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Facebook und Square expandieren in den Einflussbereich von Shopify

Die Aktien von Shopify (WKN:A14TJP) haben sich in den letzten zwölf Monaten um rund 40 % erholt, da der E-Commerce-Dienstleister die Anleger mit einer Reihe von Gewinnschüben beeindruckte. Zwei aktuelle Ankündigungen führten jedoch dazu, dass die Shopify-Aktien ins Stocken gerieten.

Erstens hat Facebook (WKN:A1JWVX) bei Instagram In-App-Zahlungen eingeführt, die zunächst von mehr als 20 Marken angeboten werden – darunter Nike, Zara, Warby Parker und Uniqlo. Bei dieser Funktion können die Nutzer die Informationen ihre Kreditkarten oder von PayPal (WKN:A14R7U) in Instagram speichern, um optimierte Käufe über die Beiträge einer Marke zu tätigen.

Kurz darauf integrierte Square (WKN:A143D6) Weebly, die Website und den Online-Shop-Builder, den das Unternehmen im vergangenen Jahr erworben hatte, in den Square-Online-Store, in dem Händler Produkte über ihre eigenen digitalen Schaufenster verkaufen können, und in Square for Retail Products, die In-Store-Point-of-Sale-App.

Diese Schritte deuten darauf hin, dass Facebook und Square Shopify Marktanteile streitig machen könnten. Aber kann einer dieser beiden Herausforderer das Wachstum von Shopify tatsächlich beeinflussen?

Die Strategie von Facebook verstehen

Facebook hat immer wieder versucht, seine Position als weltweit größtes soziales Netzwerk zu nutzen, um in den E-Commerce-Markt zu expandieren, aber keine dieser Bemühungen war stark genug, um sich gegen Amazon durchzusetzen.

Aber Facebook gibt nicht auf. Die Plattform startete Beiträge mit Einkaufsmöglichkeit in Instagram und Pop-up-Shops für digitale Unternehmen und es wurde eine Videoplattform getestet, auf der Händler Produkte über Echtzeit-Streaming-Videos verkaufen können. Es wurde auch gemunkelt, dass Instagram eine eigenständige Shopping-App entwickelt, aber der darauf folgende Abgang der Gründer lässt Zweifel an diesen Plänen aufkommen.

Stattdessen will Facebook wahrscheinlich die Bindungen zwischen den eigenen Unternehmensseiten und Instagram, das im vergangenen Jahr die Zahl von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer (MAUs) überschritt, festigen. Mehr als 90 Mio. Kleinunternehmen nutzen die Facebook-Produktfamilie (Facebook, Messenger, WhatsApp und Instagram), sodass es sinnvoll ist, Einzelhändler dazu zu bringen, ihre Produkte bei Instagram über Posts mit Shopping-Funktion zu verkaufen.

Instagram behauptet, dass 130 Mio. Menschen jeden Monat seine Shopping-Beiträge ansehen. Das stellt nur einen kleinen Teil der gesamten MAUs dar, aber es reicht aus, um die Einführung von In-App-Zahlfunktionen zu rechtfertigen. Shopify führt derzeit einen „sehr kleinen“ Prozentsatz der Zahlungen auf den Shopping-Seiten von Instagram durch, so RBC-Analyst Ross MacMillan. MacMillan warnt davor, dass das neue System von Instagram Shopify „umgeht“ und seine Fähigkeit, vom zukünftigen Wachstum von Instagram zu profitieren, begrenzen wird.

Diese Strategie bindet Marken und Käufer in das Ökosystem von Facebook ein – was die Relevanz der Unternehmensseiten von Facebook erhöhen könnte. Es könnte auch Kunden ermutigen, mehr Anzeigen auf Facebook und Instagram zu kaufen, und das Unternehmen könnte später noch andere Shopify-ähnliche Dienste anbieten.

Die Strategie von Square verstehen

Square begann als Zahlungsabwickler, aber sein Ökosystem umfasst heute Werkzeuge zur Verwaltung von Kundenbeziehungen, zur Pflege von Gehaltsabrechnungen, zur Analyse von Unternehmensdaten, zur Aktienverfolgung, zur Lieferung von Lebensmitteln (über Caviar und Zesty) sowie zur Gestaltung von Websites und Onlineshops – dank des Erwerbs von Weebly.

Einfach ausgedrückt, strebt Square danach, ein „One-Stop-Shop“ für Unternehmen zu werden, die ihr Geschäft digitalisieren wollen. Daher war es nicht verwunderlich, als Square Weebly schließlich in seine Kernprodukte integrierte, um besser mit Shopify konkurrieren zu können.

Square und Shopify starteten in verschiedenen Märkten, aber die beiden Konkurrenten verfolgen nun ähnliche Strategien. Beide Unternehmen bieten Kleinunternehmen Kredite über ihre Finanzierungstöchter (Square Capital und Shopify Capital) an, beide verarbeiten Zahlungen und beide versuchen, Kunden mit wachsenden Portfolios an die eigenen Unternehmensdienstleistungen zu binden.

Im letzten Quartal stieg der Abonnement- und Serviceumsatz von Square um 112 % jährlich, wenn man die Übernahmen von Weebly und Zesty nicht berücksichtigt. Unter Berücksichtigung dieser beiden Übernahmen stieg der Abonnement- und Serviceumsatz sogar um 144 %. Dieser Umsatzbeitrag ist beträchtlich, aber die Übernahmen von Weebly und Zesty ermöglichen es Square auch, sein Ökosystem auf die Hinterhöfe von Shopify bzw. Grubhub auszuweiten.

Sollten Shopify-Investoren sich Sorgen machen?

Shopify ist wohl immer noch die beste Option ihrer Art bei der Digitalisierung von Offlineunternehmen, und Bedenken wegen des Wettbewerbs (wie die Übernahme von Magento durch Adobe (WKN:871981)) bringen die Aktie häufig zum Schaukeln – möglicherweise aufgrund des hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisses von fast 230.

Ich glaube nicht, dass die jüngsten Schritte von Facebook und Square das kurzfristige Wachstum von Shopify stärker beeinflussen werden als der Adobe-Magento-Deal. Aber auf lange Sicht könnten sich Wettbewerbsbedrohungen entwickeln, wenn sich das Wachstum von Shopify verlangsamt – was es schwieriger machen könnte, die hohe Bewertung der Aktie zu rechtfertigen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von dessen CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 26.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Adobe Systems, Amazon, Facebook, Nike, PayPal Holdings, Shopify und Square und empfiehlt diese. The Motley Fool empfiehlt Grubhub.

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