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Warum die Übernahme der Osram-Licht-Aktie nur für einen attraktiv ist und was danach drohen könnte

Glühbirne als Symbol einer genialen Idee
Foto: Getty Images

Osram Licht (WKN: LED400)-Aktien standen bereits seit Anfang des letzten Jahres (2018) unter großem Druck. Selbst mit dem letzten Anstieg gerechnet, notieren sie heute immer noch über 58 % unter dem Hoch von Januar 2018 (05.07.2019).

Auch die Bewertung hat sich deutlich reduziert. Notierte die Firma zum Hoch noch zum 2,9-Fachen des Buchwertes, steht sie heute nur noch beim 1,3-Fachen. Dies wurde auch von Investoren nicht übersehen, die nun eine große Chance sehen.

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Das Übernahmeangebot

Die beiden amerikanischen Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle Group (WKN: A1JXD8) bieten zusammen 35 Euro je Osram-Licht-Aktie. Dies entspricht 3.390 Mio. Euro oder dem 1,27-Fachen des 2018er-Buchwertes. Für die Investoren ist dies ein günstiger Preis, für Osram-Aktionäre dagegen eher nicht. Zwar gibt es Schutzzusagen für Mitarbeiter und Standorte, aber diese gelten wahrscheinlich nur für eine bestimmte Zeit.

Unternehmen mit Schwierigkeiten

Vielleicht greift Osrams neue Strategie und das Unternehmen erreicht mit Automobillösungen, LED-Halbleitern und digitalen Anwendungen tatsächlich wieder Wachstum. Über die letzten neun Jahre ist das eigene Geschäft in Summe allerdings nur geschrumpft (obwohl die Konjunktur boomte), und es gab einen Grund, warum Siemens (WKN: 723610) Osram aus dem Konzern gelöst hat: kein Wachstum. Am Ende hat der Konzern sogar alle Anteile verkauft.

Zudem spürt Osram Licht derzeit die Konjunkturabkühlung aufgrund seines stark zyklischen Geschäfts sehr deutlich. Insbesondere die Nachfrage aus der Automobilindustrie hat im zweiten Quartal 2019 deutlich nachgelassen. Umsatz und operativer Gewinn sanken um 13,5 beziehungsweise 92,5 %. In Summe wurde ein Verlust in Höhe von 97 Mio. Euro verbucht.

Die Investoren könnten stark profitieren

Für Bain Capital und Carlyle Group ist die Situation ideal, weil sie in der aktuellen Krise keinen hohen Preis zahlen müssen, aber von der Sanierung im späteren Verlauf deutlich profitieren könnten. Die jetzigen Aktionäre wären hingegen mit einem niedrigen Preis abgefunden. So möchte Osram Licht bis 2021 über 200 Mio. Euro einsparen, wodurch das Ergebnis wieder deutlich anziehen würde. Bei einer Konjunkturbelebung wäre der Effekt umso größer.

Es scheint fast so, als bekäme das Management aktuell keine Unterstützung vom Kapitalmarkt und gehe deshalb auf einen sehr niedrigen Übernahmepreis ein. Das Osram-Licht-Management bezeichnet den Preis als attraktiv für die Aktionäre. Aber weder für die Anleger, die seit 2013, noch für jene, die später hinzugekommen sind, ist das Angebot zufriedenstellend. Nur wenn man davon ausgeht, dass Osram Licht langfristig keine Zukunft besitzt, wäre es eine Ausstiegsmöglichkeit.

Zustimmung der Aktionäre nicht gewiss

Zwar haben Management und Gewerkschaften bereits der Übernahme zugestimmt, aber sie ist damit noch keine Gewissheit. Grund ist die breite Streuung der Anteile und dass am Ende 70 % aller Aktionäre zustimmen müssen.

So gehören Allianz Global Investors, DWS Investment und  Schroder Investment Management zu den größten Anteilseignern. Ob sie zu diesem Preis aussteigen, bleibt abzuwarten.

Was Osram Licht jetzt drohen könnte

Bain Capital und Carlyle Group sind Finanzinvestoren, die am Ende immer nur ein Ziel verfolgen: hohe Renditen. Sollte Osram Lichts Strategie nicht zu Resultaten führen, werden sie den Druck erhöhen. Oft folgen dann in den unprofitablen Bereichen drastische Sparmaßnahmen. Dies zeigt die Historie der beiden Gesellschaften, die auch vor Abwicklungen nicht zurückschrecken, wenn es sich rechnet.

Ein ähnliches Geschäft betrieb auch Warren Buffett in seinen Anfangsjahren, als er kriselnde Firmen kaufte, um sie anschließend zu sanieren und zu einem viel höheren Preis wieder zu verkaufen.

Foolishes Fazit

Das Übernahmeangebot ist vor allem für die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle Group attraktiv, weil sie zu einem niedrigen Kurs einsteigen und von der zukünftigen Sanierung allein profitieren würden.

Für die bisherigen Aktionäre ist es in Summe kein gutes Geschäft. Trotz Zusagen könnte es auch bei den Mitarbeitern aufgrund der aktuellen Konzernlage und den langfristigen Renditezielen der Investoren zu Einschnitten kommen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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