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Cannabis: 1 Milliarde Gründe, warum weitere US-Staaten den Handel legalisieren werden

Foto: Getty Images.

Es gibt ziemlich viele Gründe, warum die meisten Staaten in den USA den Handel mit Cannabis immer noch nicht legalisiert haben. Einige denken, dass eine Legalisierung zu erhöhtem Drogenmissbrauch führt. Andere sind besorgt über die möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, die mit Cannabis zusammenhängen könnten. Viele sorgen sich, dass Jugendliche eher mit Marihuana in Berührung kommen, wenn es für Erwachsene legal ist.

Es werden weiterhin Argumente für und gegen diese Bedenken vorgebracht. Unterdessen hat der US-Bundesstaat Colorado kürzlich etwas verkündet, was mit ziemlicher Sicherheit die Aufmerksamkeit von Senatoren und Gesetzgebern in den USA auf sich zog. Und diese Ankündigung lieferte, bildlich betrachtet, gleich 1 Milliarde Gründe, warum auch andere US-Staaten wohl in  Zukunft Cannabis legalisieren werden.

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Höher, immer höher

Colorado hat jetzt mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Einnahmen aus Marihuanasteuern, Lizenzen und Gebühren verdient. Das ist der höchste Betrag, den ein Staat bisher aus der Legalisierung von Marihuana gezogen hat. Die Gesamtverkäufe von Marihuana seit der Eröffnung des legalen Marktes in Colorado im Jahr 2014 belaufen sich auf über 6,56 Milliarden US-Dollar.

Die Marihuanaverkäufe in Colorado wachsen weiter, wenn auch langsamer als in den Vorjahren. Im Jahr 2018 berichtete Colorado Marihuanaverkäufe von fast 1,55 Milliarden US-Dollar gegenüber 1,51 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017. Während der ersten vier Monate dieses Jahres beliefen sich die Marihuanaverkäufe im Staat auf mehr als 522 Millionen US-Dollar. Das sind fast 1,57 Milliarden US-Dollar auf Jahresbasis.

Was hat Colorado mit dem Geld gemacht, das es durch die Legalisierung verdient hat? Nun, Schulen haben einen Großteil des Geldes erhalten. 90 % der staatlichen Verbrauchssteuer auf Cannabis aus dem Einzelhandel geht an einen Fonds, der beim Bau öffentlicher Schulen hilft. Der Rest der Einnahmen aus Steuern wird an einen permanenten Fonds weitergeleitet, der zur Unterstützung öffentlicher Schulen verwendet wird.

Colorado erhebt eine Steuer von 15 % auf den Verkauf von Cannabis. Der Staat behält 90 % der Einnahmen aus dieser Steuer, während 10 % lokal für die Nutzung durch Städte und Landkreise einbehalten werden. Colorado investiert fast 12,6 % seines Anteils an diesem Geld in einen öffentlichen Schulfonds. Der Rest des Geldes geht an einen Fonds, der zur Deckung von Regulierungsmaßnahmen und zur Finanzierung von Initiativen im Bereich Gesundheit verwendet wird, auch zur Prävention des Cannabiskonsums bei Jugendlichen.

Es gibt noch weitere positive wirtschaftliche Auswirkungen durch die Legalisierung. Colorados Gouverneur Jared Polis sagte, dass die legale Cannabisindustrie „hilft, unsere Wirtschaft durch die Schaffung von Arbeitsplätzen voranzutreiben“. Derzeit gibt es 2.917 lizenzierte Marihuanaunternehmen im Staat mit 41.076 Personen, die für die Branche arbeiten.

Auf den Zug aufspringen

Es ist nicht verwunderlich, dass bereits mehr Staaten auf den Zug aufgesprungen sind. Elf Staaten sowie der District of Columbia haben Cannabis legalisiert, wobei Illinois neulich als letzter Zugang hinzukam.

Kalifornien ist der bisher größte Staat, der Cannabis legalisiert hat. Dort erwartete man letztes Jahr etwa 1 Milliarde US-Dollar aus Steuern und Gebühren aus dem Markt. Die tatsächliche Gesamtzahl fiel jedoch viel geringer aus – gerade mal 345,2 Millionen US-Dollar. Dieser Rückgang ist zu einem großen Teil auf zu hohe Steuersätze und komplizierte Regularien zurückzuführen.

Auch Massachusetts hat seit Marktstart einige Schwankungen durchgemacht. Der Staat erwartete bis zur Jahresmitte 63 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen, hatte aber bis März weniger als 6 Millionen US-Dollar verdient. Wie in Kalifornien erweist sich auch in Massachusetts der regulatorische Rahmen für die Zulassung von Cannabisgeschäften als Wachstumshemmnis.

Aber es ist ja noch sehr früh. Es ist denkbar, dass andere Staaten aus den Fehlern in Kalifornien und Massachusetts lernen werden – und aus den Erfolgen Colorados. Man sollte auch bedenken, dass es in Colorado einige Jahre gedauert hat, bis alles richtig ineinandergreifen konnte.

Ich denke, dass die Legalisierung in den Staaten dem Muster der staatlichen Lotterien folgen könnte, aber in einem noch schnelleren Tempo. Vor 1964 verfügte kein US-Bundesstaat über eine Lotterie. Heute hat fast jeder Staat eine. Höhere Steuereinnahmen zur Finanzierung staatlicher Programme sind einfach zu verlockend. Und Colorado hat gezeigt, wie man mit der Legalisierung von Marihuana jede Menge Steuereinnahmen erzielen kann.

Vom Trend profitieren

Als Anleger kann man vom Trend der Legalisierung profitieren: Eine Möglichkeit ist, in die Aktien von Unternehmen zu investieren, die direkt in der Branche tätig sind, etwa als Cannabiszüchter oder -händler. Eine weitere Möglichkeit ist die Investition in die Aktien von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die Cannabisindustrie liefern.

Meiner Meinung nach sieht von den reinen US-Marihuanaaktien Cresco Labs (WKN:A2PAHM) als vielversprechendster Kandidat aus. Mit der anstehenden Übernahme von Origin House (WKN:A2DH0P) ist das Unternehmen auf dem besten Weg, ein großer Player zu werden. Wenn der Deal abgeschlossen ist, wird Cresco in elf US-Staaten sowie Kanada tätig sein, 21 Einzelhandelscannabisläden mit 51 Gesamtlizenzen betreiben und 56 Cannabismarken vermarkten. Dank des Buyouts von Origin House wird Cresco auch in Kalifornien der führende Händler von legalen Marihuanaprodukten sein.

Es gibt ein paar zusätzliche Anbieter, die meiner Meinung nach gute Chancen bieten sollten. KushCo Holdings (WKN: A2N456) ist der führende Anbieter von Verpackungslösungen für Cannabiszüchter. Das Unternehmen bietet auch Kohlenwasserstoffe und Lösungsmittel an, die bei der Extraktion von Cannabinoiden wie CBD aus Cannabis verwendet werden. Die KushCo-Aktien sind in diesem Jahr bisher gesunken, aber ich denke, dass sie sich mit der Expansion des US-Hanfmarktes erholen werden.

Zudem gefällt mir Scotts Miracle Gro (WKN:883369). Das Unternehmen ist vor allem für seine Produkte im Bereich Rasen und Garten bekannt. In den letzten Jahren hat sich Scotts aber auch zu einem der führenden Anbieter von Hydrokulturlösungen für die Cannabisindustrie entwickelt. Das Unternehmen hat eine der profitabelsten Cannabisaktien am Markt und sollte weiter größere Gewinne einfahren, sobald erst mal weitere US-Staaten Cannabis legalisieren.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von KushCo Holdings und Origin House. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 22.6.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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