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Apple, Spotify, The Trade Desk: 3 Aktien für die boomende Podcast-Industrie

Wenn dich auf der nächsten Investmentmesse ein Gesicht begrüßt, das du zu kennen scheinst, aber nicht einordnen kannst, ist der beste Small-Talk-Einstieg vielleicht: „Ich finde deinen neuen Podcast wirklich genial!“

Podcast, ein Begriff, der im Jahr 2004 das Licht der Welt erblickte, ist zum Massenphänomen aufgestiegen.

Anfang 2018 soll es allein auf Apple (WKN: 865985)-Podcast bereits 550.000 Podcasts gegeben haben. Heute sollen es schon 750.000 sein. Ganze 58 % aller Südkoreaner lauschten im letzten Monat einem Podcast. In den USA waren es 33 %. In Deutschland immerhin schon 22 %. Von 2013 bis 2019 stieg der Anteil der wöchentlichen Podcast-Hörer von 7 auf 22 % der über zwölfjährigen US-Amerikaner. Das sind starke 62 Millionen Menschen. Gehört wird dabei zumeist zu Hause, im Auto oder bei der Arbeit.

Ebenso rasant wie die Zuhörerzahlen steigen die Werbeumsätze der Podcast-Ersteller. Von 69 Millionen US-Dollar im Jahr 2015 auf erwartete 515 Millionen US-Dollar im Jahr 2019. Vergleicht man aber die durchschnittlichen Werbeumsätze pro Stunde und Nutzer von Podcasts mit anderen Medien, schneiden Podcasts heute (noch) schlecht ab.

In den USA kommen Zeitungen angeblich auf Anzeigenumsätze von 0,72 US-Dollar pro Nutzungsstunde. Das Internet kommt auf 0,24 US-Dollar. Podcasts gerade einmal auf 0,01 US-Dollar pro Nutzungsstunde.

Für alle Podcaster ein unerfreulicher Schiefstand. Für Investoren vielleicht eine großartige Chance.
Lasst uns heute daher auf drei mögliche Chancen schauen, die von der Beseitigung dieses Schiefstandes profitieren könnten.

3 Möglichkeiten, vom Podcast-Boom zu profitieren

Sowohl bezogen auf die Nutzer als auch das Angebot sind Spotify (WKN:A2JEGN) und Apple Podcast heute die größten Podcast-Plattformen. Apple selbst verdient heute damit ganz freiwillig aber noch kein Geld. Spotify hingegen platziert bereits heute Werbung bei Podcasts und verdient natürlich über die Abo-Gebühren für die werbefreie Audioplattform.

Sowohl Apple als auch Spotify schaffen es heute nicht, exklusive Musikinhalte anzubieten. Für Nutzer ist es daher beinahe egal, ob sie nun ein Abo bei Spotify oder bei Apple Music abschließen. Die allermeisten Nutzer entscheiden sich daher lediglich für einen der beiden Services. Das begrenzt den adressierbaren Markt für beide Unternehmen entscheidend. Künftig könnten exklusive Podcast-Inhalte für beide Plattformen aber starke Argumente sein, unbedingt ein Abo bei einem oder gar bei beiden Audioplattformen anzuschließen.

Selbst dann stellt sich aber die entscheidende Frage, wie sich der Umsatzpool zwischen den Podcastern und den beiden Plattformen aufteilen wird. Und mit Blick auf den unfassbar großen Apple-Konzern mit einem Jahresumsatz von 266 Milliarden US-Dollar, ob das Podcast-Geschäft groß genug werden kann, um einen merklichen Unterschied zu spüren.

Wer sich genau darauf nicht verlassen möchte, könnte sich einmal The Trade Desk (WKN:A2ARCV) näher anschauen. Das Unternehmen vermittelt digitale Werbeplätze an Werbeagenturen und sorgt dafür, dass jeder Nutzer die passende Werbung zugespielt bekommt. In der Fachsprache nennt man das Programmatic Advertising.

Das Schöne an The Trade Desk: Das Unternehmen kann nicht nur vom Podcast-Boom profitieren, sondern ganz allgemein von der Verschiebung der weltweiten Werbebudgets klassischer Medien wie der Zeitung hin zu digitalen Angeboten ‒ egal ob Video, Audio oder digitaler Lesestoff.

Diese verführerischen Zukunftsaussichten trieben den Aktienkurs des Unternehmens seit Börsengang bereits in beinahe schwindelerregende Höhen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Podcast-Erstellern, dass sich der Schiefstand der Werbeeinnahmen bald auflösen wird, und allen Investoren da draußen marktschlagende Renditen.


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Offenlegung: Sven besitzt Aktien von Apple und The Trade Desk. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und The Trade Desk. The Motley Fool hält die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.