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Big Deals: Vor der Entscheidung bei E.ON-Innogy, Tata-thyssenkrupp und T-Mobile-Sprint zugreifen?

Foto: Getty Images

Mega-Deals mit deutscher Beteiligung sind spannend. Sie bewegen die Aktienkurse und sind in der Lage, einem Konzern ein neues Gesicht zu geben, das eine Neubewertung erfordert. Manchmal zerschlagen sich die Träume, bevor es richtig losgehen kann: Siemens-Alstom ist genauso gescheitert wie die vieldiskutierte Bankenfusion von Deutscher und Commerzbank.

Gelegentlich entwickelt sich ein großes Vorhaben zu einem Albtraum, wie zunächst bei Bayer-Monsanto. Noch ist unklar, ob die schwere Geburt von Linde-Praxair wirklich die erhofften Erfolge bringen wird. Eine Reihe von weiteren Groß-Deals hängt gerade in der Schwebe: Tata Steel und thyssenkrupp (WKN:750000), T-Mobile US (WKN:A1T7LU) und Sprint (WKN:A1W1XE) sowie E.ON (WKN:ENAG99) mit RWE (WKN:703712) und Innogy (WKN:A2AADD).

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Bei alldem den Überblick zu behalten, ist nicht so leicht. Hier sind der aktuelle Stand sowie eine Einschätzung, wo sich für Anleger Chancen ergeben.

Tata Steel und thyssenkrupp

Der lange, schmerzhafte Umbauprozess der thyssenkrupp steht vor seinem krönenden Ende: Praktisch gleichzeitig mit der Einbringung des traditionsreichen Stahlgeschäfts in ein kombiniertes Unternehmen („tekatata“?), will sich der Konzern in zwei Teile aufspalten, wobei der eine auf Technologie und Wachstum getrimmt werden soll und der andere auf verlässliche Profitabilität.

Das alles kann jedoch nur funktionieren, wenn es grünes Licht von der europäischen Wettbewerbsaufsicht gibt. Daran hakt es im Moment noch. Zuletzt hieß es, dass für den Abschluss der Prüfung noch etwas mehr Zeit als vorgesehen benötigt würde. Widerstand gibt es aus unterschiedlichen Richtungen.

So wird im Automobilbereich befürchtet, dass für bestimmte Stähle nahezu ein Monopol entstehen würde. Arbeitnehmervertreter wehren sich gegen möglichen Arbeitsplatzabbau, insbesondere im Zuge von Zugeständnissen an die Wettbewerbshüter. Politiker wiederum kritisieren, dass Deutschland nach Linde eine weitere Industrie-Ikone an das Ausland verlieren würde, wenn der Sitz wie geplant nach Holland verlegt wird.

Wobei: Der Technologiekonzern thyssenkrupp bleibt ja in Deutschland. Auch die Aufspaltung wird in jedem Fall durchgezogen. Bis noch mehr Klarheit über den Weg nach vorne herrscht, wird der große Turnaround jedoch vermutlich auf sich warten lassen.

T-Mobile US und Sprint

Während sich in Deutschland seit Wochen vier Unternehmen um 5G-Frequenzen keilen, versucht die Deutsche Telekom (WKN:555750) die Aufsichtsbehörden in Washington davon zu überzeugen, dass im vielfach größeren US-Markt ein Oligopol mit nur drei landesweiten Netzen zu besseren Ergebnissen für die Verbraucher führen würde. Das ist kein leichtes Unterfangen, weshalb sich der Prozess hinzieht.

Das Hauptargument des T-Mobile-Managements ist, dass mit vereinten Kräften mehr Mittel zur Verfügung stünden, um noch schneller ein erstklassiges 5G-Netz aufzubauen. Während die für den Telekommunikationssektor zuständigen Aufsichtsbeamten darauf wohlwollend reagierten, bleiben bei der allgemeinen Kartellaufsicht Zweifel.

Mein Foolisher US-Kollege Dan Kline geht davon aus, dass der Deal eher nicht so wie gewünscht durchgehen wird. Eine wichtige Folge, die sich seiner Meinung nach ergeben könnte, wäre, dass die unprofitable Sprint auf absehbare Zeit als ernsthafter Wettbewerber wegfallen würde.

Die Frage wäre dann, ob die Deutsche Telekom, die 63 % der Anteile hält, einen Plan B aus dem Hut zaubern und der Tochter auf die eine oder andere Weise unter die Arme greifen wird, um die beiden großen Wettbewerber trotzdem aggressiv attackieren zu können.

So wie es sich im Geschäftsbericht allerdings darstellt, wird die US-Tochter ihren Netzausbau selbst finanzieren und mit ihrer erfolgreichen Uncarrier-Strategie der Konkurrenz auch auf sich alleine gestellt einheizen. Die Auswirkungen der Entscheidung der Aufsichtsbeamten auf die Telekom dürften insgesamt begrenzt sein, sodass etwaige übertriebene Kursrückgänge eine günstige Einstiegsgelegenheit darstellen könnten.

E.ON, RWE und Innogy

Die Energiewende steht vor einer Beschleunigung und drei der großen deutschen Akteure wollen ihre Rollenverteilung neu gestalten. E.ON will ein dominierender Gas- und Stromnetzbetreiber werden und RWE ein noch mächtigerer Stromerzeuger mit wachsendem Schwerpunkt auf erneuerbare Energien. Dafür wollen sie Innogy unter sich aufteilen und zusätzlich noch Geschäftsbereiche übertragen.

Es ist ein recht komplexer Deal, der jedoch durchaus Sinn ergibt nach meiner Einschätzung. RWE hat im Februar bereits die Erlaubnis bekommen, um die Kraftwerke von E.ON zu integrieren und so zu den Marktführern bei Wind- und Solarparks aufzuschließen. Dafür hat sich der Konzern nun auch 5 Mrd. Euro besorgt. E.ONs Übernahme der Gas- und Stromnetze von Innogy wird jedoch noch einmal tiefergehend durchleuchtet. In vier europäischen Ländern würde damit ein wichtiger Wettbewerber wegfallen.

Bis zum 23. Juli soll dann die endgültige Entscheidung fallen. Zur Not müssten in einem der betroffenen Länder noch Geschäftsbereiche verkauft werden. Letztlich gehe ich mal davon aus, dass die Genehmigung kommt. Falls die Integration einigermaßen reibungslos gelingt, steht die E.ON-Aktie meiner Ansicht nach vor einer glänzenden Zukunft. Schließlich wird sie wie die Spinne im Netz eine zentrale Position in der Energiewirtschaft einnehmen. Egal ob Windturbine, Kombikraftwerk, Stromspeicher, Haushalt oder Fabrik: Alles muss angedockt und koordiniert werden.

Überlegtes Handeln ist angesagt

Große Deals, die sich über viele Monate hinziehen, sorgen nach der anfänglichen Begeisterung oft schnell für Ernüchterung. Widerstand aus unterschiedlichen Ecken, lähmende Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, schmerzhafte Auflagen der Kartellbehörden und ein mögliches Platzen der großen Pläne lasten dann auf den beteiligten Unternehmen. Deshalb sollten Anleger hier mit Vorsicht agieren, sich eine klare Meinung bilden und gegebenenfalls geduldig auf günstige Einstiegsgelegenheiten warten.

Ich persönlich habe in diesem Sinne E.ON, thyssenkrupp und die Telekom-Aktie weit oben auf meiner Watchlist.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US.

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