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Wie fast jeder vom System profitieren kann: Ein kleiner Kapitalismusratgeber zum Nachdenken

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Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass viele Menschen irgendwie einfach so durchs Leben gleiten. Sie gehen arbeiten, erziehen ihre Kinder, fahren in den Urlaub oder machen andere Dinge, die ihnen unser kapitalistisches System so ermöglicht.

Aber fehlt da nicht eine Kleinigkeit? Lebt man eigentlich nur für das System oder kann man es auch gezielt für sich nutzen? Dieser Artikel soll dabei helfen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

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Wer profitiert eigentlich von dem, was wir tun?

Das ist so ungefähr die Kernfrage, die sich jeder einmal stellen sollte. Wie meine ich das? Schauen wir auf das Leben der meisten Menschen und zeigen dabei auf, wer von dem, was sie im täglichen Leben machen, eigentlich so alles profitiert.

Wenn man arbeiten geht, profitiert zunächst einmal der Arbeitgeber, bei dem man beschäftigt ist. Denn von dem, was man eigentlich an Wert für die Firma erwirtschaftet, bekommt man ja nur einen kleinen Teil als Gehalt ausbezahlt. Und danach geht es gleich munter weiter. Denn mit jeder Gehaltszahlung halten ja auch der Staat über die Einkommenssteuer und die Sozialkassen über die Sozialabgaben die Hand auf.

Aber das ist ja alles nicht so schlimm, denkt man sich, es bleibt ja immer noch eine ganze Menge übrig. Es ist der sogenannte Nettoverdienst, der einem jetzt auf sein Girokonto überwiesen wird. Und so ein Konto muss zwangsläufig jeder von uns haben, weil sonst keinerlei Zahlungsverkehr möglich ist und auch das Gehalt nicht empfangen werden kann. Die Banken sind also die Nächsten, die ein gutes Geschäft mit uns machen.

Machen wir gleich mit den Wohnkosten weiter. Viele von uns wohnen zur Miete, und sie muss pünktlich am Anfang jedes Monats bezahlt werden. Und schon wieder hat jemand von uns profitiert. In diesem Fall der Vermieter. Bei denen, die eine selbst genutzte Immobilie ihr eigen nennen, profitiert an dieser Stelle wieder die Bank, wenn sie noch ein Darlehen dafür abstottern müssen.

Aber ab nun bleibt der Rest doch für uns, oder? Weit gefehlt, jetzt bedienen sich erst noch Energiekonzerne über die Stromrechnung, Telekommunikationskonzerne über die Telefonrechnung und vielleicht geht noch Geld für Netflix (WKN:552484) oder den Prime-Dienst von Amazon (WKN:906866) drauf. Und auch diese Firmen verdienen nicht schlecht mit uns.

So, das sollte ja nun mal alles gewesen sein. Es ist noch Geld übrig und jetzt will man sich mal selbst belohnen. Man hat ja schließlich hart gearbeitet und will sich mal was gönnen. Shopping ist also angesagt. Oder mal gut essen gehen. Man ahnt es schon, auch hier profitieren wieder nur die anderen von einem. Der Staat über die Mehrwertsteuer, das Geschäft, in dem man einkauft, die Firma, deren Produkte man kauft, und das Restaurant, in dem man essen war. Und diese Liste ließe sich wahrscheinlich noch lange fortführen.

So könnte man an die Sache herangehen

Ich finde, wenn man sich das so ansieht, macht immer jemand ein Geschäft mit dem, was wir tun. Aber wenn man so durchs Leben geht, hat man dann nicht nur für andere gelebt und vom System überhaupt nicht profitiert?

Na ja, ganz so krass ist es vielleicht nicht, denn durch angenehme Urlaubsreisen, die man möglicherweise macht, oder andere schöne Dinge, die man sich leistet, fühlt man sich schon irgendwie wohl in der Gesellschaft.

Doch wäre es natürlich schön, wenn man auch ein wenig vom großen Kuchen abbekommen würde. Und diese Möglichkeit besteht durchaus für fast jeden von uns. Was kann man also tun? Im Kern sind es drei Dinge, die es einem ermöglichen, auch vom System zu profitieren.

  1. Man kann selbst ein Geschäft aufmachen oder ein Unternehmen gründen.
  2. Man kauft Immobilien zur Kapitalanlage.
  3. Man beteiligt sich über Aktien an Unternehmen, die schon erfolgreich sind.

Die ersten zwei Möglichkeiten sind dabei die schwierigsten und sicher nicht für jeden durchführbar. Um ein Unternehmen zu gründen, braucht man eine gute Idee und meistens auch viel Kapital. Und auch mit Immobilien sollte man sich auskennen und über das nötige Kapital verfügen.

Bleibt also noch Möglichkeit Nummer drei übrig. Hier sieht es schon besser aus. Denn was liegt näher, als sich einfach über Aktien an Unternehmen zu beteiligen. Zum Beispiel könnte man in Firmen investieren, deren Produkte man selbst nutzt.

Wer gern Pepsi (WKN:851995) trinkt, kauft sich einfach die Aktie. Benutzt man gerne Dove für die Körperpflege, könnte man sich an Unilever (WKN:A0JMZB) beteiligen. Und wer gerne in den Urlaub fliegt, könnte sich die TUI (WKN:TUAG00)-Aktie ins Depot legen.

Der Aktienkauf ist unproblematisch und man muss auch nicht mit riesigen Summen jonglieren. Und ab dem Kauf verdient man jedes Mal mit, wenn die Firmen, deren Aktien man erworben hat, Geschäfte mit ihren Kunden machen. Man kann jetzt zum Beispiel über die Dividende am Erfolg des Unternehmens teilhaben.

Es ist so genial wie einfach. Ein Teil des von den Unternehmen verdienten Kapitals wird nämlich umgeleitet. Und zwar in die Taschen der Aktionäre. Worauf sollte man also noch warten?

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Netflix und Unilever. 

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