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ETF, Fonds und Co.! So viel kosten dich 0,5 und 1,5 % Gebühren p. a. langfristig (kleiner Tipp, es sind schnell 21.400 Euro)

Foto: Getty Images

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man bei einem ETF die Spreu vom Weizen trennen kann. Ob Fondsvolumen, Tracking Error oder auch Index. Ob voll replizierend oder swap-basiert, ausschüttend oder thesaurierend. Alleine bei diesen paar Kriterien kann man zu ganz unterschiedlichen Entscheidungen kommen und bei ganz verschiedenen Fonds oder ETFs landen.

Ein Kriterium, dessen Reichweite meiner Meinung nach jedoch häufig unterschätzt wird – womöglich auch, weil man hierzu keine Romane schreiben kann – sind die Gebühren. Jeder Investor möchte schließlich ein Vermögen aufbauen und es nicht einem zu teuren Fondsmanager in den Rachen werfen, der womöglich nicht einmal marktübliche Renditen generieren kann.

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Wie sehr sich Gebühren auf den langfristigen Vermögensaufbau auswirken können, wollen wir uns im Folgenden einmal genauer anschauen. Mit einer kleinen, interessanten Geschichte über zwei unbedarfte Investoren, die auf zwei verschiedene Pferde setzen.

Lass uns auf zwei Investoren schauen

Für dieses Geplänkel gehen wir einfach mal von zwei Szenarien aus. Zwei Investoren, Ernst-Theodor Friedrich (ETF) und Anton Fritz (AktivFonds), möchten gerne 10.000 Euro in den DAX investieren und wählen hierfür zwei verschiedene Fonds aus. Beide erzielen vor Abzug der Gebühren eine langjährige, marktübliche Rendite von, sagen wir einfach mal, fixen 8 % pro Jahr. Beide Fonds weisen jedoch unterschiedliche Gebühren aus.

Während der preisgünstige Passivfonds, den Ernst-Theodor Friedrich bevorzugt, so beispielsweise „lediglich“ 0,5 % pro Jahr an Kosten verlangt, nimmt Aktivfondsmanager Otto Raffzahn für seinen Dienst 1,5 %, was hier natürlich die Rendite von Anton Fritz sehr deutlich minimiert. Unterm Strich kommt Ernst-Theodor Friedrich nämlich auf eine Rendite nach Gebühren von 7,5 % pro Jahr, während es Anton Fritz lediglich auf 6,5 % pro Jahr schafft. Und Otto Raffzahn freut sich natürlich, dass Anton Fritz ihm 1,5 % seiner Rendite einfach so schenkt.

Anton Fritz ist der eine Prozentpunkt jedoch egal und er hält das für Peanuts. Aber schade, Anton, denn ganz so wenig, wie du vielleicht am Anfang annimmst, ist dieser eine Prozentpunkt nämlich langfristig gar nicht.

Schauen wir ein bisschen in die Zukunft

Wie wir nämlich schon recht früh erkennen können, entwickeln sich die Vermögen der beiden Investoren doch recht unterschiedlich. Ernst-Theodor Friedrich kommt nach zehn Jahren bereits auf ein Gesamtvermögen von 20.610 Euro, während Anton Fritz es auf lediglich auf 18.771 Euro bringt. Eine geteilte Entwicklung, die in den kommenden Jahren jedoch noch weiter an Fahrt aufnimmt.

Nach zwanzig Jahren beträgt der Unterschied 42.478 zu 35.236 Euro, was bereits einem Delta von über 7.000 Euro entspricht. Nach 30 Jahren beläuft sich die Differenz sogar über 21.400 Euro – denn nach diesem Zeitraum kommt Ernst-Theodor bereits auf ein Gesamtvermögen von 87.549 Euro in unserer Modellrechnung. Anton Fritz sitzt hingegen lediglich auf 66.143 Euro, was natürlich ebenfalls viel Geld ist und rasant gewachsen ist. Allerdings nicht so stark wie das von Ernst-Theodor.

Fondsmanager Otto Raffzahn lacht sich übrigens ebenfalls ins Fäustchen. Denn einfach deshalb, weil Anton Fritz nicht auf den Passivfonds gesetzt und ihm diesen einen Prozentpunkt mehr gegönnt hat, konnte er diesen Unterschiedsbetrag über 30 Jahre für sich einstreichen. Und da es mehr als einen Investor des Typs Fritz gibt, ist er langfristig einer der größten Gewinner bei seinem System.

Was Investoren hiervon lernen sollten

In meinen Augen unterstreicht diese Geschichte mit meinem fiktiven Rechenbeispiel sehr eindrucksvoll, wie sehr sich die Gebühren langfristig auswirken können. Lediglich ein Prozentpunkt Unterschied bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro bei einer marktüblichen Rendite von ursprünglich 8 % hat hier zu einem Unterschied von über 21.000 Euro geführt. Möglicherweise der Preis eines Neuwagens, der hier verloren gegangen ist.

Vielleicht sollten gerade ETF- und Fondsinvestoren über die langfristige Macht der Gebühren etwas intensiver nachdenken. Und vielleicht öfter mal wie Ernst-Theodor Friedrich agieren und weniger wie Anton Fritz, der viel von seiner Rendite an Otto Raffzahn verschenkt hat.

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