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Snap wieder beim IPO-Preis – Zeit zum Kaufen?

Das Social-Media-Unternehmen Snap (WKN: A2DLMS) ging im März 2017 zu 17 USD pro Aktie an die Börse. Das Unternehmen hinter Snapchat stieg zunächst bis rund 25 USD, aber die Sorgen um das verlangsamte Wachstum, massive Verluste sowie eine hohe Bewertung ließen die Aktie im vergangenen Dezember auf nur 5 USD sinken.

Aber jetzt ist die Aktie eben wieder zum IPO-Preis zu haben. Wer die Aktie also am Tiefststand gekauft hat, hätte seine Investition in weniger als einem Jahr mehr als verdreifacht. Schauen wir doch mal, warum sich die Aktien von Snap erholt haben – und ob die Aktie zu seinem IPO-Preis immer noch ein Schnäppchen ist oder nicht.

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Wie hat Snapchat das Comeback geschafft?

Lange Zeit sagten die Bären, dass das Instagram von Facebook (WKN: A1JWVX) Snapchat aus dem Markt drücken würde, weil die hemmungslos die beliebtesten Funktionen klonen. Snapchats verlangsamendes Wachstum bei den täglich aktiven Nutzern (DAUs) schien diese Sorge zu belegen, und die Investoren stießen die Aktie ab.

Doch im ersten Quartal 2019 stiegen die Nutzer von Snapchat um 2 % sequenziell auf 190 Millionen, was darauf hindeutet, dass die App eben nicht irrelevant wird. Dieses Wachstum setzte sich im zweiten Quartal 2019 fort, als das Wachstum der DAUs sequenziell und jährlich auf 203 Millionen stieg:

DAU-Wachstum Q2 2018 Q3 2018 Q4 2018 Q1 2019 Q2 2019
sequenziell (2 %) (1 %) 0 % 2 % 7 %
jährlich 8 % 5 % 0 % (1 %) 8 %

Quelle: Einnahmeberichte von Snap

Snap führte diesen Wachstumsschub auf das Redesign der Android-App zurück, die 7 % mehr Snaps als die alte Version verzeichnete und die Bindungsraten bei neuen Nutzern um 10 % erhöhte. Es wurde auch festgestellt, dass 75 % der 13- bis 34-Jährigen in den USA Snapchat verwenden und dass man im Ausland weiterhin Nutzer gewinnt.

Die DAUs von Snap wuchsen sequenziell und jährlich in allen globalen Regionen (Nordamerika, Europa und Rest der Welt) sowohl auf iOS als auch auf Android. Snap sagte auch, dass die Geschwindigkeit seiner Discover-Inhalte jährlich um 35 % stieg und dass die tägliche Zeit, die Snapchat-Nutzer damit verbrachten, Discover zu sehen, dank der neuen Originalserien um 60 % anstieg. Darin heißt es, dass sich die Gesamtzeit, die mit dem Betrachten der drei- bis fünfminütigen Snap-Serien verbracht wurde, im Jahresvergleich „mehr als verdreifacht“ hat.

Diese Tatsachen und Snaps Fokus auf den Verkauf von mehr Self-Service-Werbung über die automatisierte Plattform führten zu einem Anstieg des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer (ARPU) um 37 % pro Jahr – was den beeindruckenden Kurs des Unternehmens von mehr als 30 % ARPU-Wachstum im vergangenen Jahr bestätigt:

Kennzahl Q2 2018 Q3 2018 Q4 2018 Q1 2019 Q2 2019
ARPU 1,40 USD 1,60 USD 2,09 USD 1,68 USD 1,91 USD
jährliches Wachstum 34 % 37 % 37 % 39 % 37 %

Quelle: Einnahmeberichte von Snap

Infolgedessen stieg der Umsatz von Snap jährlich um 48 % auf 388 Millionen USD, was die Schätzungen um 30 Millionen USD übertraf und das stärkste Wachstum des Unternehmens seit fünf Quartalen darstellt. Es wird erwartet, dass sich diese Dynamik mit einem Umsatzwachstum von 38 bis 46 % im dritten Quartal fortsetzt.

Aber was ist mit Gewinnen und Cashflows?

Das Umsatzwachstum von Snapchat ist zwar beeindruckend, aber immer noch zutiefst unrentabel. Der Fokus auf Kostensenkungen zahlt sich jedoch allmählich aus – der operative Verlust verringerte sich von 358 Millionen USD vor einem Jahr auf 305 Millionen USD, der Nettoverlust von 373 Millionen USD auf 255 Millionen USD und der bereinigte EBITDA-Verlust von 139 Millionen USD auf 79 Millionen USD.

Aber Snap verbrennt immer noch eine Menge Geld. Man beendete das Quartal mit 336 Millionen USD an liquiden Mitteln, Ende 2018 waren es noch 387 Millionen USD. Der Fokus von Snap auf Kostensenkungen zahlt sich allerdings langsam aus. Der operative Cashflow verbesserte sich im Quartal um 104 Millionen USD auf minus 96 Millionen USD, während sich der freie Cashflow um 131 Millionen USD auf minus 103 Millionen USD verbesserte.

Während der Telefonkonferenz erklärte Finanzvorstand Derek Andersen, dass Snap sich weiterhin auf „Fortschritte in Richtung Profitabilität und positiver freier Cashflow“ konzentriere und gleichzeitig strategische Investitionen in sein Geschäft tätige, darunter neue Inhalte für Discover, AR-Objektive und Filter sowie weitere Tools für Entwickler.

Snap hat noch keinen klaren Zeitplan für den Weg in Richtung Profitabilität vorgelegt, erwartet aber einen bereinigten EBITDA-Verlust zwischen 60 und 85 Millionen USD für das dritte Quartal. Vor einem Jahr war es noch ein Verlust von 138 Millionen USD. Analysten gehen davon aus, dass das Ergebnis noch mindestens zwei weitere Jahre im Minus bleiben wird.

Lohnt sich der Kauf von Snap zum IPO-Preis?

Snap wird zu etwa dem 14-Fachen des Umsatzes und zum 11-Fachen des für kommendes Jahr erwarteten Umsatzes gehandelt. Diese Bewertungen sind angemessen, insbesondere im Vergleich zur damaligen IPO-Bewertung von mehr als dem 30-Fachen des Umsatzes, aber trotzdem ist das noch immer über den Bewertungen der Rivalen.

Zum Vergleich: Facebook wird zum Siebenfachen der für nächstes Jahr erwarteten Umsätze gehandelt, ist konstant profitabel und läuft nicht Gefahr, innerhalb weniger Jahre mittellos dazustehen. Allerdings wächst Facebook langsamer als Snap, und Snap könnte mehr Platz zum Wachsen haben, wenn man immer wieder neue Benutzer dazuholt und sie einbindet.

Snap ist keine ideale Investition für risikoscheue Investoren. Aber die Risikobereiten könnten erwägen, jetzt eine kleine Position zu kaufen – denn hier könnte echt Platz für Wachstum sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook. Leo Sun besitzt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel erschien am 25.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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