The Motley Fool

Das ist der MDAX-Neuling CTS Eventim

Was beim Fußball der sportliche Wettkampf um die beliebten 18 Plätze der zweiten Bundesliga ist, ist an den deutschen Wertpapierbörsen die Frage nach der MDAX-Zusammenstellung. Welche 60 Unternehmen beim MDAX, nach dem DAX die zweite deutsche Börsenliga, mitspielen dürfen, entscheiden dabei nicht Tore, Siege und Punkte, sondern Marktkapitalisierung und Handelsumsätze.

Nach einer Verdopplung der Marktkapitalisierung in den letzten fünf Jahren darf nun auch die CTS Eventim (WKN: 547030)-Aktie in der zweiten Börsenliga mitspielen und taucht ab dem 23. September im Kreis der MDAX-Unternehmen auf. Lasst uns heute einmal schauen, wie das Unternehmen denn sein Geld verdient.

Das macht CTS Eventim

Das Geschäft von CTS Eventim besteht heute aus den Segmenten Live-Entertainment und Ticketing für Live-Veranstaltungen. Die beiden Segmente sind zwar sehr stark miteinander verknüpft, im Ticketing-Segment – in dem Eventim über physische Verkaufsstellen sowie Onlineplattformen in 21 Ländern aktiv ist – werden aber nicht nur Tickets von Veranstaltungen verkauft, die von Eventim selbst organisiert werden. Sondern auch Tickets von fremden Events. Für die Organisation und Durchführung der eigenen Veranstaltungen sind in derzeit zehn Ländern 27 Veranstalter unterwegs und es stehen vier eigene Spielstätten zur Verfügung.

Im Ticketing können die Umsätze – im Jahr 2018 waren es 447 Mio. Euro, die sich im Wesentlichen aus Provisionen für verkaufte Tickets ergeben – sehr stabil von Jahr zu Jahr erhöht werden, wobei es sich dabei zumeist um organisches Umsatzwachstum handelt. Das Wachstum wird also nicht durch den Zukauf anderer Unternehmen realisiert, sondern durch steigende Ticketmengen. Besonders interessant wird dieses Segment bei einem Blick auf die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern, die im Jahr 2018 stolze 37 % betrug. Hier muss sich Eventim also nicht vor den großen Technologiekonzernen verstecken. Und tatsächlich steckt hier insbesondere in den Onlineportalen sehr viel Technologie, die beispielsweise auch Sportvereinen und Kultureinrichtungen zur Verfügung gestellt wird.

Eine gänzlich andere Situation ergibt sich im Live-Entertainment-Segment. Dort steigen die Umsatzerlöse langfristig betrachtet zwar auch stetig an – auf stolze 813 Mio. Euro im letzten Jahr, im wesentlichen Eintrittsgelder –, von Jahr zu Jahr kommt es hier aber zu größeren Schwankungen. Besonders erfolgreiche Tourneen oder Festivals, die oftmals nicht jährlich stattfinden, lassen die Umsätze in einem Jahr nach oben schießen und das Folgejahr dann sehr schlecht aussehen. Auch die operativen Gewinnmargen sind hier mit unter 5 % deutlich geringer. Zudem wird das Wachstum hier deutlich regelmäßiger durch den Erwerb von zuvor unabhängigen Veranstaltern erreicht.

Die Unterschiede erschweren die Bewertung

Die genannten Unterschiede in den Gewinnmargen und der Wachstumsdynamik der beiden Geschäftsbereiche führen oftmals zu Verwirrungen. Blickt man ausschließlich auf die operativen Gewinnmargen des Gesamtunternehmens, sieht die Entwicklung nicht sehr gut aus. So meldete das Unternehmen im Jahr 2016 noch eine Gewinnmarge von knapp 20 %, die sich dann 2017 auf 16 % verringerte und 2018 nur noch 15 % betrug. Der eigentlich begrüßenswerte Punkt dieser negativen Entwicklung ist die starke Entwicklung im Live-Entertainment, das im Jahr 2017 ein Umsatzwachstum von 43 % verzeichnete und im Jahr 2018 nochmals um 30 % zulegte. Es gilt die einfache Gleichung: ein gutes Jahr im Live-Entertainment-Segment ergibt eine schlechte Gewinnmarge, ein schlechtes Live-Entertainment-Jahr führt zu einer guten Gewinnmarge.

Die logische Konsequenz dieser unterschiedlichen Entwicklungen wäre wohl für viele, sich verstärkt um das Ticketing-Geschäft zu kümmern und das Live-Entertainment-Geschäft eventuell gar zu verkaufen. Ich denke nicht, dass sich das Eventim-Management einen solchen Schritt auch nur eine Sekunde durch den Kopf gehen lässt. Denn allzu oft dürfte die Ausrichtung einer Live-Veranstaltung auch die Exklusivrechte beim Ticketverkauf einbringen. Das weniger profitable Live-Entertainment-Geschäft ermöglicht also erst das profitable Geschäft mit der Ticket-Vermittlung.

Derzeit scheint CTS Eventim bei beiden Geschäftsbereichen einiges richtig zu machen. Das zeigt nicht nur das ordentliche Umsatzwachstum der Vergangenheit, sondern schlussendlich auch die Entwicklung des Aktienkurses, die das Unternehmen nun in die zweite Börsenliga aufsteigen lässt.

Kanadas Antwort auf Amazon.com!

… und warum es vielleicht unsere zweite Chance ist, ein echtes E-Commerce-Vermögen aufzubauen. Das smarte Geld investiert bereits in eine Firma aus Ontario, die noch deutlich unter dem Radar der Masse fliegt: 3 der cleversten (und erfolgreichsten!) Investoren, die wir kennen, sagen: Diese besonderen Aktien jetzt zu kaufen ist so wie eine Zeitreise zurück ins Jahr 1997, um in Amazon-Aktien einzusteigen — bevor diese um 47.000 % explodiert sind und ganz normale Anleger reicher gemacht haben als in ihren kühnsten Träumen. Fordere den Spezialreport mit allen Details hier ab.

Sven besitzt Aktien von CTS Eventim. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.