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SAP-Aktie nach Quartalszahlen unter Druck: Clevere Investoren schauen aber genauer hin

Foto: Getty Images

Wenn die Berichtssaison beginnt und die Aktiengesellschaften ihre Zahlen auf den Tisch legen müssen, kommt es immer wieder zu teils heftigen Kursreaktionen. Es kann kurzfristig steil nach oben gehen oder aber in die entgegengesetzte Richtung. Je nachdem, wie die Zahlen von den Investoren interpretiert werden.

Bei Deutschlands größtem Softwarekonzern und DAX-Schwergewicht SAP (WKN: 716460) ging es nach Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal 2019 mit dem Kurs der Aktie recht deutlich nach unten. Aber auf den ersten Blick sehen die abgelieferten Ergebnisse eigentlich gar nicht so schlecht aus. Was ist es also, das den Anlegern hier sauer aufstößt? Beschäftigen wir uns also einmal genauer mit dem Walldorfer Konzern und versuchen es herauszufinden.

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Schauen wir auf die Zahlen

Sieht man sich die Mitteilung von SAP zum zweiten Quartal 2019 an, erkennt man auf breiter Front zweistelliges Wachstum. Vor allem die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft entwickeln sich hervorragend, und auch die Cloud-Bruttomarge steigt um 4 Prozentpunkte an.

Insgesamt stiegen die Cloud- und Softwareerlöse um 11 % auf 5,50 Mrd. Euro. Im Vorjahresquartal waren es nur 4,94 Mrd. Euro gewesen. Wie wichtig das Cloud-Geschäft mittlerweile für SAP geworden ist, sieht man, wenn man sich einmal die Clouderlöse separat betrachtet. Diese haben sich nämlich von 1,21 Mrd. Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres auf 1,69 Mrd. Euro im abgelaufenen Quartal erhöht. Und dies bedeutet einen Anstieg von stolzen 40 %.

Auch der Umsatz konnte im letzten Quartal zweistellig zulegen. Er wuchs um 11 % auf insgesamt 6,63 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal des Jahres 2018 musste man sich noch mit 5,99 Mrd. Euro an Umsatzerlösen zufriedengeben.

Man findet aber auch negative Aspekte, wenn man sich das Zahlenwerk anschaut. Denn trotz des hohen Wachstums sank das Betriebsergebnis im zweiten Quartal 2019 um 21 % auf nunmehr nur noch 827 Mio. Euro. Und auch der Gewinn nach Steuern fiel mit 582 Mio. Euro 19 % niedriger aus als noch im zweiten Quartal des Vorjahres.

Wo drückt hier also der Schuh?

Wir sehen bei SAP also hohes Wachstum und mehr Umsatz, aber gleichzeitig einen Rückgang beim Betriebsergebnis und beim Gewinn. Wie passt das zusammen? Es sind höhere Kosten, die das Unternehmen derzeit belasten.

Der Konzern hatte bereits im Januar 2019 eine größere Umbaurunde angestoßen. Hierbei sollen bis zu 4.400 Mitarbeiter mittels Abfindungen die Firma verlassen oder in andere Funktionen wechseln. Da sich in Deutschland nun mehr Mitarbeiter für das Abfindungs- bzw. Vorruhestandsprogramm entschieden haben als erwartet, musste SAP dafür noch einmal 200 Mio. Euro beiseitelegen. Hier summieren sich die Kosten in diesem Jahr auf knapp 1,10 Mrd. Euro.

Auch die bei SAP übliche aktienbasierte Vergütung verschlang in den Monaten April bis Juni 2019 mit 600 Mio. Euro mehr Geld als angenommen. Und für das Gesamtjahr rechnet SAP jetzt hierfür mit Kosten von bis zu 1,9 Mrd. Euro. Dies ist hauptsächlich dem in diesem Jahr schon stark gestiegenen Aktienkurs geschuldet.

Probleme gab es auch mit der profitableren Lizenzsoftware. Sie schnitt im zweiten Quartal 2019 schwächer ab als erwartet. Hier bremste vor allem der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China das Asiengeschäft aus. Doch SAP-Chef Bill McDermott rechnet damit, dass die verschobenen Projekte der Kunden noch realisiert werden. Auch bekräftigte er entschlossen den Ausblick für das Gesamtjahr.

Was macht die Aktie?

Die SAP-Aktie reagierte heftig und ging nach Bekanntwerden der Quartalszahlen in die Knie. Im Tagesverlauf verlor sie stellenweise rund 10 %, schloss aber im Xetra-Handel mit 113,32 Euro (18.07.2019) nur noch 5,61 % tiefer als am Vortag.

Doch ob die abgelieferten Zahlen die Aktie von SAP lange unter Druck bringen werden, ist fraglich. Denn viele Analysten sehen die weitere Entwicklung der Aktie positiv. Der Experte von JPMorgan (WKN: 850628), Stacy Pollard, sieht nur eine gewisse Enttäuschung bei den Investoren, weil sie im zweiten Quartal eine höhere Geschäftsdynamik erwartet hätten. Und Knut Woller von der Baader Bank (WKN: 508810) sieht SAP auf einem guten Weg, die bestätigten Jahresziele auch zu erreichen. Beide Analysten empfehlen die SAP-Aktie denn auch zum Kauf.

Die Aktie von SAP ist ein solides Investment und sollte ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen können. Voraussetzung dafür sind aber wieder steigende Margen und niedrigere Kosten. Aber man kann hier meiner Meinung nach optimistisch sein. Und so bleibt die SAP-Aktie für Foolishe Investoren auch weiterhin interessant.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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