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Die Zinskurve hat sich gerade umgekehrt: Sollten sich die Anleger Sorgen machen?

Foto: Getty Images

„Zinskurve“ ist ein Begriff, der verschiedene Zinssätze beschreibt, die bei unterschiedlichen Laufzeiten von festverzinslichen Anlagen bezahlt werden. Das war in den letzten Wochen in den Nachrichten – und zwar nicht gerade positiv.

Etwas, das als invertierte Zinsstrukturkurve bekannt ist, ist letzte Woche aufgetreten, und zwar auf eine bestimmte Art und Weise, die wir seit der Zeit kurz vor der Finanzkrise nicht mehr erlebt haben. Das ist eine Zeit, an die sich viele Investoren nicht gerne erinnern.

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Um besser zu verstehen, warum diese Situation manche Investoren beunruhigt, findest du hier einen Leitfaden darüber, was eine invertierte Zinskurve ist, warum sie als Zeichen von Schwierigkeiten für die Investoren angesehen wird und was diese spezielle Umkehrung der Zinskurve für dich bedeutet.

Was ist eine invertierte Zinskurve?

Eine Zinskurve bezieht sich auf die Zinssätze oder Renditen, die bei unterschiedlichen Laufzeiten von ähnlich bewerteten festverzinslichen Wertpapieren gezahlt werden. Obwohl sich der Begriff technisch gesehen auf jede Art von festverzinslichen Anlagen beziehen kann, wird er am häufigsten in Bezug auf Treasury-Werte verwendet. Wenn sie in einem Graph dargestellt werden, bilden die Punkte für jeden Fälligkeitszins eine Linie, die sich krümmt; daher der Name.

Es gibt drei Haupttypen von Zinskurven: normale, flache und invertierte.

Bei einer normalen Zinskurve haben US-Treasuries mit längeren Laufzeiten höhere Renditen. So können beispielsweise bei einer normalen Zinskurve die 2-, 5- und 10-jährigen Schatzanleihen mit 2, 2,5 bzw. 3 % rentieren.

Eine flache Zinskurve bedeutet, dass Treasuries mit unterschiedlichen Laufzeiten etwa die gleichen Renditen aufweisen. Wenn die 2-, 5- und 10-jährigen Treasuries alle etwa 3,5 % einbringen, würden wir sagen, dass die Zinskurve flach ist. Ähnlich verhält es sich, wenn Renditen von Staatsanleihen auf einer normalen Zinskurve zu einer bestimmten Rendite tendieren. Auch dann können wir sagen, dass sich die Zinskurve verflacht.

Schließlich bedeutet eine invertierte Zinsstrukturkurve, dass Treasuries mit kurzer Laufzeit höhere Renditen erzielen als solche mit längerer Laufzeit. Eine solche Invertierung kann auf verschiedene Weise erfolgen, aber allgemein wird die Umkehrung von zwei- und zehnjährigen Treasuries als Standard genommen.

Vor Kurzem kehrten sich die dreimonatigen und zehnjährigen Renditen von Staatsanleihen zum ersten Mal seit Mitte 2007 um, wie du auf dieser Tabelle vom Vormittag des 26. März 2019 sehen kannst:

Laufzeit Aktuelle Rendite
3 Monate 2,468 %
2 Jahre 2,287 %
5 Jahre 2,217 %
10 Jahre 2,434 %
30 Jahre 2,877 %

DATENQUELLE: CNBC. RENDITEN ZUM 26. MÄRZ 2019 UM CA. 11:30 UHR EDT.

Warum interessieren sich die Anleger für die Umkehrung der Zinskurve?

Für einige Ökonomen gilt eine invertierte Zinskurve als Anzeichen dafür, dass bald eine Rezession kommt. Im Allgemeinen kann man eine invertierte Zinskurve beobachten, bevor eine Rezession eintritt, obwohl diese nicht unbedingt jedes Mal auftritt, wenn wir eine Inversion der Zinskurve sehen. Sie ist also auch nicht perfekt. Wenn eine Rezession einer Umkehrung der Zinskurve folgt, gibt es keine Möglichkeit, vorherzusagen, wann die Rezession beginnen wird, obwohl sie üblicherweise innerhalb von etwa 18 Monaten stattfindet, wenn sie denn stattfindet.

Die derzeit zu beobachtende Umkehr von dreimonatigen und zehnjährigen Renditen ist für die Anleger besonders beunruhigend. Wie bereits erwähnt, haben wir eine solche Umkehrung seit 2007 nicht mehr erlebt, und kurz darauf erfolgte die Finanzkrise.

Solltest du dir Sorgen machen?

Eine invertierte Zinsstrukturkurve ist kein perfekter Vorbote für Rezessionen. So kehrte sich ein anderer Teil der Zinskurve im Dezember um und der Markt erholte sich deutlich, sobald die Befürchtungen nachließen. Außerdem sind die Renditen für zwei und zehn Jahre nicht umgekehrt, und dieser Fall wird oft als die wichtigste Inversion zur Vorhersage einer Rezession angesehen.

Viele Ökonomen sagen, dass der derzeitige Rückgang der zehnjährigen Renditen von Staatsanleihen auf Faktoren wie globale (nicht US-amerikanische) wirtschaftliche Probleme wie Brexit-Bedenken und die Verlangsamung des Wachstums in China sowie die Aussichten der schwedischen Zentralbank auf Zinserhöhungen zurückzuführen ist. Es ist nicht unbedingt das Ergebnis einer ernsthaften Schwächung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten der USA. Die meisten Ökonomen sind sich einig, dass sich die US-Wirtschaft verlangsamt, aber nur wenige prognostizieren eine Rezession, auch nach dieser jüngsten Inversion nicht.

Unterm Strich ist die Umkehrung der aktuellen Zinskurve nur einer von mehreren potenziellen Wirtschaftsindikatoren. Es lohnt sich, das BIP-Wachstum, die Inflation und die Arbeitslosigkeit genauer im Auge zu behalten, um zu sehen, ob sie auch auf Probleme hinweisen. Aber diese Umkehrung ist sicherlich kein Grund, in Panik zu geraten und seine Investitionspläne sofort über den Haufen zu werfen.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 26.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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