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Deutsche Post steigert Gewinn: Darum hat die Aktie aber trotzdem nicht profitiert

Es ist wieder mal Berichtssaison und in dieser Woche haben gleich mehrere DAX-Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Am 10.05.2019 gab nun die Deutsche Post (WKN:552200) ihre Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Die konnten sich zwar durchaus sehen lassen, aber ein Einmaleffekt aus China trug maßgeblich zu dem guten Ergebnis bei und lies die Zahlen noch blendender aussehen.

Dadurch hielt sich der Jubel um die Aktie wahrscheinlich in Grenzen. Schauen wir einmal genauer hin und tragen zusammen, was Anleger jetzt wissen müssen.

Tolle Zahlen dank Einmaleffekt

Bei der Deutschen Post läuft es im Moment gut. Man konnte den Umsatz in allen Geschäftsbereichen erhöhen. Er stieg im ersten Quartal um 4,1 % auf 15,36 Mrd. Euro. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) konnte man sogar zweistellig steigern. Und zwar um 28,1 % auf 1,16 Mrd. Euro. Im Vorjahresquartal waren es hingegen nur 905 Mio. Euro gewesen. Insgesamt rechnet der Konzern für das Gesamtjahr mit einem EBIT von 3,9 bis 4,3 Mrd. Euro.

Das EBIT wurde allerdings durch einen Einmaleffekt ein wenig aufgehübscht. In China hat die Deutsche Post ihre Lieferkettenlogistik neu aufgestellt. Ihr Geschäft in diesem Bereich haben sie an den Konkurrenten S.F. Holding verkauft und arbeiten mit ihm künftig in einem Bündnis zusammen. Alleine dadurch wurde das EBIT im ersten Quartal um 426 Mio. Euro in die Höhe getrieben.

Konzernchef Frank Appel zeigte sich auf jeden Fall erfreut über die Quartalszahlen und gab schon mal einen positiven Ausblick für das nächste Jahr bekannt. Er sagte: „Damit liegen wir voll im Plan und nehmen Kurs auf unser Ziel, im kommenden Jahr mehr als fünf Milliarden Euro EBIT zu erwirtschaften.“

Und das sind die Probleme

Die Deutsche Post hat im Moment nicht nur mit Währungseffekten, sondern auch mit erhöhten Transportkosten zu kämpfen. Dies verteuerte den Materialaufwand um 313 Mio. Euro. Auch der Personalaufwand stieg deutlich an. Er lag mit 5,43 Mrd. Euro um 466 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres. Dafür verantwortlich war die Tariferhöhung in Deutschland und ein Zuwachs an Mitarbeitern im Quartalsdurchschnitt.

Auch die anhaltende Sanierung des deutschen Brief- und Paketgeschäfts hat im ersten Quartal deutliche Spuren hinterlassen. Insgesamt legte der Umsatz im Bereich Post & Paket Deutschland durch das schrumpfende Briefgeschäft nur noch um 0,7 % zu. Das EBIT der Sparte betrug 227 Mio. Euro und damit 44 % weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Hier kann die Deutsche Post allerdings bald mit einem höheren Briefporto gegensteuern. Denn die Bundesnetzagentur räumte dem ehemaligen Staatsmonopolisten ein Preiserhöhungspotenzial von 10,63 % ein. Dies kann der Bonner Konzern nun über seine Produkte wie Kompaktbrief, Standardbrief sowie der guten alten Postkarte verteilen. Man erwartet, dass vor allem das Massenprodukt Standardbrief wesentlich teurer wird. Im Moment kostet das Porto für dieses Produkt 70 Cent.

Schauen wir auf die Aktie

Der weltweite Logistikmarkt ist hart umkämpft und die Deutsche Post muss alles tun, um sich gegen ihre Konkurrenten wie UPS (WKN:929198) oder FedEx (WKN:912029) weiter zu behaupten. Doch das Unternehmen ist weltweit gut aufgestellt und arbeitet aktiv an seiner Vormachtstellung, um auch in Zukunft der größte Logistikkonzern der Welt zu bleiben.

Die Aktie der Deutschen Post war in den letzten Jahren sehr schwankungsintensiv und lässt keinen klaren Aufwärtstrend erkennen. Seit ihrem absoluten Höchstkurs von 40,99 Euro, den sie am 18.12.2017 erreichte, ist sie stark zurückgekommen. Für schon länger investierte Anleger ist es daher kein Trost, dass die Deutsche-Post-Aktie sich seit Anfang dieses Jahres besser geschlagen hat als der DAX. Sie verzeichnete in diesem Zeitraum einen Anstieg von 21,63 %, wohingegen der DAX nur um 15,39 % gestiegen ist.

Durch das angespannte Marktumfeld und die weltweiten Unsicherheiten drängt sich die Aktie der Deutschen Post nicht unbedingt auf. Auch wenn der aktuelle Kurs mit 28,77 Euro immerhin 17,3 % unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert. Durch die recht hohe Dividendenrendite von 4,00 % könnte sie allenfalls noch für Dividendenjäger interessant sein.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien.

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