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Die USA werden zum König des internationalen Ölmarkts

Die US-Ölförderung boomt. Die Rohölproduktion des Landes ist nach Angaben der U.S. Energy Information Agency (EIA) auf Kurs für durchschnittlich 12,2 Millionen Barrel pro Tag (barrel per day, BPD) in diesem Jahr. Das ist eine Steigerung von 1,2 Millionen BPD gegenüber der Rekordproduktion von 2018.

Wegen dieses Ansturms des neuen Angebots konkurriert das Land nun mit Saudi-Arabien als globalem Öl-Hauptakteur. Die USA haben Anfang des Jahres Saudi-Arabien als führendes Land für Rohölexporte sogar kurz überholt. Da das Angebot noch weiter wachsen soll und wegen der zusätzlichen im Bau befindlichen Exportinfrastruktur entwickelt sich Amerika zu einer dominanten Kraft auf dem Ölmarkt.

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Der neue Spitzenreiter

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat kürzlich ihren Monatsbericht über den Ölmarkt veröffentlicht. Das Hauptthema war Amerikas wachsende „Energiedominanz“. Die IEA stellte fest, dass die Ölexporte des Landes in andere Länder im Juni auf über 3 Millionen BPD stiegen. Mit veredelten Produkten und anderen Energieflüssigkeiten exportierte Amerika in dem Monat fast 9 Millionen BPD. Damit konnte man „Saudi-Arabien als weltweit führenden Ölexporteur kurz überholen“, wie die IEA mitteilte.

Saudi-Arabien hat schnell die Führung zurückerobert, als es sowohl im Juli als auch im August mehr Öl exportiert hat. Das war zum Teil auf US-Probleme zurückzuführen, etwa den Handelsstreit mit China und hurrikanbedingter Schwierigkeiten. Allerdings könnte die Spitzenreiterposition von Saudi-Arabien nur kurz anhalten. Denn die amerikanische Ölproduktion ist auf dem besten Weg, bis 2020 um weitere 1 Million BPD zu wachsen, wie die EIA sagte. Darüber hinaus bauen die USA rapide eine zusätzliche Exportinfrastruktur auf. Daher scheint es naheliegend, Saudi-Arabien in den kommenden Jahren als weltweit führenden Ölexporteur zu verdrängen.

Aufbau des Ölexports

Amerikanische Midstream-Unternehmen investieren Milliarden von Dollar in den Aufbau der nötigen Infrastruktur, um mehr Öl aus dem Land auf die Weltmärkte zu bringen. Eines der führenden Unternehmen ist die Midstream Master Limited Partnership (MLP) Phillips 66 Partners (WKN: A1W27H). Diese ist führend bei der Entwicklung der 2,7 Milliarden USD teuren Gray Oak Pipeline, die bis zu 900.000 BPD vom schnell wachsenden Perm-Becken zur Golfküste transportieren wird. Von dort aus hat das Öl Zugang zu mehreren Exportterminals, darunter auch South Texas Gateway. Phillips 66 Partners unterstützt den Aufbau dieser Einrichtung, die bis zu 800.000 BPD exportieren kann. Das Unternehmen erwartet, dass Gray Oak bis Ende dieses Jahres in Betrieb sein wird, während das South Texas Gateway Terminal in der Lage sein wird, bis Mitte nächsten Jahres mit dem Export von Rohöl zu beginnen.

Ein weiterer Marktführer im amerikanischen Ölexportboom ist der Midstream MLP Enterprise Products Partners (WKN: 915716). Das Unternehmen betreibt derzeit zwei Ölpipelines, die 820.000 BPD vom Perm an die Golfküste transportieren. Es befindet sich in einer Expansionsphase, die bis zum dritten Quartal nächsten Jahres um weitere 450.000 BPD Öltransportkapazität erweitert wird. Darüber hinaus entwickelt man das Sea Port Oil Terminal (SPOT), eine Offshore-Exportanlage, die man vor der Küste von Texas bauen will. Enterprise hat mit dem Ölriesen Chevron (WKN: 852552) einen langfristigen Vertrag zur Zusammenarbeit beim 2-Millionen-BPD-SPOT-Projekt unterzeichnet. Das gibt Chevron die Flexibilität, seine schnell wachsende Ölproduktion im Perm-Becken zu exportieren.

Der Raffinerieriese Marathon Petroleum (WKN: A1JEXK) ist unterdessen Investor sowohl bei den Projekten Gray Oak Pipeline als auch South Texas Gateway. Darüber hinaus steuert man den Midstream MLP MPLX (WKN: A1J7DR), der ebenfalls stark in den Aufbau exportorientierter Infrastruktur investiert. Dieses Unternehmen hat kürzlich zugesagt, in die Wink-to-Webster-Pipeline von ExxonMobil (WKN: 852549) zu investieren. Das Projekt wird bis zu 1 Million BPD von Perm an die US-Golfküste liefern, wenn es 2021 online geht. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Exxons wachsende Rohöllieferungen sowohl an seine Raffinerien entlang der Küste als auch an die globalen Exportmärkte gelangen. MPLX hat kürzlich auch das Mt. Airy Export Terminal in Louisiana gekauft. Derzeit wird dort ein zweites Dock hinzugefügt, das weitere 120.000 BPD exportieren kann.

Diese Investitionen sollten in den kommenden Jahren zu einem deutlichen Ergebniswachstum führen. Das liegt daran, dass sie alle langfristige Verträge mit Kunden abgeschlossen haben, um das Öl über diese neu angelegte Infrastruktur zu transportieren.

Viele Arten, um von der Dominanz Amerikas zu profitieren

Auf der einen Seite hat der amerikanische Öl-Rush den Ölpreis nach unten gedrückt, was die Profite der Ölförderunternehmen beeinträchtigt. Ihre Aktien waren in den letzten Jahren keine guten Investitionen.

Midstream-Unternehmen hingegen könnten die großen Gewinner sein, weil sie eine feste Gebühr erheben, wenn die Ölmengen durch ihre Assets fließen. Dadurch können sie einen stetigen Cashflow reinholen, von dem ein wachsender Teil über Dividenden an die Investoren zurückfließt. Deshalb sollten sich Investoren, die sich für den amerikanischen Ölexportboom interessieren, Unternehmen wie Phillips 66 Partners, Enterprise Products Partners und MPLX genauer ansehen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Enterprise Products Partners. Matthew DiLallo besitzt Aktien von Enterprise Products Partners. Dieser Artikel erschien am 15.9.2019 auf Fool.com. Er wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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