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Wo wird Coca-Cola in 5 Jahren stehen?

Der legendäre Getränkekonzern Coca Cola (WKN: 850663) zahlt eine Dividendenrendite von 3 % und erhöht seit über einem halben Jahrhundert Jahr für Jahr seine Ausschüttung. Das macht die Aktie zu einem Dividendenkönig, ein Elitetitel, der nur den S&P-500-Unternehmen verliehen wird, die ihre Auszahlungen seit mindestens 50 Jahren in Folge erhöht haben.

Warren Buffetts Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) ist mit einem Anteil von rund 9,4 % auch der größte Aktionär von Coca-Cola. Er sagte ja einmal, dass er selber so viel Coca-Cola trinke, dass er „zu einem Viertel aus Cola“ bestehe.

Diese beiden Fakten deuten darauf hin, dass Coca-Cola eine gute Investition ist. Eine Tatsache, die auf das Gegenteil hindeutet, ist die wachsende Zahl der Verbraucher, die heute allerdings lieber andere, gesündere Getränke kaufen und trinken. Und das wirft natürlich Bedenken hinsichtlich des langfristigen Wachstums auf.

Schauen wir uns doch mal einige der Schwierigkeiten an, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist. Und dann wagen wir mal eine Prognose, wo Coca-Cola in fünf Jahren stehen könnte.

Verlangsamt sich das Wachstum von Coca-Cola?

Der größte langfristige Gegenwind von Coca-Cola ist der Rückgang der Umsätze bei Erfrischungsgetränken. Der Verbrauch in den USA liegt laut Beverage Digest derzeit auf einem Drei-Jahres-Tief, und diese Schwäche herrscht auch in anderen Ländern vor. Strengere Vorschriften, einschließlich der Steuern auf zuckerhaltige Getränke in mehreren Märkten, lassen die Verbraucher zu anderen Getränken greifen.

Das versucht Coca-Cola zu kontern, indem das Unternehmen sein Portfolio (einschließlich Tee, Saft, abgefülltes Wasser und Energy Drinks) diversifiziert, seine kohlensäurehaltigen Produkte mit kalorienreduzierten Versionen, kleineren Portionsgrößen und neuen Geschmacksrichtungen auffrischt und durch Investitionen und Akquisitionen expandiert. Darunter etwa die Beteiligung von 19 % an Monster Beverage (WKN:A14U5Z) und die erst neulich erfolgte Übernahme von Costa Coffee.

Das ist allerdings ein polarisierendes Thema für Investoren. Die Bullen stellen fest, dass das organische Wachstum von Coca-Cola – das Währungsgegenwinde und die Auswirkungen von Akquisitionen, Veräußerungen von Kühlanlagen und Abfüllbetrieben ausschließt – in den vergangenen Jahren positiv geblieben ist. Die Bären hingegen sagen, dass das berichtete Wachstum, das all diese problematischen Faktoren beinhaltet, ein ganz anderes Bild zeigt:

Geschäftsjahr 2014 2015 2016 2017 2018
Organische Absätze 3 % 4 % 3 % 3 % 5 %
Berichtete Absätze (2 %) (4 %) (5 %) (15 %) (10 %)

Coca-Colas Wachstum ggü. dem Vorjahr. Quelle: Ergebnisberichte von Coca-Cola

Das berichtete Umsatzwachstum von Coca-Cola stand vor zwei großen Hürden: der Stärke des US-Dollars und dem Zukauf der Abfüllanlagen. Coca-Cola hat zuvor einen großen Teil seiner Getränke abgefüllt und verkauft, was bis zu fünfmal so viel Umsatz pro Getränk generiert wie das Sirupkonzentrat. Aber das ist ein kapitalintensives Geschäft, das die Margen kürzt – deshalb hat man in den letzten Jahren einen großen Teil seiner Abfüllbetriebe an unabhängige Abfüller verkauft. Diese Strategie steigerte dann zwar die Margen, vergrößerte aber die Lücke zwischen dem organischen und dem ausgewiesenen Umsatz.

Die wichtigsten positiven Aspekte

Andererseits könnten sich diese Probleme bald in Luft auflösen. Der Dollar könnte schwächeln, die anderen Währungen könnten sich erholen und Coca-Cola hat seine Abfüllanlagen in den Hauptmärkten – darunter Nordamerika, China, Japan, Kanada und Lateinamerika – bereits wieder unter Dach und Fach.

Betrachtet man das Unit-Case-Volumen und das regionale Wachstum von Coca-Cola, so sieht das Kerngeschäft weiterhin gesund aus. Das Stückgutvolumen von Coca-Cola wuchs 2018 in allen Regionen der Welt, mit Ausnahme von Lateinamerika, das über das Jahr weg stagnierte. Der organische Umsatz stieg in allen Regionen mit Ausnahme von Nordamerika, wo das Wachstum unverändert blieb. Diese Ergebnisse zeigten, dass sich die Portfolioerweiterung von Coca-Cola auszahlt und das Schwächeln der wichtigsten Marken durch andere Getränke kompensiert.

Die vergleichbare Bruttomarge von Coca-Cola stieg ebenfalls von 62,7 % im Jahr 2017 auf 63,1 % im Jahr 2018, und die vergleichbare operative Marge stieg von 26,9 % auf 30,8 %. Diese Verbesserungen sind auf die Veräußerung mehrerer Abfüllbetriebe, anhaltende Steigerung der Produktivität und Senkungen der Kosten zurückzuführen. Außerdem legt man in bestimmten Märkten nicht mehr so viel Wert auf Produkte mit niedrigeren Margen (wie Wasser und Tee). Diese Verbesserungen deuten darauf hin, dass die Einnahmen von Coca-Cola nicht so schnell rapide abnehmen dürften.

Coca-Cola geht davon aus, dass der organische Umsatz in diesem Jahr um 4 % steigen wird und die vergleichbaren EPS etwa konstant bleiben. Man erwartet, dass die Übernahme von Costa „leicht positiv“ auf das Ergebnis 2019 wirkt, hat aber keine längerfristige Prognose für die neue Tochtergesellschaft abgegeben.

Die langfristigen Prognosen und Bewertungen

Die Wall Street erwartet, dass das Ergebnis von Coca-Cola in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 5 % jährlich steigen wird. Der Konkurrent PepsiCo (WKN: 851995), der über ein stärker diversifiziertes Portfolio an Getränken und Nahrungsmittelmarken verfügt, dürfte im gleichen Zeitraum ein jährliches Gewinnwachstum von 4 % erzielen.

Basierend auf diesen Prognosen haben Coca-Cola und PepsiCo ein PEG-Verhältnis von fünf Jahren von 5,0 bzw. 6,4. Aktien mit PEG-Kennzahlen unter 1 gelten als unterbewertet, sodass keine der beiden Aktien im Vergleich zum langfristigen Gewinnwachstum günstig erscheint. Stattdessen wirken beide Aktien zu aktuellen Kursen etwas überbewertet – vermutlich, weil Investoren bei Schwierigkeiten am Markt sich diese beiden soliden Aktien ins Depot holten.

Anleger sollten die langfristigen Prognosen der Analysten zwar nicht übermäßig ernst nehmen, aber ein Ergebniswachstum im mittleren einstelligen Bereich klingt für Coca-Cola und PepsiCo nachvollziehbar. Keines der beiden Unternehmen wird innerhalb der nächsten fünf Jahre die Segel streichen, aber beide müssen ihre Marken sorgfältig optimieren, Kosten senken und schlaue Akquisitionen tätigen oder anderweitig investieren, um weiterhin so gut wie möglich zu wachsen.

Das Fazit

Coca-Cola ist nach wie vor eine solide langfristige Investition, aber Investoren sollten die Aktie nicht unbedingt jetzt kaufen, da sie zum 23-Fachen der erwarteten Einnahmen gehandelt wird. Es gibt auch andere Dividendenkönige oder Dividendenaristokraten, die höhere Renditen und niedrigere Bewertungen aufweisen.

Coca-Colas Aktien werden in fünf Jahren wahrscheinlich höher gehandelt als heute, aber ich bin nicht überzeugt, dass sie den breiteren Markt schlagen werden – besonders wenn positive Nachrichten (wie ein Trade Deal mit China) Investoren dazu veranlasst, defensive Aktien wie Coca-Cola zu veräußern, um wieder stärker auf Wachstumswerte zu setzen.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway und Monster Beverage. Leo Sun besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 17.7.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.