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Der VARTA-Varta-Deal: 3 Gründe, warum die Aktie jetzt noch attraktiver wird

Quelle: VARTA Microbattery GmbH

Von einer „einmaligen Chance, zusammenzuführen, was zusammengehört“, sprach Herbert Schein, der Chef der VARTA AG (WKN:A0TGJ5). Ist das wieder das übliche Gejubel nach einem überteuerten Deal, wie Anleger es so oft zu hören bekommen, nur um später enttäuscht zu werden? Ich denke nicht, denn hier sind gleich drei Gründe, warum die Übernahme der VARTA Consumer Batteries einen großen Schritt nach vorne darstellt.

Ein Grund zum Freuen: Die Marke ist wieder (fast) vereint

Anfang der Nullerjahre wurden die Reste des früher mächtigen VARTA-Konzerns zerschlagen und es entstanden gleich drei voneinander unabhängige Gesellschaften, die alle mit Batterien zu tun hatten. Entsprechend komplex waren die Vereinbarungen bezüglich der Verwendung der Marke. Die börsennotierte VARTA AG, die vor allem bei Hörgerätebatterien große Marktanteile einnimmt, durfte beispielsweise nicht unter eigener Marke im Einzelhandel auftreten. Dort hatte VARTA Consumer Batteries, die auch Knopfzellen herstellt, das Vorrecht.

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Auch wenn es um portable Batteriepacks mit größeren Zellen geht, durfte dort nicht VARTA draufstehen. Mit der Übernahme der Consumer Batteries sind viele dieser Probleme gelöst. VARTA kann nun mit dem gesamten Produktspektrum offensiv unter einer Marke auftreten und im europäischen Einzelhandel seine Sichtbarkeit deutlich erhöhen.

Lediglich wenn es etwa um Autobatterien und stationäre Bleisäure-Energiespeicher geht, muss der Konzern weiterhin aufpassen, denn dafür hat die kürzlich geschaffene Clarios, eine Abspaltung von Johnson Controls (WKN:857069) und Tochter der Brookfield Business Partners (WKN:A2AKAT), weiterhin die Markenrechte. Das sollte jedoch kein größeres Problem darstellen.

Ein weiterer Grund zum Freuen: Der Kaufpreis ist günstig

Als Spectrum Brands (WKN:A1C038) das Batteriegeschäft an Energizer (WKN:A14UHB) verkaufen wollte, hat sich die europäische Wettbewerbsaufsicht zunächst quergestellt. Die Konzentration im Markt für Verbraucherbatterien wäre ihrer Ansicht nach zu hoch geworden. Die Zukunft des Dischinger Batterieherstellers stand damit Ende 2018 auf der Kippe, da weder Spectrum Brands noch Energizer das Geschäft haben wollten und ein geeigneter Käufer nicht in Sicht war.

Ein Problem dabei war, dass VARTA Consumer Batteries über keine richtige Forschungsabteilung verfügte – für 2018 wurden nur zehn Entwicklungsmitarbeiter genannt –, und damit auf sich allein gestellt kaum überlebensfähig war. Aufgrund dieser Schwierigkeiten bot Spectrum an, 200 Mio. US-Dollar zuzuschießen, damit der Deal zu einem erfolgreichen Abschluss kommen konnte. Damit war es für Energizer möglich, den Betrieb unter Wert abzustoßen.

Die VARTA AG muss so lediglich rund 180 Mio. Euro bezahlen, für ein schuldenfreies Unternehmen, das für das laufende Geschäftsjahr mit Umsätzen im Bereich von 300 Mio. Euro rechnet. „Der erwartete Kaufpreis liegt deutlich unter dem Wert, der im Rahmen von Transaktionen vergleichbarer Unternehmen gezahlt wird“, kommentierte der Finanzchef Steffen Munz trefflich. Das deckt sich mit der Aussage aus der Pressemeldung von Energizer, dass dort für das aktuelle Quartal mit einem Verlust in Zusammenhang mit dem aufgegebenen Geschäftsbereich zu rechnen ist.

Dass die Banken mitziehen und günstig zusätzliche Mittel bereitstellen, um die Akquisition zu finanzieren, stellt sicher, dass die Liquidität nicht angegriffen wird. Damit ist für mich klar, dass es sich hier um ein rundherum gutes Geschäft für die Ellwangener handelt.

Ein dritter Grund zum Freuen: Das Lithium-Ionen-Geschäft startet durch

Was den aktuellen Umsatz angeht, sind die beiden Vartas in etwa gleich groß, sodass für 2019 zusammen mit 600 Mio. Euro kalkuliert wird. Die Verbraucherbatterien sorgen für kontinuierliche Barmittelzuflüsse und dürften auch an der einen oder anderen Stelle für Synergien sorgen. Dadurch sollte es möglich sein, die Umsätze schneller als die Verwaltungskosten zu steigern, mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Gewinnmargen.

Aber auch wenn das zugekaufte Geschäft mit 5 % wachsen soll, liegt der Schwerpunkt der Expansionsstrategie auch in Zukunft eher auf dem Lithium-Ionen-Bereich. Bereits jetzt stellen die kleinen wiederaufladbaren Lithium-Zellen einen wichtigen Geschäftstreiber dar, und dass die zugekaufte VARTA Erfahrung mit größeren Lithium-Zellen hat, kann da sicher nicht schaden. Auch wenn es darum geht, sich als Partner für eine deutsche Gigafactory in Stellung zu bringen, sollte die auf einen Schlag verdoppelte Unternehmensgröße helfen. Aktuell prüft das Bundeswirtschaftsministerium Projektskizzen von mehr als 30 Unternehmen, darunter VARTA.

VARTA peilt die Milliarde an

Selbst wenn es mit den Gigafactory-Plänen nichts wird, sollte VARTA über die kommenden fünf Jahre zum Giga-Euro-Unternehmen werden, wenn man davon ausgeht, dass zweistellige Wachstumsraten auf absehbare Zeit realistisch sind. Ob die Aussicht auf 1 Mrd. Euro Umsatz die aktuelle Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. Euro (31.05.) bereits rechtfertigt, ist eine andere Frage, aber wenn du bereits vor dem Doppel-VARTA-Deal an dieser Aktie interessiert warst, dann hast du jetzt aus meiner Sicht ganz klar drei weitere Kaufargumente.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Brookfield Business Partners.

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