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Lyft wird nicht für immer ein missratener Börsengang bleiben

Es ist heutzutage einfach, Lyft (WKN:A2PE38) schlecht zu machen. Der zweitgrößte Mitfahrdienst in den USA ging letzte Woche mit 72 US-Dollar an die Börse, und nachdem er kurz nach der Eröffnung mit bis zu 88,60 US-Dollar gehandelt hatte, schloss er an jedem der letzten drei Handelstage unter seinem IPO-Preis.

Nach dem verpatzten Börsengang freuen sich die Bären natürlich. Die Verluste steigen durch die starke Werbeaktivität bei Lyft, das versucht, die große Lücke zu Uber durch eine aggressive Preispolitik zu schließen. Das ist aber leider nur selten die Grundlage für ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Die Dinge sind im Moment ziemlich haarig für die Investoren, aber eine Aktie wird nie nach den ersten vier Handelstagen Erfolg haben. Montagmorgen war wahrscheinlich nicht das letzte Mal, dass Lyft-Aktien bei um die 72 US-Dollar notierten.

Unter der Haube

Der Pessimismus ist ziemlich verbreitet. Als Seaport Securities Anfang dieser Woche einen Aktienkurs von 42 US-Dollar ausgab, zweifelte niemand daran. Analyst Michael Ward ist nicht davon überzeugt, dass der ansprechbare Markt so groß sein wird, wie Lyft und die Bullen glauben. Die Generation Y und zukünftige Generationen werden wahrscheinlich nicht auf den Autobesitz verzichten, und die Bewertung für einen entfernten Silbermedaillengewinner scheint daher deutlich zu hoch.

Als am Mittwoch Berichte darüber auftauchten, dass Carl Icahn seine 2,7%ige Beteiligung an Lyft zum IPO-Preis verkauft hatte, war die Reaktion des Marktes, dass er einer Kugel ausgewichen ist. Der legendäre Milliardär hat es mal wieder geschafft. Wirklich?

Lyft ist im Moment nicht dynamisch aber wir betrachten das mal lieber genauer. Seaport’s Ward vermutet, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Trotzdem gibt es Leute an der Wall Street, die das anders sehen. Das aktuelle erwartete Hoch liegt bei 97 US-Dollar, was auf ein ebenfalls verlockendes Aufwärtspotenzial von fast 40 % gegenüber dem heutigen Stand hindeutet.

Es wird in den kommenden Wochen starke Bullenargumente geben, da die Banken, die geholfen haben, Lyft an die Börse zu bringen, anfangen, sich einzuschalten. Sie verkauften einige der Lyft-Aktien Ende letzter Woche bei 72 US-Dollar. Solange der IPO-Kurs unter diesem Punkt bleibt, werden sie wohl bullisch bleiben. Die Finanzgiganten werden sicherstellen wollen, dass Lyft nicht scheitert, vor allem, wenn sie wollen, dass die Uber-IPO später reibungslos verläuft. Uber wird seine Marktbewertung von 120 Mrd. US-Dollar nicht erreichen, wenn Lyft sich nicht über 20 Mrd. US-Dollar halten kann.

Uber mag viel größer sein – und mehr als das Fünffache des Umsatzes von Lyft generieren – aber es wächst viel langsamer. Der Umsatz von Lyft hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, bevor es Ubers internationalem Vorstoß folgt oder überhaupt mit Essenslieferungen anfängt.

Es ist nicht zu übersehen, dass Lyft im vergangenen Jahr 911,3 Mio. US-Dollar rote Zahlen schrieb. Aggressive Preise sorgen dafür, dass Lyft im Kampf gegen Uber ordentlich bluten muss. Aber ist das der einzige Weg, um sich einen Vorteil zu verschaffen? Es gibt einen Grund, warum der größte Teil des Landes den Namen des drittgrößten Nutzers in diesem wachsenden Bereich nicht kennt.

Die Lyft-Aktien werden schwanken. Jeder Quartalsbericht wird eine Warnung für die Investoren sein. Der Schock ist jedoch, wenn der Aktienkurs in den kommenden Wochen oder Monaten nicht wieder über 72 US-Dollar steigt. Es gibt viele Möglichkeiten, den Aktienkurs nach oben zu drücken, wenn er unten ist. Der Börsengang mag jetzt missraten sein, aber die Aktie und die Branche sind es nicht.

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Dieser Artikel wurde von Rick Munarriz auf Englisch verfasst und am 04.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.