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Abschwung voraus: Wie ETF-Anleger mit der Sektorrotation am Puls der Zeit bleiben

Foto: Getty Images

In den Wirtschaftsmedien ist man sich allgemein darüber einig, dass uns ein Konjunkturabschwung bevorsteht. Spiegel Online beunruhigt die Anleger mit Schlagzeilen wie Topökonomen warnen vor weltweitem Abschwung und der Focus berichtet, dass selbst die Bundesbank vor einer Rezession warnt. Das sorgt natürlich nicht gerade für Hochstimmung an den Märkten. Anlegern wird von vielen Seiten geraten, nun in defensivere Sektoren umzuschichten.

Aber was hat es eigentlich mit der Sektorrotation auf sich? Für wen kann diese Strategie sinnvoll sein und für welche Anleger ist sie eher ungeeignet? Wie lässt sich so eine Strategie mit ETFs umsetzen? Diesen Fragen wollen wir in den nächsten Abschnitten auf den Grund gehen.

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Sektorrotation auf einen Blick

Seit es das Konzept des Konjunkturzyklus gibt, haben Volkswirtschaftler erkannt, dass die einzelnen Zyklusphasen beeinflussen, welche Branchen bzw. Wirtschaftssektoren gerade im Trend sind und welche nicht. Dementsprechend korreliert auch die Aktienperformance einzelner Wirtschaftszweige mit bestimmten Marktphasen. Bei der Sektorrotation als Anlagestrategie versucht man als Anleger, rechtzeitig zu erkennen, in welcher Phase des Konjunkturzyklus man sich befindet, um dann entsprechend in die Branchen zu investieren, die von dieser Phase profitieren.

Dabei spielt die Unterscheidung zwischen zyklischen und nicht zyklischen Branchen eine wichtige Rolle. Unter zyklischen Branchen werden die Unternehmen zusammengefasst, bei denen sich das Auf und Ab der Konjunktur vergleichsweise stark auf die Geschäfte auswirkt. Dazu zählen beispielsweise Grundstoffe, Bau- und Industriewerte und Autoaktien. Nicht zyklische Sektoren wie die Bereiche Basiskonsumgüter, Versorger, Telekommunikation und Gesundheit gelten dagegen als wenig konjunktursensibel. Aktien dieser Sektoren werden daher auch häufig als „defensive“ Aktien bezeichnet.

Die Anlageidee besteht also im Grunde darin, in Aufschwungphasen auf zyklische Sektoren zu setzen und bei einem konjunkturellen Abschwung in defensive Sektoren umzuschichten. Dass diese Strategie funktionieren kann, haben verschiedene Studien (zum Beispiel von Fidelity Investments oder M. M. Warburg) gezeigt.

Vom passiven zum aktiven Investor – lohnt sich das?

Anders als bei den herkömmlichen ETF-Strategien, bei denen genau die Marktrendite erzielt werden soll, versucht man bei der Sektorrotation, den Markt zu schlagen. Dessen muss man sich als Anleger immer bewusst sein. Man geht quasi von einer passiven zu einer aktiven Anlagestrategie über. Die Kunst besteht nämlich letztlich darin, diese Rotation bzw. Umschichtung zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen. Hier spielt also das berühmt-berüchtigte Market-Timing eine entscheidende Rolle. Aber Achtung: Bis heute streiten sich Börsengurus, ob Market-Timing überhaupt funktionieren kann. Ob die Strategie erfolgreich ist, hängt somit am Ende nur von den eigenen Entscheidungen ab.

Hinzu kommt, dass sich ein Sektor wegen externer Faktoren vielleicht doch ganz anders entwickeln könnte, als man es in der aktuellen Phase des Konjunkturzyklus eigentlich erwarten würde, denn externe Branchenrisiken gibt es zuhauf. Man denke hier nur an den 2011 beschlossenen Atomausstieg, der die Kurse der heimischen Versorger unabhängig vom Zyklus für sehr lange Zeit auf Talfahrt schickte.

Die Umsetzung dieser Strategie lässt sich wahrscheinlich am besten mit Branchen-ETFs bewerkstelligen. Mit solchen ETFs können Anleger mit einem Anlageinstrument in einen gesamten Wirtschaftszweig investieren und sind zugleich breit diversifiziert. Das dürfte auch kostengünstiger sein, als die Sektorrotation mit Aktien umzusetzen, denn hier könnten die Transaktionskosten die (möglicherweise) erzielten Mehrerträge schnell wieder auffressen – ganz nach der alten Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer“. Eine Option wäre zum Beispiel, durch ein Investment in die entsprechenden ETFs jeweils die drei Topbranchen einer Konjunkturphase zu kaufen. Aber auch bei Branchen-ETFs sollte man die Kosten im Auge behalten, denn die jährlichen Gebühren sind dort in der Regel höher als bei regionalen oder länderbasierten ETFs.

Aber wie können Investoren ermitteln, in welcher Konjunkturphase wir uns aktuell befinden und wann die nächste beginnt? Genau darin liegt die Krux. Immerhin wird die Wirtschaftslage von unzähligen Faktoren beeinflusst. Nicht nur die Unternehmensgewinne, sondern auch die Kreditvergabe, die Lagerbestände, die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Geldpolitik spielen eine Rolle – um nur einige wenige zu nennen. Natürlich gibt es auch frei zugängliche Frühindikatoren wie den Ifo-Geschäftsklimaindex, der uns als Privatanlegern Hinweise auf die Konjunkturlage geben kann. Dagegen sind die Meldungen der Wirtschaftsmedien mit Vorsicht zu genießen, denn gerade in Abschwungphasen neigen sie nicht selten zur Überdramatisierung.

Nichts für stoische Passivanleger

All dies legt nahe – und davon bin ich auch selbst überzeugt –, dass es vor allem für uns als Privatanleger äußerst schwer ist, die Zyklusphasen zuverlässig vorherzusehen. Warum? Nun ja, uns fehlen wohl schlicht und einfach die Daten und die nötige Zeit, um verlässlich und genau abschätzen zu können, wann die nächste Zyklusphase tatsächlich beginnen wird. Das richtige Timing ist also unglaublich schwer.

Die genauen Informationen, die man für diese Strategie beschaffen muss, und die eigentliche Zeit, in der man die ETFs handelt, machen die Sektorrotation also zu einer extrem aufwendigen Anlagestrategie. Sie dürfte sich also nur für Anleger lohnen, die ohnehin schon tief in der „makroökonomischen Materie“ stecken und die sich für die Sektorrotation wirklich begeistern können. Dagegen werden sehr langfristig orientierte Anleger, die am liebsten regelmäßig über automatisch laufende ETF-Sparpläne investieren und diesen Komfort schätzen, in dieser Strategie wohl nicht ihr Glück finden. Für sie gilt weiter die Devise: „Keep calm and invest on.“

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