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Baidus Milliarden-Dollar-Rückkaufprogramm ist sinnlos

Foto: Getty Images.

Die Aktie von Baidu (WKN:A0F5DE) steht so tief wie seit Jahren nicht mehr. Dafür gab es mehrere Gründe: rückläufiger Umsatz, den ersten Quartalsverlust seit dem Börsengang und eine Prognose für stagnierendes Umsatzwachstum im zweiten Quartal.

Baidu versuchte, die Dinge mit einem neuen Rückkaufplan in Höhe von 1 Milliarde USD geradezubiegen, welcher bis zum 1. Juli 2020 andauern wird. Bereits vergangenen Juni wurde ein Rückkauf von 1 Milliarde USD genehmigt. Da stehen noch 500 Millionen USD aus; dieses Programm läuft Ende Juni aus.

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Rückkäufe sind für Investoren in der Regel eine gute Nachricht, da so die Anzahl der ausstehenden Aktien reduziert wird und der Wert der verbliebenen Aktien damit steigt. Ich glaube jedoch, dass die Milliardenrückkäufe von Baidu sinnlos sind – und zwar aus fünf Gründen.

1. Es ist nicht genug

1 Milliarde USD klingt vielleicht nach viel Geld, macht aber nur etwa derzeit 2 % der Marktkapitalisierung von Baidu aus. Der Rückkauf all dieser Aktien würde für eine Aktie, die in den letzten 12 Monaten um mehr als 50 % gefallen ist, kaum eine Rolle spielen.

Baidu beendete das letzte Quartal mit 143,6 Milliarden RMB (21,4 Milliarden USD) an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen. Wenn es dem Konzern wirklich darum ginge, den Aktionärswert zu steigern, würde man noch viel mehr Aktien zurückkaufen.

So hat Tencent (WKN:A1138D) beispielsweise vor Kurzem den Rückkauf von rund 10 % der ausstehenden Aktien genehmigt. Das Kerngeschäft von Tencent ist in besserer Verfassung als das von Baidu, da man sich in Richtung der wachstumsstärkeren Fintech- und Cloud-Märkte entwickelt hat. Da ist es logisch, Aktien zurückzukaufen, wenn diese neuen Wachstumsmotoren auf Touren laufen. Baidu bot den Anlegern jedoch eine nicht gerade überwältigende Prognose und dann eben einen Rückkauf, der keinen großen Unterschied macht.

2. Den Rückkauf in Dollar durchzuführen

Das Kerngeschäft von Baidu liegt in China, so dass Baidu fast den gesamten Umsatz in RMB generiert. Die Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar im vergangenen Jahr dämpfte die Zahlen in US-Dollar allerdings stark.

Der Umsatz von Baidu stieg im letzten Quartal um 15 % jährlich, in RMB-Beträgen. Auf USD-Basis stieg der Umsatz jedoch nur um 8 %. Daher erscheint der Rückkauf in US-Dollar einerseits als Verschwendung, andererseits ein bisschen verzweifelt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass im letzten Quartal ein negativer freier Cashflow von 1,3 Milliarden RMB (195 Millionen USD) erzielt wurde.

3. Der letzte Rückkauf war auch schon sinnlos

Baidu gab in den letzten 12 Monaten 500 Millionen USD für Rückkäufe aus, da sich der Aktienwert halbiert hatte. Im Nachhinein hätte man das Geld für Investitionen in das Ökosystem verwenden sollen, zu dem die Video-Streaming-Plattform iQiyi (WKN:A2JGN8), der virtuelle Assistent DuerOS, die Short-Video-App Haokan, die autonome Fahrplattform Apollo, Mini-Programme für die Baidu-App und verschiedene Cloud-Services gehören.

Stattdessen warf Baidu dieses Geld im Wesentlichen zum Fenster raus. CEO Robin Li warnte die Investoren, sich auf ein langsameres Wachstum und höhere Ausgaben einzustellen. Grund: Der Konzern wandele sich allmählich von einem Suchunternehmen zu einem „Plattformunternehmen“.

4. Chinese Depositary Receipts könnten noch eine Rolle spielen

Als Baidu im Juni letzten Jahres seinen ersten Rückkauf in Höhe von 1 Milliarde USD ankündigte, warnte ich, dass dieser Zeitpunkt mit einer potenziellen Ausgabe von CDRs (Chinese Depositary Receipts) – dem chinesischen Äquivalent von ADRs (American Depositary Receipts) – auf dem chinesischen Festland zusammenfällt.

Baidu sagte, dass man sich über eine Ausgabe von CDRs Gedanken mache, und dass bei einer Genehmigung des Angebots die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien steigen würde, da „jeder angebotene CDR neu ausgegebene A-Stammaktien von Baidu bedeuten wird.“

Baidu hat noch keine CDRs angeboten, aber das könnte noch kommen. Daher könnte der neue Rückkaufplan lediglich ein Sicherheitsnetz sein, um jegliche Verwässerung durch ein zukünftiges Angebot auszugleichen.

5. Die Aktie ist bereits extrem günstig

Unternehmen kaufen oft Aktien zurück, um Investoren davon zu überzeugen, dass ihre Aktien im Verhältnis zu ihrem Wachstumspotenzial günstig sind. Baidu wird jedoch gerade nur zum 11-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, was weniger als der Hälfte des Forward-Gewinn-Verhältnisses von Tencent und Alibaba (WKN:A117ME) entspricht.

Derzeit brauchen Anleger einfach keinen Rückkauf – sie verstehen auch so, dass Baidu zu Schnäppchenpreisen gehandelt wird. Stattdessen sollte Baidu diese Mittel in die Kerngeschäfte reinvestieren, damit man dort wieder wachsen kann.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baidu und Tencent Holdings und empfiehlt Aktien von iQiyi. Leo Sun besitzt Aktien von Baidu und Tencent Holdings. Dieser Artikel erschien am 21.5.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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