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ETF-Sparpläne für den Nachwuchs – so wird’s gemacht

Ob für den Führerschein, für’s Studium, für einen Auslandsaufenthalt oder einfach als Starthilfe ins Erwachsenenleben – es gibt viele gute Gründe, um ein finanzielles Polster für den Nachwuchs zu bilden.

Je früher man damit anfängt, desto besser – dann kann der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung entfalten. Gleichzeitig reduziert ein langfristiger Anlagehorizont das Verlustrisiko.

Warum ETFs ein sinnvolles Werkzeug zur Bildung eines finanziellen Polsters für unsere Kinder sind, was man beim Depot beachten sollte und welche ETFs ich für geeignet halte, erfährst du, wenn du weiterliest!

Warum ETF?

Grundsätzlich ist ein ETF nichts anderes als ein Aktienfonds – man kann sich beide als einen Korb voller Aktien vorstellen. Der große Unterschied: Ein klassischer Aktienfonds wird von einem Fondsmanager gemanagt, oft sogar einem ganzen Team. Das verursacht natürlich Kosten – genau die fallen bei einem ETF viel niedriger aus.

Denn ein ETF bildet in den allermeisten Fällen „nur“ einen Index ab – also beispielsweise den DAX, den Dow Jones oder den Nikkei. Hierfür braucht es keinen teuren Manager – daher sind die Kosten für uns Anleger bei ETFs deutlich niedriger als beim klassischen Aktienfonds.

Trotzdem kann man mit einem ETF ordentliche Renditen erzielen – der DAX beispielsweise hat seit seinem Start durchschnittlich knapp 8 % pro Jahr abgeworfen. Eine Performance, die viele Fondsmanager – nach Abzug der Gebühren – nicht überbieten können.

Vergleicht man diese Performance mit einem Tagesgeldkonto – rechnen wir großzügig mit 0,5 % Zinsen – bezogen auf das 18. Lebensjahr, zeigt sich, wie wichtig eine vernünftige Geldanlage für unsere Kinder ist.

Anfangskapital Kapital nach 18 Jahren
Tagesgeldkonto (0,5 %)    10.000 Euro         10.939,29 Euro
DAX-ETF (8,0 %)    10.000 Euro         39.960,19 Euro

Quelle: Berechnung des Autors

Klar – die Rendite der Vergangenheit stellt keine Garantie für die Zukunft dar. Wer aber – wie ich – daran glaubt, dass sich die Menschheit stetig weiterentwickeln wird, der sollte auch kaum Zweifel daran haben, dass die Wirtschaft langfristig gesehen auch zukünftig wachsen wird. Zumindest die Unternehmen, die die Weiterentwicklung aktiv mitgestalten.

Die Beteiligung an der Wirtschaft ist also insbesondere für Kinder interessant, weil wir hier einen sehr langfristigen Anlagehorizont haben – kurzfristige Kurseinbrüche können problemlos ausgesessen werden.

Doch wie legt man eigentlich ein Depot für den Nachwuchs an? Braucht man überhaupt ein extra Konto für die Tochter oder den Sohn?

Ein neues Depot für den Nachwuchs muss her

Ich kann und möchte dir an dieser Stelle keine Empfehlung geben, welcher Depot-Anbieter der richtige für dich ist – ich kann lediglich meine persönliche Erfahrung bezüglich der comdirect mit dir teilen. Dort gelten derzeit bei regelmäßiger Sparplanausführung folgende Konditionen (Stand: 14.06.2019).

  • keine Gebühr für die Depotführung
  • kostenloses Verrechnungskonto (Girokonto)
  • 1,50 % Gebühr pro Orderausführung (Aktions-ETFs sind sogar ohne Gebühren handelbar)
  • keine zusätzlichen Gebühren für Dividenden oder andere Ausschüttungen

Ich persönlich kann mit diesen Konditionen sehr gut leben und sehe daher keinen Grund, mich nach anderen Anbietern umzusehen! Aber diese Entscheidung muss natürlich jeder Anleger für sich selbst treffen.

Auf jeden Fall solltest du für deinen Nachwuchs ein eigenes Depot anlegen – auch wenn du selbst schon eines hast. Zum einen steht jedem Kind ein Sparerfreibetrag von 801 Euro zu. Den kannst du allerdings nur mit einem separaten Depot nutzen – und das solltest du auch tun – wer schenkt dem Staat schon freiwillig Geld.

Zum anderen bin ich ein Fan von klar zugewiesenen Besitztümern – beziehungsweise ETF-Beständen. Auch das erleichtert ein separates Depot.

Also: Wenn du einen ETF-Sparplan für deinen Nachwuchs anlegen möchtest, such dir einen günstigen Broker, beantrage ein Depot, Geburtsurkunde oder Reisepass abschicken und schon kann’s (nach ein paar Tagen) losgehen!

Welche ETFs eignen sich für den Nachwuchs?

Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage nach den ETFs, die bespart werden sollen. Für die meisten Eltern wird das Ansparen für ihre Kinder ein eher passives Unterfangen sein. Es soll also nicht ständig kontrolliert werden müssen, ob der Investment-Case für die jeweiligen ETFs noch aktuell ist oder nicht.

Branchenspezifische ETFs – beispielsweise Robotik-, Healthcare- oder Blockchain-ETFs – würde ich daher eher als Beimischung einsetzen. Gleiches gilt für regional ausgerichtete ETFs. In meinen Augen sollte ein weltweit breit diversifizierter ETF die Basis des Nachwuchsdepots bilden.

Die drei folgenden ETFs tun genau das – und verfügen außerdem über eine niedrige Gesamtkostenquote plus ein ausreichend hohes Fondsvolumen. Und selbstverständlich sind alle drei sparplanfähig – schließlich wollen die meisten Eltern regelmäßig etwas für den Nachwuchs anlegen.

iShares MSCI World Vanguard FTSE All-World Xtrackers MSCI AC World
WKN          A0RPWH                A1JX52              A1W8SB
Fondsvolumen (in Mio. US-Dollar)            15.482                  2.334                   240
Gesamtkostenquote (TER) p. a.             0,20 %                 0,25 %                 0,40 %
Kursentwicklung letzte 5 Jahre           + 37,1 %               + 33,1 %               + 56,7 %

Quellen: justETF.com/onvista.de, Stand: 16.06.2019

Kleine Anmerkung zum iShares-ETF: Im Gegensatz zu den anderen beiden ETFs investiert der iShares MSCI World-ETF nur in Länder aus den Industrienationen – Schwellenländer wie China, Brasilien oder Griechenland sind hier nicht enthalten.

Die Alternativen von Vanguard und Xtrackers enthalten auch Schwellenländeraktien.

Wer besser auf ETFs für seine Kinder verzichten sollte

Zusammenfassend denke ich, dass ETFs ein sinnvolles Werkzeug sind, um Geld für den Nachwuchs anzulegen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Wenn du selbst erfolgreich in Einzelaktien investierst – sprich den Markt regelmäßig outperformst – dann solltest du dafür sorgen, dass auch deine Kinder von deinem Know-how profitieren.

Denn warum solltest du für deine Kinder nur die zweitbeste Lösung wählen, wenn du selbst die beste Lösung bist!

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.