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Nun doch keine Fusion mit der Deutschen Bank: Die Commerzbank muss weiter auf eigenen Füßen stehen

Foto: Getty Images

Nun gibt es erst mal doch keine rein deutsche Lösung im Bankenpoker. Am 25.04.2019 wurde bekannt gegeben, dass die Commerzbank (WKN:CBK100) und die Deutsche Bank (WKN:514000) ihre Fusionsgespräche nicht fortsetzen werden. Es heißt, mit Blick auf die Restrukturierungskosten, Umsetzungsrisiken und Kapitalanforderungen würde sich kein ausreichender Mehrwert für die beiden Banken ergeben. Es sieht also ganz danach aus, dass sich die Commerzbank jetzt allein behaupten muss.

Die Gerüchteküche brodelt

Nachdem der Traum geplatzt ist, dass durch den Zusammenschluss der beiden Geldhäuser ein neuer deutscher Finanzgigant entsteht, haben schon Banken aus dem Ausland Interesse an der Commerzbank bekundet. Sowohl die ING (WKN:A2ANV3) als auch die Unicredit (WKN:A2DJV6) werden laut Medienberichten als Interessenten gehandelt. Doch die Commerzbank präsentiert sich derzeit nicht so, als wäre sie auf Brautsuche.

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Commerzbank-Chef Martin Zielke sagte nach dem Abbruch der Fusionsgespräche hinsichtlich der Gerüchte, jetzt einen neuen Fusionspartner zu suchen: „Wir sind alleine stark genug, um unseren Weg zu gehen.“ Und damit hat er wohl recht. Denn die Bank steht womöglich gar nicht so schlecht da, als dass sie sich nicht auch alleine behaupten kann.

Die Commerzbank kämpft sich weiter nach vorne

Während es bei der Deutschen Bank eventuell die letzte Möglichkeit war, das Steuer durch die Fusion mit der Commerzbank noch einmal herumzureißen, sieht es bei der Commerzbank etwas besser aus. Das Unternehmen ist seit 2010 immerhin profitabel und hat im Jahr 2018 mit einem Konzernergebnis von 865 Mio. Euro sogar zweieinhalbmal so viel verdient wie die Deutsche Bank.

Laut Konzernchef Zielke hat die Commerzbank eine klare Strategie, die allerdings immer wieder auf den Prüfstand müsse. Als kleinen Ausblick auf die Zahlen zum ersten Quartal 2019, die am 08.05.2019 veröffentlicht werden, sagte er: „Wir sind im Geschäft mit unseren neuen Kunden gut vorangekommen und wachsen weiterhin.“ Und das stimmt, die Zahl der Neukunden konnte in den vergangenen Jahren stark gesteigert werden. Allein im Jahr 2018 konnten 420.000 Nettoneukunden im Privatkundengeschäft dazugewonnen werden. Das ist sehr positiv für das Institut, denn auch die Commerzbank braucht mehr Geschäft, um ihre Plattformen auszulasten.

Aber wie könnte es jetzt weitergehen?

Die Commerzbank will weiter wachsen und ihrer Strategie treu bleiben. Aber durch die weiterhin niedrigen Zinsen und den allgemein harten Wettbewerb wird dies schwierig bleiben. Doch Unternehmenslenker Zielke gibt sich auch hier positiv. Er zieht durchaus die Möglichkeit in Betracht, dass die Bank es auch allein schaffen kann. Man habe noch „gehörig Potenzial“ bei seinen Kunden, meinte er. Ob er damit recht hat, bleibt abzuwarten.

Die Commerzbank-Aktie reagierte erst einmal positiv auf das Ende der Fusionsverhandlungen. Sie konnte ihren seit Januar andauernden Aufwärtstrend wieder aufnehmen und notiert derzeit mit 8,11 Euro (29.04.2019) circa 40 % höher als noch Anfang des Jahres. Sie hat damit den MDAX, der im selben Zeitraum nur um 20,50 % zulegen konnte, klar hinter sich gelassen. Es muss abgewartet werden, wie die Quartalszahlen am 08.05.2019 ausfallen. Gibt es von dieser Seite positive Impulse, könnte der Aktienkurs weiter anziehen und den Weg in Richtung seines 52-Wochen-Hochs von 11,06 Euro einschlagen.

Der Chart-Verlauf der Aktie sieht seit Anfang des Jahres verlockend aus, und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,12 ist sie weiterhin fair bewertet. Man sollte auch beachten, dass wieder eine Dividende gezahlt wird. Die Ausschüttung von 20 Cent pro Anteilsschein für das Geschäftsjahr 2018 ist zwar nicht gerade üppig, entspricht aber immerhin einer aktuellen Dividendenrendite von 2,47 % (29.04.2019).

Wie es mit der Commerzbank-Aktie weitergeht, bleibt jedoch abzuwarten. Je nach Informationslage kann es hier sehr schnell bergauf,  aber auch abwärts gehen. Sie bleibt meiner Meinung nach weiterhin nur etwas für sehr risikofreudige Investoren.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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