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Strategieschwenk bei der Commerzbank – jetzt wird das Tafelsilber verscherbelt

Foto: Getty Images

Neue Strategie, neues Glück?! Die Commerzbank (WKN: CBK100) wirft ihre bisherigen Pläne über den Haufen und versucht nun mit einer ganz neuen Strategie wieder Fuß zu fassen. Daher wird es Zeit, die alte und die neue Strategie zu vergleichen und ein Zwischenfazit zu ziehen.

mbank raus – Comdirect rein

Fangen wir mit der größten Überraschung der neuen Strategie an, der Veräußerung des Mehrheitsanteils, den man an der polnischen mbank (WKN: 884537) hält. Die mbank stellt das osteuropäische Geschäft der Commerzbank dar und war damit bisher ein zentraler Bestandteil der Strategie. In den Unternehmenspräsentationen wurden ihre Ergebnisse innerhalb des Geschäfts mit Privatkunden und kleinen Unternehmen ausgewiesen und auf das wachsende Kreditvolumen hingewiesen. Du wirst dich jetzt bestimmt fragen, warum um alles in der Welt der Anteil an der profitablen, wachsenden Bank verscherbelt wird.

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Hintergrund ist, dass das Geld offenbar dringend benötigt wird, um anderweitige Investitionen zu finanzieren. Beispielsweise soll die börsennotierte Comdirect (WKN: 542800) vollständig übernommen werden, was beim aktuellen Aktienkurs von 11,72 Euro (Stand: 23.09.2019) etwa 400 Mio. Euro kosten dürfte. Die mbank ist momentan bei einem Aktienkurs von 75,75 Euro (Stand 23.09.2019) aber mit 3 Mrd. Euro bewertet, der Mehrheitsanteil dürfte also mindestens 1,5 Mrd. Euro erlösen, was den Schluss nahelegt, dass das Restrukturierungsprogramm extrem teuer werden dürfte.

Ein weiterer nicht zu verachtender Kostenpunkt dürfte neben dem erwähnten Zukauf der Comdirect die Schließung von 200 Filialen sowie die Streichung von 4.300 Arbeitsplätzen sein, doch Details dazu wurden bisher nicht veröffentlicht.

Commerzbank schneidet sich ins eigene Fleisch

Doch zurück zur mbank und Comdirect. Die mbank stellt für die Commerzbank zweifellos einen wichtigen Geschäftsbereich dar, was den Verkauf für mich rätselhaft macht. Im letzten Quartalsbericht war diese Tochtergesellschaft der einzige Lichtblick in einem ansonsten nur als Trauerspiel zu bezeichnenden Zahlenwerk, da sie der einzige Geschäftsbereich ist, der im ersten Halbjahr den Umsatz steigern konnte.

Hinzu kommt, dass mit dem Verkauf ein erheblicher Teil der Gewinne verloren geht. Insgesamt kam die Commerzbank im ersten Halbjahr auf einen Gewinn von 392 Mio. Euro vor Steuern im Bereich der Privatkunden und kleinen Unternehmenskunden. Im gesamten Konzern waren es 542 Mio. Euro, was die Bedeutung dieses Geschäftsbereiches noch einmal unterstreicht. Von diesen 392 Mio. Euro kamen satte 130 Mio. Euro von der mbank. Wohingegen die Comdirect im selben Zeitraum auf einen Überschuss von 30 Mio. Euro kommt. Stellen wir uns nun vor, die Transaktionen wären bereits zum Jahresbeginn abgeschlossen worden, dann wäre der Halbjahresgewinn des Gesamtkonzerns wohl um 100 Mio. Euro niedriger ausgefallen!

Neue Strategie – doch wo sind die neuen Ideen?

Insgesamt fehlt mir daher in der neuen Strategie der große Wurf, der eine Investition auch nur annähernd rechtfertigen würde. Denn das mittelfristige Ziel, bis 2023 eine Eigenkapitalrendite von mehr als 4 % zu erreichen, kann nur als schlechter Witz bezeichnet werden, wenn man sich ansieht, welche Zahlen große Konkurrenten wie JPMorgan Chase (WKN: 850628) erzielen, bei denen diese Kennzahl bereits heute weit über 10 % liegt.

Meiner Meinung nach ist die neue Strategie zu wenig und kommt zu spät. Die genannten Maßnahmen erscheinen allesamt sehr reaktiv, insbesondere da sie nur kurz nach Bekanntgabe neuer Maßnahmen durch die EZB kommen und scheinbar hauptsächlich darauf abzielen, die Kosten weiter zu senken, aber aus meiner Sicht nicht deutlich machen, wo neue Erträge herkommen sollen. Gesundschrumpfen ist zwar sicherlich nötig, wenn man berücksichtigt, dass die Filialen immer weniger genutzt werden, aber ohne profitables Wachstum bringt auch das nichts. Der Verkauf eines der größten Gewinnbringer wirkt da wie ein letzter Ausweg, um ohne die Ausgabe neuer Aktien schnell an Geld zu kommen.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien von JPMorgan Chase. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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