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Wirecard, Daimler oder Beiersdorf: Welche Aktie ich heute am ehesten kaufen würde!

Die Welt von Aktien und Börse ist aktuell wieder in heller Aufregung: Der Handelskonflikt ist nach wie vor am brodeln, die Richtung bei diesem Themenkomplex schwierig vorherzusehen. US-Präsident Trump ist weiterhin irrational, könnte jedoch in Anbetracht der nahenden US-Wahl gewissermaßen unter Zugzwang zu einem Deal stehen. Aber wer weiß, ob ihm eine solche Notwendigkeit überhaupt bewusst ist?

Sorgenfelder gibt es an der Börse jedenfalls zuhauf und auch die konjunkturellen Aussichten schienen sich zuletzt, auch in Anbetracht dieser Thematik, generell einzutrüben. Guter Rat an der Börse ist dementsprechend teuer.

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Aber welche Aktien soll man in diesen schwierigen Zeiten auswählen? Die von Wirecard (WKN: 747206), die in letzter Zeit weiter rasant gewachsen ist, eine Konterchance wie Daimler (WKN: 710000), womit man möglicherweise auf bessere Zeiten spekulieren kann, oder aber eine sehr defensive Wette wie Beiersdorf (WKN: 520000), die quasi immer attraktiv sein könnte? Eine spannende Frage, auf die ich zumindest für mich eine Antwort habe.

Was jetzt für Wirecard sprechen könnte

Aber bevor wir diese Frage beantworten, lass uns zunächst lieber einen flotten Blick auf alle drei Aktien werfen. Wirecard hat innerhalb der vergangenen Wochen und Monate wirklich ein rasantes Wachstum an den Tag gelegt. Allein im zweiten Quartal zeigte der innovative Zahlungsdienstleister erneut, wie schnell sich hier das Zahlenwerk entwickelt.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 36,6 % auf mehr als 1,2 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 35,7 % auf inzwischen über 342 Mio. Euro. Zudem erhöhte man erneut leicht die eigene Ergebnisprognose, was ebenfalls zuletzt eine gewisse Regelmäßigkeit zu haben schien.

Wirecards zahlreiche neue Partnerschaften unterstreichen hierbei ebenfalls, wie rasant das aktuelle Wachstum ist. Besonders bemerkenswert hierbei: Wie die jüngst verkündeten Arrangements mit Aldi oder auch DAX-Mitglied Allianz (WKN: 840400) offenbaren, wird der Kreis der Partnerschaften zunehmend elitärer. Das könnte hier das Wachstum langfristig noch einmal beschleunigen.

Wirecard profitiert generell vom Trend hin zu immer weiteren digitalen Bezahlvarianten. Ein gesellschaftlicher Megatrend, der hier noch langfristig geritten werden kann. Auch wenn Investoren hier immer mal wieder mit einigem Gegenwind rechnen können, wie zu Jahresbeginn durch die Financial Times. Der aktuelle Chancenmix erscheint hier dennoch unterm Strich sehr interessant.

Daimler als Value-Chance mit Potenzial?

Eine zweite Aktie, die gewissermaßen als Turnaround-Chance spannend zu sein scheint, ist die von Daimler. Der Stuttgarter Premiumautomobilproduzent hat inzwischen ordentlich Federn gelassen und könnte womöglich eine interessante, günstige DAX-Aktie sein, die insbesondere bei einem besseren Newsflow Potenzial besitzen dürfte.

Allein seit dem Hoch vom März 2015 hat Daimler inzwischen mehr als die Hälfte des eigenen Börsenwertes eingebüßt. Seit Anfang des Jahres 2018 beläuft sich das Minus noch immer auf mehr als 40 %, was hier zu einer günstigen Bewertung geführt hat.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 konnte die Daimler-Aktie einen Gewinn in Höhe von 6,78 Euro vorweisen, nach 9,84 Euro imJahr 2017, sowie einen Buchwert je Aktie in Höhe von 60,45 Euro. Das bedeutet, dass die Daimler-Aktie bei einem aktuellen Kursniveau von 42,63 Euro lediglich mit einem 2018er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,3 sowie einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,7 bewertet wird. Durchaus günstig, wenn du mich fragst.

Insbesondere wenn Daimler daher kurz- bis mittelfristig zur operativen Stärke des Geschäftsjahres 2018 zurückfinden könnte, wäre das Papier durchaus ein Schnäppchen und könnte ein gewisses Turnaround-Potenzial haben.

Die defensive Klasse von Beiersdorf

Zu guter Letzt könnte auch Beiersdorf aufgrund seines defensiven Geschäftsmodells einen genaueren Blick wert sein. Der Hersteller von Nivea, Eucerin, Hansaplast, 8×4 und weiteren Hygiene- und Sanitärmarken kann letztlich auf ein durchaus krisenresistentes, beliebtes Markenportfolio blicken. Und auf Artikel, die in jeder konjunkturellen Phase gefragt sind.

Beiersdorf verfügt hierbei über ein solides, sehr moderates organisches Wachstum, was viele insbesondere defensiv angehauchte Investoren häufig schätzen. Quasi eine Versicherung, die irgendwie immer performt, auch in schlechten Zeiten.

Im vergangenen Geschäftsjahr kam Beiersdorf auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 3,21 Euro, was bei einem aktuellen Kursniveau von 108,80 Euro einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 34 entsprechen würde. Nicht gerade günstig, aber eine defensive, latent wachsende Aktie hat nun einmal ihren Preis.

Wofür ich mich entscheiden würde …

Bleibt zum Abschluss noch die spannende Frage, wofür ich mich entscheiden würde. Wenn ich zwischen diesen drei Aktien wählen müsste, fiele meine persönliche Wahl ganz klar auf Wirecard.

Wirecard hat sein Schicksal selbst in der Hand, die Wachstumstreiber sind klar erkennbar und zudem zeigt der innovative Zahlungsdienstleister wöchentlich, dass das operative Wachstum mit jeder neuen Partnerschaft aktiv ist.

Daimler und Beiersdorf sind ebenfalls interessant, allerdings stört mich beim Autobauer, dass das Management hier das eigene Schicksal nicht selbst in der Hand hat, und der Nivea-Produzent ist einfach zu ambitioniert bewertet in meinen Augen.

Ob du das auch so siehst oder eine andere Aktie, auch in Anbetracht meiner Einschätzungen, für dich persönlich interessanter findest, ist natürlich eine andere Frage. Allerdings sollten meine Argumente dich zumindest zum Nachdenken bringen, auch wenn du sie letztlich für dich ablehnst.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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