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Was ich eher kaufen würde – Bitcoin oder diese japanische Blockchain-Aktie

In den letzten gut zwei Monaten hat sich der Kurs des Bitcoin verdoppelt – die wohl bekannteste Kryptowährung der Welt ist zurück! Aber ist der Bitcoin wirklich ein langfristig solides Investment?

Oder ist die Aktie von GMO Internet (WKN:925295) – ein japanisches Unternehmen, das sich wie der Bitcoin die Blockchain-Technologie zunutze macht – eine bessere Alternative?

Was mir an Bitcoin gefällt – und was nicht

Einen kleinen Teil meines Portfolios habe ich in Gold investiert – der Bitcoin fällt für mich in die gleiche Kategorie: Er ist ein Wertspeicher. Der Bitcoin lässt sich – wie Gold – nicht beliebig vermehren, er ist auf maximal 21 Millionen Stück begrenzt.

Diese Begrenzung sorgt dafür, dass bei steigender Nachfrage nicht einfach mehr Bitcoin auf den Markt geworfen werden können – und das führt unter normalen Bedingungen zu steigenden Preisen. Dieses Szenario gefällt uns Investoren natürlich – und ich persönlich finde den Bitcoin daher auch ziemlich interessant.

Was mir außerdem gut gefällt, ist die Blockchain-Technologie, die hinter dem Bitcoin steckt. Ich denke, Zahlungsmittel oder Wertspeicher sind eine hervorragende Anwendung für diese neue Technologie, die vor allem dadurch besticht, dass sie aufgrund ihre Dezentralität zu 100 % vertrauenslos funktioniert – sprich: Wir müssen hier keiner zentralen Einheit wie einem Staat, einer Bank oder einem anderen Unternehmen vertrauen.

Genau das wünscht man sich doch für ein Zahlungsmittel oder einen Wertspeicher!

Es gibt allerdings auch einen Punkt, der mir weniger gut gefällt: Woher soll ich wissen, welche Kryptowährung langfristig tatsächlich einen goldähnlichen Status einnehmen wird? Schließlich ist der Bitcoin nicht die einzige Kryptowährung auf dem Markt.

Mein Fazit fällt daher gemischt aus: Ja, ich könnte mir generell vorstellen, in Kryptowährungen als Wertspeicher zu investieren – die Vielzahl an Kryptowährungen lässt mich derzeit allerdings zögern.

Vielleicht ist die GMO-Internet-Aktie ja eine interessante Blockchain-Alternative zum Bitcoin?

Dieses japanische Unternehmen ist interessant …

Die GMO Internet Inc. wurde im Jahr 1991 gegründet und fokussierte sich von Beginn an auf einen aufkommenden Megatrend – das Internet! Anfangs ermöglichte das Unternehmen seinen Kunden den Zugang ins Internet, WebHosting-Services und die Domainverwaltung.

Später kamen dann Online-Paymentlösungen hinzu – also das, was beispielsweise auch Wirecard (WKN:747206) macht. In den Folgejahren kam dann der Einstieg in die Finanzbranche. Weitere Onlineservices folgten, beispielsweise Tools zur Erstellung von Onlineshops oder eigene Onlinegames.

Auch geografisch ist man gewachsen, Niederlassungen in Vietnam, Singapur und Hongkong wurden gegründet beziehungsweise zugekauft. Heute bezeichnet man sich selbst als Anbieter von Internetdienstleistungen, Internetinfrastruktur, Onlinefinanzdienstleistungen und Services rund um Kryptowährungen – dazu später mehr!

Fazit: Die GMO Internet Inc. hat sich in ihrer knapp 30-jährigen Firmengeschichte auf Services, Dienstleistungen und die Infrastruktur rund um das Internet fokussiert – und damit war man ziemlich erfolgreich, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt.

Marktkapitalisierung        1.730
Umsatz 2018      1.694,3
Operativer Gewinn 2018        199,3
EBIT-Marge       11,8 %
Zinsdeckungsgrad         70,3
Cash/langfristige Schulden 1.318,4/308,3
Gewinnwachstum letzte 10 Jahre     + 368,8 %
Entwicklung GMO-Aktie     + 277,5 %

Quelle: GMO Internet Investor Relations, in Mio. US-Dollar, Stand: 24.05.2019

Das Unternehmen wird heute mit stattlichen 1,7 Mrd. US-Dollar bewertet, hat 2018 ungefähr genauso viel umgesetzt und ist mit einer EBIT-Marge von 11,8 % ziemlich profitabel. Gleichzeitig verfügt man über eine grundsolide Bilanz – insbesondere der Zinsdeckungsgrad von 70 zeigt, dass man kaum langfristige Schulden mit sich herumschleppt.

Auch für die Aktionäre war die GMO-Aktie in den letzten zehn Jahren eine echte Erfolgsgeschichte – sie legte um 277,5 % zu (ohne Dividenden).

An der Spitze dieses erfolgreichen Unternehmens steht Masatoshi Kumagai – Gründer, CEO und Aufsichtsratsvorsitzender der GMO Internet Inc. Unter dem Motto „Internet für jedermann“ schuf er mit seinem Team Services, Anwendungen und Infrastrukturen, die in Japan heute beinahe ohne Ausnahme die Nummer eins in ihren jeweiligen Bereichen sind.

Fazit: Kumagai erkannte das Potenzial des Internets frühzeitig und erschuf basierend darauf ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Die entscheidende Frage: Wird sich diese Geschichte wiederholen – diesmal mit der Blockchain als zentrale Technologie?

Next Big Thing: Die Blockchain-Technik?

Nun, zunächst einmal muss man festhalten, dass GMO die Blockchain aktuell nur im Bereich der Kryptowährungen nutzt. Zum einen betreibt das Unternehmen Handelsplattformen, auf denen Kryptowährungen gehandelt werden können. Zum anderen besitzt man eigene Mining-Betriebe, erzeugt also selbst Kryptowährungen wie beispielsweise den Bitcoin.

Ob das Unternehmen vorhat, weitere Blockchain-Anwendungen zu entwickeln – keine Ahnung! Im Geschäftsbericht habe ich diesbezüglich nichts gefunden, hier können wir also nur spekulieren. Wer breit gestreut in die Blockchain-Technologie investieren möchte, für den ist GMO daher möglicherweise nicht das Richtige.

Wer allerdings glaubt, dass die Blockchain-Technologie sich dauerhaft bei Währungen beziehungsweise als Wertspeicher etablieren wird, der kann sich die GMO-Internet-Aktie durchaus einmal genauer anschauen.

Mein Fazit zu Bitcoin und der GMO-Internet-Aktie

Wie erwähnt halte ich den Bitcoin – besser gesagt Kryptowährungen allgemein – für durchaus interessant. Ich persönlich kann allerdings nicht abschätzen, welche Kryptowährungen sich am Ende tatsächlich durchsetzen werden.

Genau deshalb finde ich die GMO-Internet-Aktie interessanter als ein direktes Investment in den Bitcoin: Als Infrastrukturanbieter ist man wesentlich unabhängiger von der Entwicklung einzelner Kryptowährungen. Wenn man mit der vorhandenen Infrastruktur Bitcoin minen und handeln kann, dann wird das höchstwahrscheinlichen auch mit anderen Kryptowährungen funktionieren – falls der Bitcoin sich nicht durchsetzen sollte.

Die GMO-Internet-Aktie landet daher auf meiner Watchlist und wird in den nächsten Wochen eingehend analysiert – vielleicht landet sie ja tatsächlich irgendwann mal in meinem Depot!

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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