einem oder zwei Märkten.

Noch wichtiger: Mit medizinischem Marihuana lassen sich deutlich höhere Margen erzielen. Medizinische Anwender sind vielleicht in der Unterzahl, aber sie neigen dazu, das Produkt häufiger zu verwenden, es häufiger zu kaufen, und sie kaufen eher abgeleitete Cannabis-Produkte wie Lebensmittel, Getränke, Vapes, Konzentrate und andere Produkte. Derivate sind weitaus weniger anfällig für Angebots-, Preis- und Margendruck als die herkömmlichen getrockneten Blüten. Pharmaunternehmen, die sich auf medizinisches Cannabis konzentrieren, wählen also Qualität statt Quantität.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die ersten Schritte von Novartis und Teva auszahlen. Aber meiner Meinung nach kann es beiden Unternehmen sicherlich nicht schaden.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Sean Williams besitzt Aktien von Teva Pharmaceutical Industries. Dieser Artikel erschien am 20.9.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschsprachigen Leser übersetzt.

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