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Glyphosat-Prozesse! Reduzierung der Strafzahlung für Bayer: Die Aktie bietet jetzt einiges an Turnaround-Potenzial

Foto: Bayer AG

Wenn sich Unternehmen vergrößern wollen, um damit besser im Markt bestehen zu können, kommt es häufig zu größeren Zusammenschlüssen oder Fusionen zwischen zwei Konzernen. Eines der umstrittensten solcher Unterfangen der letzten Jahre war zweifelsohne die Übernahme von Monsanto durch unseren Traditionskonzern Bayer (WKN: BAY001). Es gab viele mahnende Stimmen, doch der Leverkusener Konzern hat sie alle ignoriert und Monsanto letztendlich geschluckt.

Danach war alles anders

Doch nachdem die Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 abgeschlossen wurde, ging es mit der Bayer-Aktie rapide bergab. Der Grund dafür waren hauptsächlich die Probleme mit Prozessen in den USA wegen der angeblich krebsverursachenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat. Drei Prozesse hat Bayer bereits verloren und es sind noch mehr als 13.400 Klagen in den USA anhängig.

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Bayer versucht indes, sein negatives Glyphosat-Image loszuwerden, und hat in diesem Zusammenhang bekannt gegeben, in den kommenden zehn Jahren 5 Mrd. Euro in die Hand zu nehmen, um damit in zusätzliche Mittel zur Unkrautbekämpfung zu investieren. Wenn man dann vielleicht irgendwann eine etwas weniger „ungesunde“ Alternative für Glyphosat im Portfolio hat, dürfte sich dies durchaus positiv auf den Bayer-Konzern auswirken.

Jetzt gibt es Neuigkeiten

Von einem der Glyphosat-Prozesse, der in Kalifornien anhängig ist, gibt es jetzt etwas Positives zu berichten. Denn wie am 15.07.2019 bekannt wurde, hat der US-Richter Vince Chhabria für diesen Prozess den von einem Geschworenengericht festgelegten Schadenersatz für einen an Krebs erkrankten Mann deutlich reduziert. Nämlich von 80,27 Mio. US-Dollar auf nur noch 25,27 Mio. US-Dollar.

Aber das grundsätzliche Glyphosat-Problem bleibt für Bayer weiterhin bestehen. Denn auch die aktuelle Entscheidung des Richters wird Kläger und ihre Anwälte wohl kaum entmutigen, weiter gegen den Konzern vorzugehen. Richter Chhabria meinte in seiner Urteilsbegründung dann auch, Monsanto sei mehr auf ein Herunterspielen von Sicherheitsbedenken bedacht gewesen, als die Sicherheit des Produktes zu gewährleisten.

Die Streitparteien werden unterdessen von Richter Chhabria zu einer gütlichen Einigung gedrängt. Hierfür wurde von ihm ein weiterer als Musterfall gedachter Prozess auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Als Schlichter wurde der US-Staranwalt Ken Feinberg bestellt. Und Bayer? Bayer hat angekündigt, sich konstruktiv in die Mediation einbringen zu wollen.

Wann kommt die Wende bei der Bayer-Aktie?

Diese Frage ist natürlich nicht so leicht zu beantworten. Nach der Meldung von der Reduzierung der Strafe für Bayer hat die US-Investmentbank Goldman Sachs (WKN: 920332) die Bayer-Aktie auf „Buy“ mit einem Kursziel von 77 Euro belassen.

Die zu erwartenden finanziellen Belastungen für Bayer sind für viele Analysten bereits über Gebühr in den Kurs eingepreist. Gunther Zechmann, der Experte von Bernstein Research, meint, es würden mittlerweile schon Kosten von fast 30 Mrd. Euro vom Aktienkurs reflektiert. Doch im Falle eines Vergleichs mit der Klägerseite, der als wahrscheinlichstes Szenario gilt, rechnen die Analysten allerdings nur mit 10 Mrd. Euro an Belastung für Bayer.

Seit Mitte Juni hat der Kurs der Bayer-Aktie wieder den Weg nach oben eingeschlagen und notiert derzeit bei 59,08 Euro (16.07.2019). Doch das 52-Wochen-Hoch der Aktie lag bei 97,03 Euro. Und davon ist der Kurs noch meilenweit entfernt. Auf Sicht von einem Jahr notiert die Aktie von Bayer also auf den hinteren DAX-Rängen. Aber hier mittlerweile vor Continental (WKN: 543900), ThyssenKrupp (WKN: 750000) und Covestro (WKN: 606214).

Die Aktie von Bayer kommt im Moment mit einem sehr niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8,65 und, bezogen auf die letzte Ausschüttung, mit einer Dividendenrendite von 4,74 % daher. Und sie bietet enormes Aufholpotenzial und Turnaround-Fantasie, sollte sich hier der Himmel aufhellen oder sogar die Nachricht über einen Vergleich in den Glyphosat-Prozessen die Runde machen.

Denn sollte sich dann herausstellen, dass die Kosten dafür doch nicht so hoch ausfallen wie angenommen, dann könnte die Bayer-Aktie ganz schnell wieder zu den Überfliegern im DAX gehören.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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