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Vorsicht! ExxonMobil erleidet heftigen Gewinneinbruch – Vorgeschmack auf Royal Dutch Shell und BP?

Oh Schreck, was waren denn das für Zahlen, die der US-amerikanische Ölkonzern ExxonMobil (WKN: 852549) hier zu Beginn der US-amerikanischen Berichtssaison präsentierte? Die Erlöse fielen um 7 % auf 63,6 Mrd. US-Dollar, obwohl das Unternehmen rund 2 % mehr Öl förderte.

Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr sogar um beachtliche 49 % auf 2,4 Mrd. US-Dollar. Oder, anders ausgedrückt, er halbierte sich beinahe! Zugegeben, ein Zahlenwerk des Schreckens für die eigentlich in den vergangenen Quartalen doch eher erfolgsverwöhnten Ölinvestoren.

Viele Anleger der Dividendenperlen Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) und BP (WKN: 850517) dürften sich angesichts dieser schwächeren Zahlen nun wohl fragen, ob auch sie ein solches Zahlenwerk zu befürchten haben. Lass uns daher diesbezüglich mal ein paar Foolishe Überlegungen anstellen.

Ja, es ist möglich

Um es an dieser Stelle kurz und schmerzlos zu machen: Ja, auch die Dividendenperlen Royal Dutch Shell und BP könnten unterm Strich ein ähnliches, schwächeres Zahlenwerk zu befürchten haben wie ExxonMobil. Denn letztlich hatten alle drei Konzerne mit prinzipiell ähnlichen Problemen innerhalb der vergangenen drei Monate zu kämpfen.

So korrigierten vor allem zum Jahreswechsel die Ölpreise erheblich und starteten lediglich auf einem Niveau von 50 US-Dollar je Barrel Brent in das neue Börsenjahr – von dem sie sich zugegebenermaßen inzwischen wieder erholt haben. Allerdings stieg das Barrel Brent per Ende März „lediglich“ auf 69 US-Dollar, was zu niedrig gewesen ist, um den Schnitt im gesamten Quartal deutlich anzuheben.

Zudem scheint der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum insgesamt sehr ungünstig zu sein. Denn, zur Erinnerung, zwischen Januar und Ende März des vergangenen Geschäftsjahres notierte das Barrel Brent – also über die gesamte Dauer des Quartals hinweg – zwischen 63 und knapp über 70 US-Dollar. Sprich, innerhalb des Vorjahreszeitraums dürften die Öl-Dividendenperlen angesichts dieses Ölpreisniveaus deutlich profitabler gewesen sein als in den ersten drei Monaten des aktuellen Börsenjahres.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es leider durchaus möglich ist, dass auch die Aktien von Royal Dutch Shell und BP vor einem schwächeren Zahlenwerk stehen könnten. Aber natürlich werden auch hier erst die konkreten Zahlen eine genaue Einschätzung ermöglichen.

Warum Investoren das nicht überbewerten sollen

Allerdings sollten Investoren eine solche Entwicklung nicht überbewerten. Denn einerseits handelt es sich hierbei – sowohl bei ExxonMobil als auch bei Shell und BP – lediglich um einen kurzfristigen Einblick in das Zahlenwerk. Sprich, innerhalb der kommenden drei Monate kann das schon wieder ganz anders aussehen.

Zudem ist der andererseits gerade bei Ölaktien immer verzerrt, bedingt, natürlich, durch die jeweiligen Ölpreise. Oder, anders ausgedrückt: Gerade die Ölbranche ist sehr stark abhängig von ihrem jeweiligen Ölpreisniveau. Daher ist es hier nie sonderlich verwunderlich, dass operativ starke Quartale immer mal wieder von schwächeren Quartalen abgelöst werden.

Außerdem, und auch das sollten wir an dieser Stelle einmal betonen, notiert der Brent-Preis seit Beginn des zweiten Quartals konsequent über der Marke von 68 US-Dollar je Barrel. Hier könnte möglicherweise nach einem schwachen ersten Quartal ein hervorragendes zweites Quartal durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Kurzes Störfeuer, mehr nicht!

Wie wir daher unterm Strich sehen, könnten den Öl-Dividendenperlen Royal Dutch Shell und BP durchaus ein wenig Ungemach bei den frischen Zahlen bevorstehen, was ein Störfeuer sein könnte. Allerdings nur kurzfristig.

Denn bedingt durch die wieder erstarkenden Ölpreise könnte das zweite Quartal durchaus bereits wieder besser werden. Investoren sollten sich daher von solchen Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen lassen, zumal die Dividendenhistorie der beiden Öl-Giganten zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen ist.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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