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Vergiss den Porsche Taycan – der Elektroerfolg der deutschen Autobauer hängt jetzt von diesen 3 Modellen ab

Foto: BMW Group

Jetzt geht es um die Wurst bei der Elektromobilität! Denn jetzt kommen Modelle auf den Markt, bei denen sich zeigen wird, wie stark die Dynamik wirklich ist. Bleiben Elektroautos etwas für eingefleischte Ökos und Gutbetuchte? Oder setzt hier eine Revolution ein, welche die Verbrenner wie ein Hurrikan aus dem Markt fegt? Nische oder Massenmarkt? Schon in wenigen Monaten sollten wir um einiges schlauer sein, denn jetzt geht es Schlag auf Schlag mit der Vorstellung von attraktiven Modellen.

Der Taycan: spektakulär, aber ziemlich irrelevant

Er ist enthüllt: Der erste rein elektrische Sportwagen von Porsche wurde am Mittwoch in einer aufwendigen Show, parallel auf drei Kontinenten, vorgestellt. Das ist eines der Autos, auf das Autofans weltweit hingefiebert haben, und das Ergebnis kann sich, denke ich, sehen lassen: sowohl außen wie auch innen und unter der Haube ein Porsche durch und durch. Da der Taycan viele Eigenschaften vom sündhaft teuren 918 Spyder und vom preisgekrönten Le-Mans-Renner 919 Hybrid geerbt hat, sind die Leistungswerte ziemlich ehrfurchteinflößend.

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Die Beschleunigung von 0 auf 200 km/h hoch und runter vielfach hintereinander steckt er besser weg als jedes andere Auto und die Ladetechnik übertrifft alles bisher Verfügbare. Es ist ein Wunderwerk der Technik, das die deutsche Ingenieurskunst hochleben lässt. Vielleicht taugt der Wagen also als Zugpferd oder auch als Technologieplattform für die ausgefeiltesten Komponenten. Aber von den primären Kaufgründen für ein Elektroauto, also Umweltbilanz, Gesamtkosten und Fahrspaß, wird hier eigentlich nur der letzte Punkt abgedeckt.

Das Auto kostet so viel wie eine Doppelhaushälfte und auch wenn keine Schadstoffe ausgestoßen werden, dürfte der Energieverbrauch des Sportwagens weit jenseits des Vernünftigen liegen – da kann Porsche sich noch so viel Mühe geben mit seinen Investitionen in Wind- und Solarparks.

Kurzum: Der Taycan zeigt wunderbar, was technisch möglich ist, aber er wird den Bankern, hochbezahlten Yuppies, Stars und Vermögenden vorbehalten sein. Soll sich die abgasfreie Mobilität durchsetzen, dann werden preiswerte Modelle benötigt.

Bezahlbare Modelle, die jetzt im Anmarsch sind

Der Mercedes EQC von Daimler (WKN: 710000), der bereits produziert wird und kurz vor der Auslieferung steht, fällt wie die anderen bereits verfügbaren SUVs in die Preiskategorie jenseits von 70.000 Euro und damit ebenfalls aus dem Budget für die allermeisten Normalverdiener, für die bereits die rund 40.000 Euro des Model 3 von Tesla (WKN: A1CX3T) eine große Herausforderung darstellen. Abhilfe kommt jedoch bald.

Von der BMW (WKN: 519000)-Gruppe, die vor sechs Jahren noch Pionierarbeit leistete, war zwischenzeitlich nur noch wenig zu hören in Sachen Elektromobilität. Nun könnte jedoch die Marke Mini für neue Impulse sorgen. Im Juli wurde der MINI Electric offiziell vorgestellt und im Frühjahr 2020 soll er zu den Händlern kommen. Das sind noch ein paar wenige Monate Zeit für den neuen Konzernchef Oliver Zipse, um die Markteinführung strategisch erfolgreich zu gestalten.

Er wird wohl etwas billiger als Teslas Model 3 sein und dieses vielleicht auch in einzelnen Aspekten übertrumpfen (Geschmackssache). Ob das für einen Verkaufsschlager ausreicht, muss sich zeigen, aber das Potenzial ist da, finde ich.

Zuvor bringt jedoch Opel den elektrischen Corsa auf den Markt und der wird zweifellos ein größeres Publikum ansprechen. Nach der eher peinlichen Einführung des Ampera-e gilt es jetzt für die Peugeot (WKN: 852363)-Tochter. Ein weiteres Scheitern und die Marke Opel ist für die Elektromobilität verbrannt. Unter dem neuen Eigentümer will man jedoch alles richtig machen und positioniert das Modell preislich im Bereich von 30.000 Euro.

Ebenso auf dem Weg zu den Händlern ist der Seat Mii electric, der noch in diesem Jahr angeboten wird. Der Kleinwagen wird in der Folge auch noch Schwestermodelle und Varianten aus dem Reich von Volkswagen (WKN: 766403) bekommen. Gelingt es mithilfe von Umweltbonus und smarten Finanzierungsmodellen, den Einstiegspreis in die Nähe der Marke von 15.000 Euro zu bringen? Ich denke, dass dann sehr viele Menschen anfangen würden, umzudenken.

Noch wichtiger als die Stadtflitzer wird jedoch der VW ID.3, der nichts weniger vorgibt, als den neuen Standard in der Elektrowelt setzen zu wollen. Sein speziell entwickelter Baukasten ist wie bei wohl keinem anderen etablierten Hersteller auf die Massenfertigung ausgelegt und könnte für einen echten Wettbewerbsvorteil sorgen. Allerdings brauchen wir noch etwas Geduld. Zwar startet die Produktion noch 2019, aber die Auslieferung erfolgt wohl erst nach dem MINI Electric.

Die Spannung steigt

Während der Taycan das Spannungslevel auf 800 Volt erhöht, werden sich schon in Kürze zahlreiche preiswertere Elektromodelle um die Käufergunst keilen. Auch das wird spannend, denn neben den oben genannten Marken mit Deutschlandbezug werden ja auch die Franzosen, Schweden, Koreaner und Japaner mit attraktiven Modellen im unteren und mittleren Segment angreifen. Vielleicht wagt sich sogar eine der vielen chinesischen Marken auf den europäischen Markt – und Tesla hat auch noch das eine oder andere in der Pipeline.

Dabei müssen Anleger auf zwei Dinge achten: erstens, wie sich die Marktanteile unter den Herstellern entwickeln, und zweitens – und das ist noch wichtiger –, wie gut es mit all den neuen Modellen gelingt, die Nachfrage nach abgasfreien Autos zu stimulieren und damit vielleicht auch der einen oder anderen lethargischen Automotive-Aktie neues Leben einzuhauchen. 2020 wird das entscheidende Jahr, davon bin ich überzeugt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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