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Die Vapiano-Aktie zeigt, warum US-Werte so viel mehr Fantasie entfachen

Die bisherige Börsengeschichte der Vapiano (WKN:A0WMNK)-Aktie ist wahrlich miserabel. Erhielt das Unternehmen beim Börsengang noch eine großzügige Bewertung von mehr als 550 Mio. Euro, sind es mittlerweile nur noch 130 Mio. Euro. Trotz anhaltendem Umsatzwachstum durch die Eröffnung neuer Restaurants enttäuschte die Umsatzentwicklung in den bestehenden Restaurants.

Auf eine ebenfalls bewegte Börsengeschichte blickt Chipotle Mexican Grill (WKN:A0ESP5) zurück. Bis zum August 2015 kannte der Aktienkurs der US-amerikanischen Restaurantkette mit mexikanischem Essensangebot beinahe nur eine Richtung: sehr schnell nach oben. Bei einem Kurs von knapp unterhalb von 750 US-Dollar war der Höhenflug dann aber zu Ende.

Ein Lebensmittelskandal und sinkende Umsätze pro Restaurant ließen den Aktienkurs innerhalb von zwei Jahren auf unter 280 US-Dollar abschmieren. Das Jahr 2018 brachte mit dem neuen CEO Brian Nicol unternehmerisch die Wende und der Aktienkurs kletterte auf zuletzt über 850 US-Dollar.

Der Vergleich der beiden Unternehmen zeigt uns wieder einmal, wie schnell das Pendel zwischen Euphorie und Pessimismus wechselt und auch, wie viel Kapital Anleger dabei verlieren und gewinnen können. Der Vergleich zeigt uns aber auch, warum US-amerikanische Wachstumsunternehmen so viel mehr Euphorie entfachen und diese größere Euphorie tatsächlich oftmals auch verdient haben.

Lass mich heute einmal versuchen, dich von der zweiten Erkenntnis zu überzeugen.

Die Erklärung dafür ist denkbar einfach. Denn während Chipotle beim letzten Jahreswechsel 2.452 Restaurants in einem einzigen Land – den USA – geöffnet hatte, waren es bei Vapiano 141 Restaurants in unglaublichen 33 (!) unterschiedlichen Ländern.

Während Vapiano sich also bereits sehr früh mit den gesetzlichen Regelungen und kulturellen Eigenheiten in 33 unterschiedlichen Ländern herumärgern muss, betreibt Chipotle seit je her sein Geschäft fast ausschließlich auf dem heimischen Markt – die 37 internationalen Chipotle-Restaurants kann man ohne schlechtes Gewissen unter den Tisch fallen lassen.

Diesen Schwierigkeiten setzt sich Vapiano natürlich nicht freiwillig aus. Aber der Heimatmarkt von Vapiano ist einfach nicht groß genug, um wie Chipotle dort annähernd 2.500 Restaurants einer einzigen Marke aufzubauen und mit diesen Restaurants Umsätze von beinahe 5 Milliarden US-Dollar zu erzielen.

Wie teuer Vapiano diese Risiken heute bezahlt, zeigen zwei Zahlen ganz besonders.

Im Jahr 2018 vermasselten Sonderabschreibungen in Höhe von 31 Mio. Euro auf die Einrichtungen einzelner Restaurants die Unternehmensbilanz von Vapiano. Bei einem Jahresumsatz von 372 Mio. Euro eine schmerzhafte Summe.

Die 32 Neueröffnungen im Jahr 2018 erforderten Eröffnungskosten in Höhe von 6,6 Mio. Euro. Das sind beispielsweise Mietkosten, die bis zur eigentlichen Eröffnung angefallen sind. Bei Chipotle betrugen diese Eröffnungskosten im Jahr 2018 rund 7,7 Mio. Euro. Chipotle eröffnete aber nicht 32 neue Restaurants, sondern 137 (!).

Vapiano hat offensichtlich Schwierigkeiten bei der Auswahl und Eröffnung neuer Restaurants. Der relativ kleine Heimatmarkt erfordert es, bereits sehr früh und sehr schnell das Wagnis der Internationalisierung anzugehen. So früh und schnell, dass man ganz empfindliche Fehler macht. Und das in einer Unternehmensphase, in der selbst kleinere Fehler große Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen haben können.

Dieses Schicksal dürfte Vapiano mit sehr vielen aufstrebenden Unternehmen aus Deutschland teilen – insbesondere mit Unternehmen, die wie Vapiano auf eine physische Präsenz vor Ort angewiesen sind. US-amerikanische Unternehmen spüren die Enge des Heimatmarktes hingegen erst sehr viel später. Schwierigkeiten bei der Internationalisierung können durch das riesige Heimatgeschäft dann viel besser kompensiert werden.


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Offenlegung: The Motley Fool besitzt und empfiehlt und Chipotle Mexican Grill.Sven besitzt Aktien von Chipotle Mexican Grill.