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Asiens reichster Mann legt sich mit Amazon und Walmart an

Mit einem Nettovermögen von etwa 55 Mrd. US-Dollar ist Mukesh Ambani laut Forbes einer der weltweit reichsten Milliardäre und der reichste Mensch Asiens. Er ist auch einer der einflussreichsten Menschen in Indien, da er Reliance Industries leitet, ein Einzelhandel-Raffinerie-Konglomerat, das Interesse an den Bereichen Telekommunikation, Energie, Textil, Einzelhandel und anderen Branchen hat.

Im vergangenen Jahr skizzierte Ambani in einer Aktionärsversammlung, dass er plane, Indiens Einzelhandels- und E-Commerce-Bereich mithilfe von Kleinhändlern, bestehenden Einzelhandelsstandorten und der Telekommunikations-Nutzerbasis umzukrempeln. Er möchte ein ganzheitliches Einkaufserlebnis mit Offline- und Onlinekanälen bieten, das das Potenzial hat, die Hegemonie von Amazon (WKN:906866) und Walmart (WKN:860853) auf dem indischen Markt zu durchbrechen.

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Es sieht so aus, als wären etwas Bewegung in diese Pläne geraten, wie der jüngste Schachzug von Reliance Industries zeigt.

Reliance feuert seine erste Salve ab

Reliance hat seine Produkte bislang von Amazon und den Marktplätzen von Walmart bezogen, während das Unternehmen sich jetzt darauf vorbereitet, noch in diesem Jahr einen eigenen Business-to-Consumer-Marktplatz einzuführen. Das könnte sich auf die Aktien der beiden Unternehmen auswirken, da Reliance mit Schlüssellieferanten zusammenarbeitet. Die Wirtschaftszeitung The Economic Times meldete:

„[Reliance] hat die höchste Anzahl von globalen Mode- und Lifestyle-Marken im Stall mit rund vier Dutzend Joint Ventures oder Master-Franchisenehmern mit internationalen Labels wie Diesel, Kate Spade, Steve Madden, Burberry, Canali, Emporio Armani, Furla, Jimmy Choo und Marks & Spencer. Viele dieser Marken werden online unter anderem auf Amazon, Flipkart, Myntra, Jabong und Tata Cliq verkauft.“

Es wird nun gemeldet, dass Reliance Brands, die Tochtergesellschaft, die das Recht an diesen Marken hat, aufgefordert wurde, die Lieferung von Lagerbeständen an Dritte einzustellen, damit das Unternehmen diese Produkte ausschließlich auf der eigenen Plattform verkaufen kann.

Dieser Schritt wird Amazon und Walmart mit weniger Artikeln auf ihren eigenen Seiten zurücklassen, aber das ist nicht der einzige Weg, wie Reliance diese beiden führenden Unternehmen in Indien unter Druck setzen kann.

Reliances größte Waffe gegen Amazon und Walmart

Indiens Gesetze über ausländische Direktinvestitionen (FDI) sind bereits gegen Amazon und Walmart angewendet worden. Anfang dieses Jahres entschied die indische Regierung, dass ein Anbieter, der 25 % seiner Umsätze von einer Marktplatzplattform oder einer entsprechenden Tochtergesellschaft bezieht, wie ein von der Plattform selbst kontrollierter Anbieter behandelt wird.

Infolgedessen können Flipkart (im Besitz von Walmart) und Amazon keine Lagerbestände mehr in großen Mengen über ihre Großhandelssparten beziehen und an Verkäufer weiterverkaufen. Früher beschafften diese Lieferanten Waren von Amazon und Walmart Tochtergesellschaften, um sie auf dem Marktplatz zu verkaufen.

Die indische Regierung hat diesen Schritt unternommen, um den unorganisierten Einzelhandelssektor des Landes zu schützen, hat dabei aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Einzelhandelsriesen beeinträchtigt, da die Regeln es ihnen nicht erlauben werden, Waren in großen Mengen zu beschaffen, was ihre Fähigkeit einschränkt, über Rabatte zu verhandeln, die ihre Verkäufer idealerweise an die Kunden weitergeben würden.

Tatsächlich können Amazon und Walmart nur als Marktplatzplattformen in Indien agieren und sie haben keine Kontrolle über die Bestände. Reliance ist ein lokaler Akteur, also muss das Unternehmen nicht nach den FDI-Regeln spielen – es kann seine eigenen Lager kontrollieren und Amazon und Walmart bei der Preisgestaltung unterbieten.

Das ist jedoch nicht der einzige Vorteil für Reliance: Das Unternehmen hat zudem eine massive Präsenz im Einzelhandel in Indien. Dieser betreibt über 10.400 Filialen im Land, verteilt auf 6.600 Städte und Gemeinden. Insgesamt verfügt Reliance Retail in Indien über eine Verkaufsfläche von über 22 Mio. Quadratfuß und sein Umsatz stieg im letzten Geschäftsjahr um 89 % auf fast 19 Mrd. US-Dollar.

Und das ohne nennenswerte Onlineumsätze. Reliance Retail sieht sich gut positioniert, um sein bestehendes Offline-Retailgeschäft mit dem aufstrebenden Onlinegeschäft zu kombinieren. Das würde es dem Unternehmen ermöglichen, den Verbrauchern ein viel besseres Omnichannel-Erlebnis zu bieten, als dies Amazon und Flipkart können, da diese noch am Aufbau ihres Offlinebetriebs arbeiten. Amazon zum Beispiel bringt  kleine Läden an den Start im Bemühen, einen Vorsprung gegenüber Walmart zu bekommen. Walmart geht inzwischen einen ähnlichen Weg, um den Umsatz zu steigern.

Die „Economic Times“ meldet, dass Reliance eine ähnliche Strategie der Rekrutierung von Kleinhändlern verfolgt, um die E-Commerce-Bemühungen voranzutreiben. Die bestehende Einzelhandelsinfrastruktur sollte sich hier gut auszahlen und den amerikanischen Rivalen in der Region die Sache deutlich erschweren.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. 

ieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 28.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt,  damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

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